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Dienstag, 09.01.2018

Da blieben ein paar Sachen liegen und… Ach, scheiß der Hund drauf. Random Streams zwischen den Jahren:

How to drift with any car. Sehr launiger Vortrag, der ordentlich belegt die maximal banalen Vermutungen bestätigt: a) Jedes halbwegs moderne Auto lässt im Grunde jeden, der sich gehörig anstrengt, auf seine kritische Infrastruktur, b) man könnte damit bei gehöriger Anstrengung jede Menge witzigen Scheiß anstellen (wird hier – entgegen dem Titel des Vortrages – eher angedeutet) und c) wenn Euch im Internet ein Gerät angeboten wird, dass all dies ohne jede Anstrengung einfach so bewerkstelligt, dann ist das unter Umständen Quatsch.

Wirft mir völlig unabhängig vom Inhalt die alte Frage auf, wo heutzutage überall Computer drinstecken und wie die so geschützt sind. Hey, in meinem sehr veralteten Haushalt besitzt die Waschmaschine weder Netzzugang noch Möglichkeiten, Informationen über ihre Umgebung aufzunehmen. Schönen Gruß an der Stelle an die Fraktion Smart-TV. Aluhüte werden am Ausgang ausgegeben. Identifiziert Euch bitte vorher gegenüber Eurer Kaffeemaschine.

Ein Vortrag über die Frage, wie Wikipedia-Artikel zustande kommen. Am Beispiel eines Einzel-Artikels in der deutschsprachigen Wikipedia. Aus wissenschaftlicher Sicht. Schon von der Herangehensweise ein sehr wertvoller Beitrag. Aus meiner Sicht gehört die Wikipedia mittlerweile zur grundlegenden Infrastruktur. In ihrer Wirkmacht mindestens auf Augenhöhe mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ich kann mir kaum eine Untersuchung vorstellen, deren Gegenstand ich interessanter fände. Und die Methode, sich beispielhaft einen Artikel zur Brust zu nehmen, dessen Gegenstand die Realität der allermeisten Menschen eher so mittel berührt, die finde ich auch nicht falsch. Unterhaltsame Einzel-Anekdoten über lustige Edit-Wars der umkämpften Artikel (die – so vermute ich – nur einen verschwindend geringen Teil der Wikipedia ausmachen dürften) kennen wir schließlich alle zur Genüge. So weit zur Vorbemerkung. Die mir persönlich wichtig ist. Weil ich einfach das Thema so spannend finde. Vielleicht entgeht mir was, aber nach meiner Beobachtung wird kaum ein Punkt, der für unser aller Zusammenleben so wichtig ist, so wenig untersucht wie dieser. Und zwar sowohl von der Wissenschaft, als auch von den SpOns dieser Welt.

Aber der Vortrag … Puh. Ähm … Ich will mal andersherum rangehen. Ich bin ja nun wirklich der letzte, der Dinge, die einem einfach so geschenkt werden, unfair niedermacht. Hoffe ich jedenfalls. Grundsätzlich versuche immer, in solchen Momenten entweder positiv oder zumindest konstruktiv kritisch zu formulieren. Gerne mal pointiert, aber zumindest immer einen Ausweg aufzeigend. Diesen Ausweg sehen ich hier nicht. Wer jemals einen Sackgasse gewordenen Vortrag sehen möchte, da ist er. In klaren Worten: Das ist ein 1A-Verkehrsunfall. Ich war davon aus Gaffer-Sicht so fasziniert, dass ich mir tatsächlich die kompletten 30 Minuten angeschaut habe. Die mir sehr, sehr viel länger vorkamen. Bei allem wirklich tief vorhandenen Respekt dafür, sich da hinzustellen: Ich habe keine Ahnung, wie man das schlechter machen könnte. Auf jeder denkbaren Ebene an Bewertung. Und das bei diesem grundsätzlich wirklich spannenden Thema.

Hacker Jeopardy. Hach. Denkt Euch bitte zwölftausend Worte Kritik an Moderation und Format. Und vielleicht ein kleines Stück Wehmut, weil sich hier mal wieder ausschließlich Jungs auf die Bühne gedrängt haben. Gleichwohl: Leck mir die Füße, ich hatte Spaß. Jede Menge. Einfach schönes Fernsehen. Bonus-Punkte für die Oberbekleidung von “Alu-Burka”.

Womit wir zur obligatorischen “Ich habe den Rasenfunk Royal komplett durchgehört und möchte etwas dazu sagen, um Euch Noobs zu zeigen, dass ich ihn wirklich durchgehört habe”-Bemerkung kommen. Die ich dort geäußert habe (btw: die url, die deren Forensoftware auswirft, macht mich fertig), wo sie hingehört.

War eher positiv formuliert, ist jetzt hier aber nicht weiter spannend. Ich möchte dies nämlich zum Anlass nehmen, um auf etwas hinzuweisen, was mir wirklich wichtig ist: Der feine Hörr Ost war von dieser Qualität in den ersten Ausgaben seines Podcasts – mit Verlaub – sehr weit weg. Sehr weit. Trotz aller Sympathie, die ich ihm und seinem Vorhaben damals entgegen gebracht habe. Und trotz seiner grundsätzlichen Medien-Erfahrung, die man ihm auch damals natürlich angemerkt hatte.

Warum ich das erwähne? Weil nach meiner Beobachtung nicht auszuschließen ist, dass genau jetzt hier jemand mitliest, der (m/w) sich gerade mit dem Gedanken trägt, einen Podcast auf die Beine zu stellen. Oder der vor kurzem einen neuen Podcast auf die Beine gestellt hat. Oder der vielleicht ein Blog anfangen möchte. Oder der auf welchem Weg auch sonst kanalisieren will, dass er etwas zu erzählen hat.

Und den vielleicht gerade jetzt Zweifel befallen, weil sein Produkt objektiv betrachtet allenfalls so mittelgeil ist.

Und genau denen möchte ich zurufen: Leute, zweifelt nicht.

Das muss so. Ich kenne fast keinen einzigen langlebigen Podcast, dessen erste paar Ausgaben in der Rückschau nicht total spacke waren. Das ist einfach so. Über die Zeit wird das besser. Definitiv. Bleibt einfach dran und dann wird das ganze drumherum ganz sicher gut werden. Das kann ich Euch versprechen. Dass Ihr in diesen ganzen objektiven bewertbaren Kriterien besser werdet, dagegen könntet Ihr nichtmal etwas tun, wenn Ihr das wolltet. Das passiert einfach. Meinetwegen nehmt dies als Wette: Wenn Ihr 50 Folgen aufgenommen habt und dann nicht mit einem entspannten Lächeln auf Eure erste Folge zurückschaut, dann gebe ich zu, diesbezüglich daneben zu liegen (passiert sonst nie).

Wichtig ist grundsätzlich nur eins: Habt Ihr was zu erzählen? Wenn ja, dann tut das.