43 Comments

Montag, 23.02.2026

Guten Tag. Ich bin ein Platzhalter, an dem bis heute niemand nichts ergänzt hat.

Listing

Übertragung für den hinzufügen+
Dies ist ein Versuch das legendäre Listing von allesaussersport.de zu ersetzen. Eine Maschine liest Sendungen aus. Die Leserinnen dürfen diese ergänzen. Mit Doppelklick auf eine Sendung kann ein Kommentar hinzugefügt werden.
Die Auswahl ist vollkommen unvollständig. Ein Tag geht von 6:00 Uhr bis 6:00 Uhr. Die Machine wird trainiert, wird aber nie perfekt sein. Das Listing hier zerstört sich in dem Moment selbst, in dem dogfood wieder Zeit für allesaussersport.de findet. Eine Vorschau über den aktuellen und den Folgetag hinaus gibt es hier. Dort können außerdem Wünsche und Anmerkungen hinterlassen werden.

43 comments

  1. taktiktafel

    Sehr sehr schade, dass Denis nicht zum Pokalwochenende Basketball nach München gekommen ist, denn er hat das hier verpaßt:

    Den krönenden Abschluss besorgt dann Heiko Schaffartzik, der bunte Hund des deutschen Basketballs, mit einer gesungenen und getanzten Nummer, die den inoffiziellen Teil draußen an der Bar einläutete. Aber das ist eine andere Geschichte.

    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-basketball-pokalwettbewerb-bmw-night-of-the-legends-li.3388492

  2. Franzx

    Von mir gibt es für Milano/Cortina eine 7,5/10. Tatsächlich hab ich seit Vancouver 2010 keine olympischen Winterspiele mehr so ausführlich verfolgt wie diese. Keine Ahnung warum, aber vermutlich spielt die fehlende Zeitdifferenz und die allgemeine politische Lage eine Rolle. Minuspunkte gibt es primär für die weten Wege und die armen männlichen Alpinen in Bormio, die keinen Anschluss hatten (auch nicht nach Livigno). Pluspunkte für die sportlichen Leistungen an klassischen Wettkampfstätten in den Alpen sowie vor allem die Stimmung in Antholz. An Lillehammer und Vancouver kommt Milano/Cortina nicht ran, aber in meiner persönlichen Wahrnehmung der Spiele (seit 1988) streitet man sich mit Salt Lake City um Platz 3.

  3. Uwe

    Sonst so:
    Menü des Tages

    Fußball
    Premier League
    21:00 Everton – United

    Bundesliga Frauen
    18:00 SGE – SCF

    Serie A
    18:30 Florenz – Pisa
    20:45 Bologna – Udinese

    La Liga
    21:00 Alavés – Girona
    —–
    Basketball
    NBA, u.a.
    01:00 Pistons – Spurs
    —–
    Tischtennis
    Singapore Smash 1/32-Finale, u.a.
    11:40 Walther – Calderano
    13:00 Rassenfosse – Dang Qiu

  4. Alcides

    Irgendwie hab ich heute nen olympischen Blue Monday. Mir fehlt das Grundrauschen der letzten 2,5 Wochen. Nicht nur, weil ich selber großartige 10 Tage dort verbracht habe, sondern weil es sich in dieser Kneipe mit Euch immer richtig anfühlt. Worüber soll ich mich heute aufregen? KMH und die wirre ARD-Programmplanung sind leider keine Optionen mehr. Quel dommage.

  5. Uwe

    Du möchtest Dich aufregen, Alcides? Fahr bitte mit der DB oder stell Dich in der Oper an der Garderobe an. Franzx könnte Dir Geschichten erzählen…

    Similis simili gaudet.

  6. Don Gately

    Barely time for laying the feets high für die NHL-Cracks, bereits am Freitag treffen z.B. die Herren Marchand und Matthews wieder aufeinander.
    Und dann haben wir auch in paar Wochen ja schon wieder Eishockey-WM, in Zürich und Fribourg, sooooso.

  7. Umlenker

    Die spielen nicht wirklich noch eine WM in diesem Jahr? Ich bin mir sicher, die ganze Welt wird sich noch Jahre später daran erinnern…

  8. Thor

    Ich bin mir sicher, dass die Spieler, denen Harold Kreis in den letzten drei Wochen keine oder kaum Eiszeit gegeben hat, total Bock haben ihm den Job zu retten…

  9. neuronal

    Jetzt lass doch mal, Umlenker, das ist seit… immer so, die europäischen Hockey-Nationen mögen es halt. In den letzten 12 Jahren gab es ja auch nix besseres (Four Nations zählt nicht).

    Und der Weltverband muss sich irgendwie finanzieren.

  10. bluelion

    @ Umlenker: Ja, sie spielen eine WM, in der Schweiz. Dass man nicht mal in Olympia-Jahren auf die Austragung verzichtet, ist wirklich ein richtiger Müll.
    @ Thor: Nach 3 Jahren Deutschland-Cup in Landshut hatte ich eigentlich schon den Eindruck, dass Kreis in Spielerkreisen ganz wohlgelitten ist. Kann natürlich sein, dass seine Linie jetzt bei Olympia bei einigen Spielern gar nicht gut angekommen ist. Ob die aber so weit gehen, ihren Coach deshalb jetzt zum Teufel zu wünschen, würde ich als Außenstehender jetzt bezweifeln. Was sollen denn die Schweden sagen? Der komplette Kader bei Olympia bestand aus NHL-Spielern, weshalb die nationale Liga ja sogar weitergespielt (!) hat. Da müssen bei der WM ja auch wieder zum großen Teil die “normalen” Spieler ran. Und in Tschechein oder der Slowakei wird das nicht viel anders sein. Olympia ist halt nun mal für alle eine Ausnahmesituation, mit der man sich arrangieren muss. Und wie gesagt, ich denke nicht, dass das so heiß gegessen wird. Eishockeyspieler sind einfach hart im Nehmen ;-)

  11. Heiner

    Irgendwie müssen die US-Spieler auch noch die Zeit finden, um bei der Rede zur Lage der Nation vorbeizuschauen. Wurden schließlich von Donald eingeladen und ihrem Lieblingspräsidenten zu enttäuschen, dürfte vielen schwer fallen.

  12. Uwe

    @bluelion
    Kannst Du diesen Eindruck irgendwie untermauern? Ist da nicht vielleicht etwas größeres kaputt gegangen? Insbesondere im Umgang mit dem Captain Mo. Müller.
    Wieviel Aktien hat eigentlich der Sulzer Alex an diesem Misserfolg?

  13. Denis

    Olympia ist over – und vielleicht schaffe ich es noch, meine Eindrücke festzuhalten. Wobei ich generell den Eindrücken von Jochen im Frühsport Spezial eigentlich komplett zustimmen kann. Bis auf die Kostenstruktur, die war bei mir eine andere – der Reiseweg auch.

    Was hilft gegen die Olympia-Depression? ITS BASEBALL TIME. Völlig unbemerkt von dieser Bubble wird seit Ende letzter Woche wieder Baseball gespielt. Aber keine Sorge, wir befinden uns noch im Spring Training (also der Cactus und Grapefruit League) – also noch nichts wichtiges. Es ist die Zeit, in der man noch hoffen kann. Lindor und Soto sind noch da, aber sonst haben die Mets ziemlich viel ausgewechselt. Und es wird natürlich wie üblich nicht wirklich etwas positives bewirken.

  14. Umlenker

    Haha, ich war auch schon überrascht, als mir Flashscore vor ein paar Tagen plötzlich ein Spiel der Mets gepushed hat. Spring Training tu ich mir aber nicht an. Ich schaue dann zu, Saisonstart wieder rein.

  15. neuronal

    Erstmal ist ja noch World Baseball Classic, der verdienstvolle Sender Sportdigital+ wird da ab 5. März umfangreich übertragen (sogar aus Japan).
    In Japan hat Netflix die Exklusiv-Rechte gekauft, da gibt es wohl leichte Unruhe, weil die NM nicht mehr im normalen Fernsehen spielt.

    Wird sicher ziemlich spicy mit den ganzen hispanischen Teams bei Spielen in Texas (USA v Mexico) und Florida (Venezuela), hoffentlich muss man sich da nicht mit Absonderungen vom Orangenmann oder schlimmerem auseinandersetzen.
    In der 4. Gruppe in Puerto Rico ist sogar Kuba am Start.

  16. Heiner

    Dick Advocaat muss leider, aus familiären Gründen, als Trainer von Curacao zurücktreten. Ersetzt wird er mit Fred Rutten, eine andere Bundesliga-Legende.

  17. Der BENFICA-Spieler Prestianni wird fürs Rückspiel gesperrt. Da er eine rassistische Beleidigung bestreitet, offenbar Einzig und allein aufgrund der Aussagen Vini und Mbappe, also dem direkten Gegner, der extrem von der Sperre profitiert. Da macht die UEFA ein sehr großes Fass auf, öffnet dem Denuntiantentum und den Lügen Tür und Tor.

  18. Franzx

    die vier besten deutschen Tennisspieler sind übrigens alle diese Woche im Einsatz. Yannick Hanfmann war heute schon in Rio erfolgreich, Daniel Altmaier spielt noch heute heute in Acapulco. Morgen ist dann Zverev in Acapulco und Struffi (wieder gegen Bublik) in Dubai dran.

  19. Conejero

    @MüLö

    So sehr ich Rassismus verachte, so sehr finde ich auch diesen vorauseilenden Gehorsam auf die Empörung der Massen falsch.

    Disclaimer:
    Ich glaube, dass an der Sache etwas dran ist. Dieses Hand vor Mund oder Trikot hochziehen hatte damals in Spanien seinen Ursprung, weil die Zeitungen und Sportsendungen mit Lippenlesern arbeiteten/ noch arbeiten. Warum tat er es wohl…
    Aber es ist eben noch kein Beweis.

  20. Conejero

    …und noch ein Gedanke:

    Der Benfica-Spieler hat auch mehrere PoC in seiner Mannschaft.
    Ob die das so lustig finden?!

  21. So, da hier bei mir wieder im Innenhof Bauarbeiten sind in unerträglicher Lautstärke und man eh nicht arbeiten kann, schreibe ich an dieser Stelle mal mein Fazit zu Olympia aus der Sicht des Fernsehzuschauers. Ich gehe mal ein paar Ebenen / Dimensionen durch, die natürlich frühere Aussagen von mir wiederholen. Aber dies soll ein für sich stehendes Fazit sein, daher gibt es Redundanz:

    Ebene 1: Meine Grundstimmung vorab
    Hier spielt das rein, was alles vorab Einfluss genommen hat. Ich hatte ursprünglich riesige Vorfreude und mein Plan war, die Spiele wie 2024 vor Ort zu besuchen. Unter anderen auch mit meinen Eltern, da sie auch große Wintersportsfans sind, mich einst mit Leuten wie Takanori Kono bei der Kombination dazu gebracht haben und nach 2024 auch durch die vor-Ort-Stimmung motiviert waren. Davon ist bereits nach der ersten Phase der Ticketvergabe nichts mehr übriggeblieben. Der Plan, gemeinsam Olympia vor Ort zu erleben, ist zu einem „vielleicht gehe ich allein für 2-3 Tage irgendwo hin“ verkommen und endete in einem „ich habe keinen Bock auf den zerstückelten Mist, wo ich dann mehr unterwegs bin als Sport zu sehen zu teilweise absoluten Mondpreisen“. Dazu ist es natürlich aus Meppen und Berlin durchaus weit, aber es gäbe ja die luxuriöse Option, aus dem Schwarzwald zu starten. Aber auch von da ist es sehr weit und selbst Antholz, was meine Mutter interessiert, hat als großer Biathlonfan, war nicht realistisch.

    Ich habe dann wohl das einzig emotional Richtige gemacht und direkt alle vor-Ort-Pläne verworfen ohne Option, in klein und alleine was zu machen. Auch nicht, von Berlin schnell nach Mailand zu fliegen und wieder zurück. Das war es mir im wahrsten Sinne des Wortes auch nicht wert. Dabei hätte es sogar einen Direktflug Berlin – Bozen gegeben, der lange Zeit sehr günstig war. Genauso empfand es meine Mutter, die sehr gerne Eiskunstlaufen in Mailand gesehen hätte, aber nur dankend abgewunken hat bei diesen völlig überzogenen Preisen. Und das nicht, weil es nicht gegangen wäre, aber das hat sie nicht eingesehen. Mein Vater und ich haben das genauso gesehen. Im Ergebnis stand also, nichts zu besuchen und meine Vorfreude als TV-Zuschauer war daher schon nur sehr mittelgroß, was für mich als Olympiafan schon sehr wenig ist – sehr , sehr wenig.

    Ebene 2: Mailand/Cortina und seine Sportstätten
    Mit der Beschäftigung in Sachen Tickets habe ich zum ersten Mal wirklich mit den „Venues“ und Orten Kontakt aufgenommen. Ich war bis dahin davon ausgegangen, dass Mailand, Cortina und als Ausnahme Antholz die drei Standorte sind und natürlich sowas wie Predazzo und Tesero wohl „quasi neben Cortina liegen“, so wie Alta Badia auf der Rückseite von Gröden zum Beispiel. Nach besagtem Erkenntnisgewinn u. a. durch intensives Google Maps-Studium mit Entfernungen und Reisezeiten habe ich da erst erkannt, wie unfassbar zerstückelt das in Wirklichkeit ist. Und, wie wenig das mit dem olympischen Flair zu tun hat, welches ich damit verbinde bzw. mir davon verspreche. Das mag sehr naiv sein im Jahr 2026 und in einer durchkommerzialisierten, durch Politik verprägten Welt, in der wir leben. Aber dennoch ist es das, was Olympia für mich ausmacht und was Olympia nach mehreren Ausgaben, wo das nicht so war, in Paris perfekt gezeigt hat.

    Natürlich muss man immer im Winter andere Maßstäbe anlegen, weil Olympia dort kleiner und durch die Notwendigkeit, Berge zu integrieren, selten bis nie ausschließlich in Großstädten stattfindet. Es gibt (oder sollte ich sagen gab bisher) fast immer zwei Cluster:
    2002: Salt Lake City und Vororte (Eis) und Park City mit Umgebung (Berg)
    2006: Turin (Eis) mit Bardonecchia/Cesana/SanSicario (Schnee) und Sestriere (Schnee), was damals schon als „weite Wege galten“
    2010: Vancouver (Eis und am Hausberg Schnee) und Whistler (Schnee). Besser ging es nicht
    2014: Sotchis Kernstadt „Adlers“ (Eis) und Krasnaja Poljana (Schnee). Natürlich was das Skigebiet angeht eine absolute ökologische Sünde, aber eben eine Zweiteilung.
    2018: Gangneung (Eis) im Flachland und Pyeongchang (Schnee in Bergregion). Hier gilt dasselbe wie für Sotchi, ökologische Sünde, aber zweigeteilt. Leider insgesamt natürlich fast egal, weil nie ansatzweise Stimmung aufkam
    2022: Peking. Die Coronaspiele schlechthin, ware dreigeteilt, Peking (Eis), Yanqing (Schnee und Kunsteisbahn), Zhangjiakou (Nordisch und Freestyle). Da wäre zumindest in den drei Clustern ggf. Stimmung aufgekommen und einige Athleten berichten, dass selbst mit den Coronabestimmungen die Stimmung dort noch besser war als in Bormio oder Livigno.

    Ich habe ja in den letzten zwei Wochen schon viel zu den Orten und der Zerstückelung gesagt und ganz bewusst die letzten Winterspiele nochmal so explizit aufgelistet. Ja, das waren teilweise absolute ökologische Desaster, gerade die asiatischen Vertreter und Sotchi. Aber was die Wege und das Mischen von Athleten angeht, war das um Galaxien besser als das, was in Mailand/Cortina 2026 angesagt war. Alleine schon, dass es Mailand/Cortina heißt, ist wirklich eine Farce. Wenn Wettbewerbe in Bormio und Livigno dazugehören mit 5-6 Stunden Entfernung zu Cortina, wenn man um die 5 Stunden von Antholz („Rasen“ im erweiterten Namen ist da aber dann Programm) nach Mailand braucht, dann ist Olympia in der Form gestorben hinsichtlich allem, was ich daran gut finde in Bezug auf Flair und Stimmung. Was mich bereits vorab dermaßen abgeschreckt hat, wurde dann ja auch in den zwei Wochen ersichtlich und man kann es hier ausführlich nachlesen nicht nur von mir:

    Bormio isoliert und stimmungslos (siehe Neureuther und Strasser, genauso Odermatt), Livigno quasi nur mit Family & Friends im Ziel, sodass wie hier berichtet wurde am Ende weitere Tickets für 16 € verschleudert wurden, wenn man an einem Tag schon mal da war. Das sagt alles, wenn gleichzeitig Eiskunstlaufen bei 165 € aufwärts losgeht.

    Um nicht zu redundant zu werden: Diese Zerstückelung hat nicht nur mir die Entscheidung gebracht, nicht vor Ort aufzuschlagen, weil ich keine Lust hatte, mehr unterwegs zu sein als wirklich Sport zu sehen. Cortina bis Antholz ist in Ordnung, Livigno und Bormio aber ein olympischer Killer. Stattdessen alles in Cortina an Alpin, statt Livigno Innichen, theoretisch sogar Schanze in Cortina und Langlauf in Toblach – das wäre es gewesen. So hat sich Olympia wie eine erweiterte Aneinanderreihung von generischen Weltcups angefühlt vom Ambiente, das alles zerstört, was Olympia eben auch ausmacht. Dass der Skispringer zum Curling geht, der Langläufer zum Eishockey und der Freestyler zum Eisschnelllauf. Einzig die fünf Sportarten in Cortina hatten das und das ist das Ergebnis dieser grottenschlechten Entwicklung, alles immer weiter zu zerstückeln. Ich verstehe die ökologische Komponente, aber wenn ich höre, dass in Livigno die Ski- und Bordercrossstrecke neu gebaut wird, obwohl im viel näheren Innichen eine Weltcupstrecke (besser als die neugebaute in meinen Augen) steht, dann zieht das Argument nicht. Die ganzen Transfers von Akkreditierten von Cortina nach Bormio und Livigno hin und her darf man dazurechnen. Das war ganz großer Mist, hat für mich Olympia teilweise wirklich ruiniert und muss auch im Fazit nochmal hinsichtlich der kommende Spiele (leider) noch mal aufgegriffen werden.

    Ebene 3: Der Zeitplan und die Disziplinen
    Zunächst mal das Positive: Ich mag es irgendwie, wenn vor der Eröffnungsfeier schon mal ein kleines Grundrauschen unaufgeregt zum ersten Höhepunkt hinführt, dem Beginn mit der Eröffnungsfeier und dem Feuer. Curling und Eishockey bei den Frauen vorab angefangen hat meine bis dahin tatsächlich sehr geringe Stimmung durchaus gut aufgehellt und ich hatte Lust auf Olympia. Das war sehr gut.

    Ebenso gut ist die erste Woche, wo man wirklich einen guten Fluss an Sportarten und Entscheidungen hat. Da passiert viel und man bekommt viel zu sehen. Natürlich spielt da auch immer die Zeitzone eine Rolle, weil sowas wie Ski Alpin nahezu immer bei Tageslicht stattfinden muss. Aber das war schon in Ordnung. Was aber absolut desaströs war aus meiner Sicht, waren drei andere Dinge: Woche 2, der Zeitplan innerhalb eines Tages und manche Disziplinen/Sportarten.

    Zunächst zu Woche zwei: Die Herren in Bormio waren am Montag mit Beginn der zweiten Woche komplett fertig, finito, Ende. Das ist völlig indiskutabel in der Planung und macht Bormio zu einem noch isolierteren und mieseren Standort. Das geht gar nicht, vor allem wenn es mit „Herren sollten anspruchsvollere Pisten haben“ verargumentiert wird. Aber auch die Damen waren ja am Mittwoch schon fertig in Cortina. Damit entziehst du Woche 2 gerade hinten raus Highlights, die für eine komplett abflachende Kurve sorgen. Und das Ganze wird noch schlimmer, weil auch die Skisprung-Wettbewerbe als zweites Schnee-Flagship ebenso am Montag durch waren, wo dann auch noch im Superteam abgebrochen wurde. Das entzieht Woche 2 ab dann extrem den Reiz. Natürlich wurde es danach immer schlechter, sodass die ARD dann einfach irgendwann aufgegeben hat und statt (immerhin noch laufendem Livesport) zum Alltagsquiz für Renter und Zeitvergeuder abgegeben hat, um erst nach der Tagesschau 2 Stunden später weiterzumachen. Das sagt alles über Woche 2 aus und dringend muss hier nachgebessert werden.

    Was dann aber auch in Woche 1 sehr schlecht war, ist die zeitliche Abfolge innerhalb eines Tages. Das gilt für die gesamte Zeit. Nehmen wir exemplarisch mal Dienstag, den 10.2, also den Dienstag der ersten Olympiawoche. Da war um 13:10 Uhr das Shorttrack-Staffelfinale, um 13:24 Uhr das Langlauf-Sprintfinale der Frauen, um 13:30 Uhr das 20 km-Rennen der Herren im Biathlon, um 13:38 Uhr das Sprintfinale im Langlauf der Herren und um 14 Uhr der alpine Slalom der Witz-Kombination bei den Frauen. Das ist mal nur ein Tag rausgenommen und zeigt, wie unsinnig da Medaillenentscheidungen aufeinander prallen mit Ansage. Nur um dann bis 18:30 Uhr nur das Grundrauschen aus Curling und Eishockey zu haben, bevor nach 20 Uhr zu Primetime nur noch Skispringen und Eishockey kommt.

    Das ist ein Desaster und nicht nur, weil ich gerne möglichst viel live sehen möchte. Es ist ein Desaster, weil niemand, der sich für Wintersport insgesamt interessiert, das live sehen kann. Und darum geht es, Entscheidungen zwar in dichter Abfolge und auch mal, aber nicht per System und vor allem komplett unnötig, parallel zu haben. Wieso ist Biathlon nicht eine Stunde später? Wieso ist Shorttrack wie in Woche 2 nicht abends in der Primetime? Und so zieht sich das durch den kompletten Zeitplan. Innerhalb des Tages komplett unverständlich und dann innerhalb der zwei Wochen komplett unausgewogen. Was das dann für das TV heißt, kommt in Ebene 6.

    Und da komme ich zum letzten Kritikpunkt: Die Sportarten und Disziplinen, die dabei waren oder eben nicht. Auch hier wurde schon viel geschrieben, daher in Kürze, soweit möglich:

    – Es ist eine Frechheit, dass die NoKo der Frauen nicht Teil von Olympia war. Die Begründung nicht ausreichend diversifizierter Nationen und schlechte Quoten ist eine IOC-Räuberpistole. Die Ausgeglichenheit mit mehreren Nationen vorne dabei ist jedenfalls mehr ausgeprägt als im 2er-Bob der Herren, insgesamt alles auf der Kunsteisbahn eigentlich, mehr als der Herren-Langlauf (siehe exemplarisch die 50km der Herren) oder dem Aerials der Herren. Genauso absurd ist es, das mit „wir wollen die Frauen jetzt nicht hinzunehmen, wenn die NoKo dann ggf. ganz aus dem Programm verschwindet“. Was ein Quatsch, wenn es mit den Demonstrationssportarten immer so geschieht. Und für die muss man wie beim Skibergsteigen sogar noch eine Sportstätte bauen, waren die NoKo, einfach bestehende Ressourcen nutzt und man nicht ein Hütchen zum Abstecken zusätzlich braucht. Das ist für mich ein großer Skandal und vor allem hinsichtlich der dünnen zweiten Woche nicht nachvollziehbar. Man hätte super Die NoKo-Frauen mit einem Normalschanzenwettbewerb und einem Superteam mit 2 Teilnmehmerinnen wie bei den Herren antreten lassen können, oder als Mixed mit den Herren, die ja auch nur 3 Wettkämpfe haben. Dafür zieht man dann die Herren auf der Großschanze nach hinten in Woche 2 ganz ans Ende. Und macht ein verdammt nochmal NORMALES 4er-Skispringen der Spezialisten in Woche 2 am Ende.

    – Würde man dann die Ski Alpinen in Cortina komplett haben, hätte man natürlich einen vernünftigen Teamwettbewerb machen können. Und man hätte ggf. sogar eine gute Kombination gehabt, denn das, was die Alpinen da machen, ist der letzte Schrott und nichts anderes als eine Medaillenbeschaffungsmaßnahme für die großen Nationen. Das konterkariert die der Kombination komplett. Nein, klassische Kombination EINES Athleten und dann Ski Alpin an einem Berg, sodass es z. B. am Donnerstag oder Freitag von Woche 2 einen echten Teamwettbewerb geben kann. So ist Ski Alpin noch mehr als das Skispringen ein Weltcup, der nicht mal mit dem Saisonfinale oder der WM mithalten kann.

    – Und dann gibt es noch die absurden Sportarten, deren Zeit im Gegensatz zur Noko vorbei ist. Das sind Moguls und Aerials für mich. Wenn ich die NoKo-Frauen mit mangelnder Diversität an Nationen und schlechter Quote nicht einlade, dann gehören Aerials und Moguls aber mal direkt aus dem Programm geschmissen. Einst als hippe Freestlye-Disziplinen aufgenommen, haben längst Slopestyle, Big Air und Halfpipe übernommen und den Rang abgelaufen. Wenn dies die Kriterien sind, die das IOC nennt, gehören Moguls und Aerials sofort rausgenommen. Stattdessen kann man dann den Parallelslalom im Snowboard reinnehmen. Dass die nur den Parallel-Riesenslalom haben und sonst nichts, ist völlig absurd. Kein Mixed, keinen Parallelslalom, nein, einfach einen Wettbewerb und Ende. Und er wird dann noch bei den Frauen so angesetzt, dass eine Esther Ledecka, selbst wenn sie die 5 Stunden von Livigno nach Cortina irgendwie geschafft oder den Hubschrauber genommen hätte, nicht an beidem teilnehmen kann. Als Olympiasiegerin in beiden Disziplinen. Das ist abenteuerlich. Wenn man Alpin-Snowboard also nicht kicken will, dann nehmt den Parallelslalom dazu und setzt den in Woche 2 – wieder ohne echte Mehrkosten den Zeitplan etwas sinnvoll gefüllt.

    Stichwort sinnvoll: Davon gab es einiges, aber leider auch absolut sinnloses, mit dem der Zeitplan gefüllt wurde. Auch das hatten wir schon im Detail, aber jetzt nochmal zusammengefasst:

    – Mixed-Skeleton ist Unfug und ist auch eine reine Präsenz- und Medaillenbeschaffungsmaßnahme, um mit dem Rodel mitzuziehen seitens Bob- und Skelton. Nicht mal wie im Rodel mit dem Pad, was eine herausfordernde Aufgabe ist, nein, einfach wie bei der Alpinkombination einfach Zeiten addiert. Das ist Mist. Rodeln oder auch Bordercross-Mixed mit dem aufgehenden Gate zeitversetzt zeigt, wie man es macht. Warum es aber wiederum kein Skicross-Mixed gibt, bleibt wieder das IOC-Geheimnis. Das kann nur daran liegen, irgendwie Snowboard und Skicross halbwegs gleich viele Disziplinen zu geben. Aber warum dann kein Snowboard-Parallelslalom und ein Skicross-Mixed? Das wäre ausgeglichen und man hätte wieder was für Woche 2? Ich verstehe das einfach nicht.

    – Doppelsitzer Frauen im Rodeln: Es tut mir Leid, aber auch hier gilt wieder der NoKo-Vergleich. Bei so wenig Starterinnen und dann auch nur wieder die 5 Topnationen mit Chancen auf Medaillen ist das inkonsequent, dass sowas stattfindet. Alleine schon, dass eine mehrfache Weltcupsiegerin durch die Beschränkung auf ein Team pro Land nicht teilnehmen durfte, ist bitter. Keine Diversität, wenig Spannung – das reicht noch nicht, um bei Olympia dabei zu sein, wenn das die Argumentation ist. Wie kann Olympia mit Rodel beim Frauen-Doppelsitzer als Motivation und Disziplinpusher dabei sein, damit das wegen Olympia mehr Fahrerinnen ausüben, aber bei den NoKo-Frauen nimmt man die andere Argumentation beim Henne-Ei-Problem? Das ist grotesk und ich würde als Natalie Armbruster oder Kollegin die Ski an die Wand nageln.

    Aerials Mixed: Ich hatte ja schon auf das extrem dünne Feld von nur 4 Nationen mit je 3 Sportlern und das Kuriosum, dass Australien hier als einziges Team mit zwei Frauen und einem Mann antritt, verwiesen. Darüber hinaus reduziert man das Feld dann noch von 7 auf 4 für ein Superfinale. Um es komplett verrückt zu machen, gleicht man die “Difficulty” bei den Frauen und Herren offenbar mit einem Umrechnungsfaktor an, damit eben das „Problem“ wie bei Australien ausgeglichen wird. Denn Männer haben durch mehr Kraft und damit mehr Höhe die schwierigeren Tricks, das ist ja bei Halfpipe und Slopestyle und Big Air genauso. Jedenfalls hat es Australien sogar bis in dieses 4er-Finale geschafft, geht dann aber auf Platz 4 leer aus. Auch hier sind wieder Schweiz, China und USA die Abräumer. Wenig Nationen, extrem wenig Teilnehmer, keine TV-Präsenz und keine Quote und ein absurd komischer Mixed-Modus. Also das ist weder verständlich, noch zeitgemäß noch hat das was bei Olympia zu suchen in der Form. Wichtig, wie für alle Aussagen: Das soll natürlich zu keinem Zeitpunkt irgendwie die Leistungen der Athleten schmälern. Darum geht es aber ja auch nicht.

    Ebene 4: Das Sportliche
    Der deutsche Fokus ist natürlich auf die Kunsteisbahn gerichtet und die Dominanz, die „wir“ da, aber auch nur da haben. Da ist und bleibt die Frage, was da durch das FES-Material rausgeholt wird. Da gab es gerade beim Bob einige Fahrten, wo man den Eindruck von Autoscooter oder Destruction Derby hatte, aber dennoch der ÖR-Kommentator sein geliebtes „BAAAAAAAAAAHNREKOOOOOOORD“ nach der Fahrt brüllen konnte. Natürlich kann es auch daran liegen und wird es auch, dass Deutschland 3, bald wieder 4 Kunsteisbahnen hat, 8-10 andere Länder wenn überhaupt je eine und der Rest der Welt 0. Man kann hingehen und sagen, dass dafür andere Länder eine Halfpipe haben und Deutschland nicht. Aber dennoch bleibt, dass der deutsche Erfolg in der Eisbahn liegt, während andere Kernsportarten des Winters ziemlich schlecht abschneiden.

    Skispringen hat durch das Gold von Raimund natürlich alles rausgeholt. Genauso ist man zweimal ganz knapp auf Platz 4 hinter den Medaillen gelandet (Mixed und Superteam-Abbruch). Dennoch ist das Skispringen gerade bei den Frauen durchaus zu hinterfragen. Eine Selina Freitag, die im Weltcup gut dabei ist, hat keine Chance bei Olympia, die anderen auch nicht. Bitter ist da natürlich Katharina Althaus im Schnee und Wind verweht, den zweiten Durchgang verpassend, als tragische Figur zu nennen. Schlimmer trifft es aber das quotenmäßig gelobte Land, also Biathlon. Der Michel schaltet auch mittwochs unter der Woche zum Weltcup ein, wenn die Athleten zum Kleinkaliebergewehr greifen, oder rennt vor Ort den Veranstaltern die Bude ein. So weit, so gut. Aber erfolgstechnisch, obwohl so viel Geld auch durch Sponsoren und Medienpräsenz vorhanden ist, war das eigentlich gar nichts. Es gab eine Bronzemedaille, weil die dominanten Teams eben auch nur eines stellen konnten – gemein formuliert. Aber ansonsten war auch eine Franziska Preuss am Ende eben hinten dran bis chancenlos. Einen Philipp Horn würde ich aber definitiv, auch wenn es Platz 4 ist, als Erfolg verbuchen. Im Gegenteil dazu die Staffeln, die nun mal Preuss bei den Frauen vermurkst hat (spätestens sie), und bei den Herren nie eine Chance auf eine Medaille hatte von den Zeitabständen. Das ist zu wenig und man muss da auch die Trainingsmethoden (also die, die legal sind) hinterfragen. Wie kann es sein, dass ein Wolfgang Pichler die Bulgarinnen mit einem Bruchteil des Budgets plötzlich so nach vorne bringt. Doping allein kann ja nicht die Erklärung sein, wenn Pichler vom DSV nicht gewollt ist, weil er zu hart trainieren lässt. Da muss man die Frage stellen, was das auch für ein Wohlfühlnest im Biathlon existiert, weil man auch so wie es aktuell läuft, gut verdient und die Quote stimmt. Mein Eindruck ist, dass man sich da ausruht wie einst beim Skispringen, als nach Schmitt und Hannwald plötzlich ein hartes Loch kam. Dann muss ich aber auch als DSV die Erwartungshaltung anpassen und nicht von Medaillen reden, die selten in Reichweite waren mit Blick auf dominante Franzosen und Norweger.

    Dann kommt da Langlauf: Es gab eine Medaille im Teamsprint der Frauen, worüber man sich sehr freuen darf. Aber ansonsten kann auch der dauergrinsende Peter S., seines Zeichens Bundestrainer und seit Jahren verantwortlich, das nicht mehr nur abtun. Der deutsche Langlauf ist gerade bei den Herren extrem weit weg von der Weltspitze und hat dann noch die Thematik Victoria Carl bei der Athletin, die erfolgreich ist / war. Das ist viel zu wenig und auch hier muss man mal überlegen, was eigentlich die Erwartungshaltung sein soll und inwieweit der Bundestrainer das erfüllt. Ich denke, das tut er nicht, so sympathisch er auch ansonsten wirkt.

    Eisschnelllauf und Shortrack: Über den Pechstein-Mann und seine Machenschaften beim Eisschnelllauf-Verband ist alles bekannt. Der muss dringend abgesetzt werden und die Strukturen wieder in normale Rahmen gepackt werden. Das ist ja ein absolutes Unding und mal eine von Seppelts Investigativrecherchen, die wirklich handfest ist und etwas bewegt (hoffentlich). Denn man hat mit Leuten wie Sonnekalb zumindest mal wieder leichte Hoffnungen, dass da jemand wieder erfolgreich sein kann. Dabei muss man Platz 8 bei den Frauen über 500 m durch Sophie Warmuth zumindest mal anerkennen. Sowas geht ja im Gesamtgemenge komplett unter. Zum Shorttrack muss man hingegen nichts mehr sagen. Das ist einfach traurig, dass Deutschland nicht mal eine einzige Person zu Olympia bringt, nach dem es in Dresden Weltcups gab, bis vor Kurzem. Da geht es ja nicht um Medaillen, aber präsent zu sein darf doch auch ein erstes Ziel sein.

    Freestyle: Hierzu zähle ich Aerials, Moguls, Slopestyle, Halfpipe und Bigair. Bei den Herren war da weitestgehend Fehlanzeige angesagt. Was echt traurig ist. Eine sich selbst finanzierende Emma Weiss beim Aerials, die sich sichtbar freut, es so zu Olympia geschafft zu haben, ist das, was grandios ist. Das ist, unabhängig der Aussagen zur Sportart selbst bei Olympia, eine große Leistung und gerade dann fällt es mir schwer, Biathleten zu feiern oder deren Gesamtwerk anzuerkennen; zumindest mehr, als es am Ende dann doch war bei allem verdienten Respekt, wenn solche Personen als 1-Frau-Team das irgendwie hinbringen und Platz 11 belegen. Mir nötigt das im Gesamtkontext jedenfalls mehr Respekt ab, weil das eben auch vor allem Olympia ist. Eine Annika Morgan hat natürlich mit Platz 4 und so knapp vor Bronze Pech gehabt, andererseits muss man sagen, dass das so auch äußerst begünstigt war durch die Stürze anderer, die eigentlich stärker sind als sie. Aber: Sie hat es runtergebracht, als es bei Olympia zählte. Also ist das mehr als gerechtfertigt. Aber auch hier so wenige und selten bis nie konkurrenzfähige Starter zu haben, ist auch schwach. Das mit den fehlenden Trainingsbedingungen kann man auch kaum gelten lassen, denn von Lindau nach Laax in der Schweiz, wo exorbitant gute Trainingsmöglichkeiten herrschen, sind es mit dem Auto nur 1,5 Stunden. Oder wie man bei diesen Spielen sagen kann: Dreimal nach Laax aus Lindau oder einmal Livigno-Cortina… So allein kann man das also nicht stehen lassen.

    Natürlich kann man insgesamt den Ansatz fahren, nur in ausgewählten Sportarten präsent, dann aber richtig gut zu sein. Aber dann sollte man das bitte auch machen. Außer dem Eiskanal ist das nirgends der Fall. Im Biathlon hat man spätestens mit dem Rücktritt von Preuss überall den Anschluss an dauerhafte (!) Podestplatzierungen in Regelmäßigkeit verloren bei Frauen, bei den Herren sowieso. Im Langlauf ist man davon auch weit entfernt bis auf ein paar Ausnahmen, Skispringen ist es ein auf und ab und im Alpin bringt man die Leistungen zumindest, wenn es drauf ankommt, nicht hin. Was bei Lena Dürr natürlich absolut brutal und herzzerreißend war, aber auch bei Strasser gilt das ja. Das ist also auch mit der Attitüde, dass man nicht überall gut, sondern nur ausgewählt richtig gut sein will, zu wenig. Die Hoffnung ist hier natürlich die jung Emma Aicher, die vielleicht auch ein etwas anderes Vorbild sein kann mit ihrer erfrischend ehrlichen, nicht-medienpolierten Art.

    Ebene 5: Das Drumherum
    Mir hat das wie gesagt nicht gefallen mit der Zerstückelung, weil dadurch das dringend benötigte olympische Flair gefehlt hat. Man mag es altmodisch nennen, aber es gehört für mich eben dazu, dass an möglichst wenigen Orten (=2 Cluster maximal idealerweise) die Athleten zusammenkommen und sich treffen. Das war aber nicht gegeben bis auf in kleiner Form in Cortina. In Mailand beispielsweise, wo ja auch mehrere Sportarten waren, war für mich NIE irgendein olympisches Dorf erkennbar oder ein Sozialleben in diesem. Das war die sterile Großstadt fernab der Berge.

    Das begann in Mailand ja auch schon bei er Eröffnungsfeier, wo man zwar aus der Not der Zerstückelung heraus noch das Beste gemacht hat mit vier Clustern, wo man dann für die dortigen Einläufe hin geschaltet hat. Aber wenn ich selbst da nicht mal hinbekomme, dann alle zu haben, sodass die alpinen Herren in Bormio nicht einlaufen konnten dort, oder Antholz für sich den erweiterten Weltcup feierte, ohne dass das zugeschaltet wurde, sagt das schon alles über das Stückwerk, mit dem man diese Krücke da versucht hat zu bespielen. Vollends grotesk wurde es aber natürlich, wenn mangels Masse in Mailand irgendwelche Schauspielerinnen die Fahnen und Schilder der Nationen reintragen, weil der eine Athlet des Landes, der teilnimmt, leider im Langlauf, also Predazzo/Tesero oder jwd in Livigno weilt. Das ist an Erbärmlichkeit nicht mehr zu überbieten, wenn das eigentlich der Einlauf der Nationen, der Athletinnen und Athleten sein soll. Das war für mich grauenvoll.

    Aber ich fand auch die gesamte Eröffnungsfeier schlecht. Ja, man kann über Opernteile schlecht streiten, weil Kunst Geschmackssache ist. Was ich aber bei einer Feier erwarte ist, dass man zwar Kunst und Kultur des Landes zeigt, aber immer den Bezug zum Ereignis, einem internationalen Sportfest, wahrt. Hier hatte ich aber mal wieder den Eindruck der ignoranten Selbstverwirklichung, den irgendein ein Intendant dort für sich und seine Untergebenen umgesetzt hat – losgelöst nicht von der Erde, aber zumindest von dem, was eigentlich wichtig wäre bei so einer sportkulturellen Melange.

    Um direkt die Schlussfeier von gestern mitzuverarbeiten, damit das schnellstmöglich abgehakt werden kann: Grauenvoll, was aus dem für sich genommen ikonischen Amphitheater zu Verona gemacht wurde! Erstens hatte Verona zu Recht gar nichts mit diesen olympischen Spielen zu tun und war allein deshalb schon kompletter Unsinn. Zweitens hat man in der Art, wie die Show war, wirklich alles von dem genommen, was dieses Monument der Antike ausmacht. Eine Bühne so zu bauen, dass 1/3 der Arena nicht genutzt werden kann, dann eine Show, die wieder viel zu viel schwermütiges Opern-Italien zeigt, was in der Summe völlig übertrieben ist und das Gegenteil davon, was gerade der Abschluss bieten soll: Ein rauschendes Fest zum Abschied. Zusätzlich zum schwermütigen Opernteil, dazu noch mit Schalte extern zum Orchester, die jeden Restfluss da vor Ort aus dem Programm nimmt, kommt dann der nutzlosem Storyteil von Beginn an, gepaart mit belanglosem modernen Getanze, wo man auch als Kulturempath die Frage stellen muss, ob das nicht auch die Tanz-AG der Gesamtschule Herne-Eickel, eingemeindeter Orteils Wanne hinbekommen hätte. Ja, das ist natürlich polemisch, aber das gehört da nicht so exzessiv hin, genauso wenig wie die Athleten nicht in die unteren Ränge der definitiv nicht ausverkauften Arena gehören, sondern in den Innenraum! Zusammengewürfelt, feiernd, enthusiastisch. Highlight, um wenigstens etwas Positives zu nennen, waren die beiden Siegerehrungen. Auch wenn mir unklar ist, wieso die 50 km bei den Herren vom Vortag auch noch da gemacht wurden, aber Bob vom selben Tag nicht. Vermutlich hatte man im ohnehin schon trostlosen Tesero bereits alle olympischen Bordsteine zusammengeklappt. Hier hätte ich mir aber dann aber in der Arena genau die Athleten aller Sportarten, also die wenigen, die den weiten Weg nach Verona überhaupt noch auf sich genommen haben, drumherum um das Podest gewünscht, nicht nur Coventry und Eliasch von dem man nicht weiß, wer unsympathischer ist (Hinweis: Es ist im Zweifel Eliasch natürlich).

    Kurzum: Verona war von all den schlechten Standortentscheidungen wirklich nochmal eine Nummer schlimmer und komplett deplatziert. Man hat es an der geringen Beteiligung der Athleten und der sichtbar nie aufkommenden Stimmung gesehen. Als dann die beiden DJs irgendwas euphorisches am Ende gespielt haben, zuckten zwar ein paar Athleten, die die Kamera gerade notdürftig eingefangen hat, bemüht mit den Armen zum Beat, aber am Ende war das auch nur passend zur rigolettischen Tragödie, die da sonst gespielt wird. Oder anders formuliert: Auf den jüngsten Verdi-Demonstrationen in Deutschland ist mehr Stimmung gewesen als bei diesem per-verdierten Möchtegernzeremoniell zur falschen Zeit am falschen Ort.

    Ebene 6: TV-Berichterstattung
    Ja, auch das muss noch kurz (…) behandelt werden. Es ist auch für mich die sechste Ebene, aber gerade, weil es ob der genannten Gründe nicht möglich oder gewünscht war, vor Ort zu sein, bleibt dann nur der TV- bzw. mediale Berichterstattung. Und ich beginne mit etwas Positivem! Über die ÖR-Streams konnte man sehr viel, wenn auch nicht alles sehen. Das ist aber dennoch sein super Angebot, vor allem wenn es sich offenbar deutlich vom ORF oder SRF absetzt, nach oben hin. Und wem das nicht reichte, der konnte für 4,99 € bei Discovery/HBO/Eurosport oder wie auch immer die nun gerade heißen wirklich dann alles inklusive Trainings sehen, meistens mindestens selbst die mit englischem oder niederländischem (warum auch immer so oft) Kommentar. Das war schon super und dazu hat mir der Multiview sehr geholfen, den Eurosport und auch das ZDF (erstmals?) angeboten haben. Das klingt ja nicht so schlecht, war es auch nicht.

    Aber es gibt eben auch noch das gut alte Farbfernsehen in linear. Und auch wenn ich auf mich bezogen natürlich mehrere Screens und Streams und mute/entmute beherrsche und damit klarkomme, sehe ich die linearen Übertragungen aus der Perspektive des normalen Zuschauers, der mal einen Stream anmacht, aber ansonsten linear schaut. Ich verstehe dabei, dass die ÖR-Sender beide auf die Tatsache eingehen, dass der gemeine Lifestyle-Freizeit-4-Tage-Woche-Arbeitnehmer Montag bis Freitag erst um 16 Uhr nach Hause kommt und man dann irgendwie denkt, den „auf den Stand bringen zu wollen“. Aber ist das wirklich nötig? Wo eh in jeder Nachrichten-App von SpoN über Blöd bis zu vermeintlich seriösen Medien alles gepusht wird, was bei drei mindestens auf selbigem Platz gelandet ist? Gerade wenn man ab dem Zeitpunkt noch dutzende Male in den Nachrichten davon erfährt inkl. Bildern? Oder sollte man vielleicht auf Grund der genannten Zeitplan-Missstände innerhalb eine Sendetages wann immer es geht und ansatzweise sinnvoll ist, dem Livesport Vorzug gewähren – auch linear? Ich sage ja, das sollte man – im Interesse des durchschnittlichen Zuschauers.

    Es ist in gewisser Weise tragisch, das ausgerechnet die Bild das statt des Livesports häufig zugemutete und natürlich zu mutende Geschwafel ebenso kritisiert. Zumal dieses Blatt sich während Olympia mit teilweise noch ekelhafteren und würdeloseren Überschriften in Bezug auf die Leistungen bei Olympia deutscher Athleten geäußert hat. Aber leider in diesem einen Punkt gebe ich dem Autor oder wer auch immer das da für die geschrieben hat auf die Seite, Recht. Ich brauche auch linear keine KmH, die großmütterlich mit “Oh“-, „Uh“-, „Och Mensch“-Seufzern ihre Anteilnahme an was und wem auch immer in endlosen Gesprächen zur besten Sendezeit kundtut, während parallel ein Deutscher im Eisschnelllauf live seine Leistung bei Olympia abliefert oder im Curling ein spannendes Spiel in ein Extra-End geht. Das sind wir gerade Jessy Wellmers respektloses Geduze losgeworfen, schon wird KmH auf ihre erfahreneren Tage doch konstant unerträglicher leider.

    Währenddessen man lieber in der ARD mit einer auf der Fremdschamskala bei -100 anzusiedelnden „Snowcial Media“-Expertin samt Tablet in der Hand teils tagealte Curling-Shorts von Saugrobotern und Katzen darauf zeigt, könnte man halt einfach dieser Sportart wirklich gerecht werden, indem sie verdammt nochmal statt so einem volksverdummenden Nonsense live zeigt. Weil sie gerade live stattfindet; auch linear, nicht nur im Stream. Niemand braucht das belanglose Geschwätz, was dann in der Konsequenz zusammen mit den – gerade in der ARD – schlimmen und viel zu langen Unterbrechungen für die Tagesschau dazu führt, dass man sich über mehr als eine Stunde durchkonserviert, um irgendwie das verpasste halbwegs einzurunden. Um häufig genau dann, wenn man endlich live wäre, rauszugehen. Nur um so wieder den nächsten Livesport zu verpassen, der dann konserviert von einem plötzlichen super-Experten im Freestyle dank auktorialem Wissen begleitet wird später.

    Da sind dann plötzlich Kommentatoren, die wenn sie mal live Snowboard- oder Ski-Freestyle kommentieren müssen nicht über ein „stylischer Run, die Zuschauer jubeln, mal sehen, was die Judges sagen“ hinauskommt, auf einmal mit konservigem „Misty 7 mit Japan-Grab“-Fachwissen um die Ecke kommen. Das braucht niemand und hilft weder dem Zuschauer noch der Sportart und wird den Athleten als letztes Gerecht. Und das gilt ja genauso auf der heißgeliebten Eisbahn, falls jemand das Argument bringen möchte, dass diese Freestlye-Wettbewerbe nur alle vier Jahre gezeigt werden (warum eigentlich) und es sich nicht lohne, dafür den Kommentator extra zu schulen. Aber auch auf der Eisbahn, wo niemand außer echten Experten beim Rodeln die Tausendstel sehen kann, gerade wenn das Material wieder so viel wett macht, gilt diese Live-Kommentar/Konservenkommentar-Schere meisten. Meistens, weil ich hier den neuen ZDF-Mann ein bisschen mehr loben möchte. Aber meistens wird sich dann doch live von Zwischenzeit zu Zwischenzeit gehangelt, bis man im Ziel entweder BAAAAAAAAAAHNREKOOOOOOOOOOORD rufen oder Rätselraten betreiben kann, woran es denn lag.

    Und nein, das ist nicht wie man denken könnte damit ein Beleg FÜR Konserve, weil man so wenigstens etwas mitbekommt. Es ist ein Zeichen dafür, dass man die vorhandenen Experten sinnvoll einsetzten sollte. Wieso steht eine Jamanka für kurze Vorberichte und den Nachlauf bei Lufen, der dann eh die ersten Interviews führt mit ihr nur wortlos daneben, statt den Kommentator mit fachlicher Expertise zu unterstützen? Wieso wird ein Bene Mayr als ZDF-Experte bezahlt, nur um dann meist in homöopathischen 5-10-Minuten-Konservenblöcken vergangene Läufe nachzukommentieren, während der Gesamt-Stream (dann schau doch den Stream, wenn du alles live sehen willst!) eben nur – vom anderen Sender kuratiert – von Julius Hilf(los)enhaus „begleitet“ wird. Da wäre manchmal selbst unkommentiert besser, weil man da ggf. noch den Stadionsprecher hört, bei dem man mehr mitnehmen kann. Und das ist explizit nicht eine Kritik an Hilfenhaus, obwohl ich mir manchmal wünschte, dass ein bisschen mehr Ahnung schon nett wäre. Er gibt sich alle Mühe, aber das ist schon wirklich nichts gewesen teilweise. Gerade weil ein Norbert Galeske auch nach 40 Jahren in der Eisbahn keine Fehler erkannt hat, wäre mir wichtig, dass die Experten auch zu ihrer Expertise während des Livesports kommen, dadurch einen Mehrwert bieten und den Kommentator nicht Fremdschammomente produzieren lassen.

    Der o. g. und kritisierte Zeitplan mit den unnötigen Zeitkollisionen führt dann nicht nur für die Multiscreen-Zuschauer zu unnötiger Hektik, sondern überfordert offenbar auch regelmäßig und mit Ansage die aufgeblähten und mindestens gefühlt in den 90er-Jahren hängengebliebenen TV-Anstalten wie ARD oder ZDF. Da gibt es eine Regie mit zehn Assistenten, drölf Tonabmischern und zwei Assistenten, die Pätrick Kaffeezieher das Wasser… (sorry, falscher Rant) die mit dem Studio kommunizieren, und es kommt niemand auf die Idee, dass genau diese altbackenen Strukturen dafür sorgen, dass man nicht agil genug ist? Wie kann es sein, dass 16-jährige Streamer in 4k und Multiscreen-Setup bei vernünftigem Ton live von einem Minigolfplatz auf Madeira ihre Session auf Twitch streamen, aber ARD und ZDF nicht oder nur schwer in der Lage sind, schnell zwischen 2-3 verschiedenen Ereignissen hin und her zu schalten? Das kann und darf nicht sein und wenn es so ist, dann läuft doch etwas gewaltig schief.

    Ich befürchte, dass nicht das oft hier in den letzten zwei Wochen angeführte Argument, der allgemeine ÖR-Zuschauer würde diese Art der Begleitung wünschen und es sei egal, ob etwas live ist oder nachgereicht, stimmt. Ich behaupte vielmehr, dass es die viel zu starren und verwasserkopften Strukturen bei ARD und ZDF sind, die viel zu langsam Entscheidungen treffen können. Daher geht man den sichereren Weg: Biathlon mit elogenhaften Vorberichten, weil man trotz Sparmaßnahmen ja einen Moderator und Experten dort vor Ort hat und einen weiteren im deutschen Studio, dann das Rennen, dann ausführliche Nachberichte mit “Dexi” am Puls der Mixedzone, dann erst eine Konserve vom parallelen Event, davon ein Interview, nochmal Biathlon mit einer weiteren Stimme, dann Einrunden, etc. Alles schön langfristig planbar und in seiner Tranfunzeligkeit so bieder, dass es sich zum einen nicht von einer normalen Weltcupentscheidung unterscheidet und zum anderen dafür sorgt, dass der Michel alleine dadurch einschläft und gar nicht mitbekommt, ob da gerade etwas live oder aufgezeichnet läuft, falls der Praktikant das “live”-Insert mal wieder nicht akkurat ein- oder ausblendet. Dazwischen kommt dann eben noch die seufzende KmH als Aufweckprogramm zum 5-o’clock-Tee, wo der sich wieder aufraffende Michel mit seiner Michaela (Nichtshiffrin) neben sich auf dem Sofa über die heutige Farbe des Norwegerstrickpullis sinnieren kann, was die beiden daran erinnert, dass irgendwo im Keller noch die Waschmaschine fertig ist. Das eh gerade statt Livesport, der im Zweifelsfall fehleranfälliger ist als das Stehendschießen mancher Biathleten, irgendein vorproduziertes, schon zehnmal versendetes Feature mit Neureuther auf einem rosafarbenen Flamingo oder Alexander Ruda beim Stricken mit dem kanadischen Biathleten die Sendestrecke maximal sicher macht, kann Michaela das sogar ideal für einen Toilettengang nutzen, während der Michel die Waschmaschine ausräumt. Vielleicht muss ich das ja auch einfach als Serviceleistung sehen, wo schon WiSo und Co. während Olympia ausfallen.

    Um mal wieder aus der Polemik raus ernst zu werden: Ich widerspreche vehement allen hier, die sagen, dass dieser Weg des geringsten Fehlerpotentials die Messlatte ist und das darstellt, was die Mehrheit will. Das ist einfach eine feige, den nichtagilen Strukturen von ARD und ZDF mit zu vielen Zwischenebenen mit Entscheidungsträgern und vermutlich unendlichen Redaktionsmeetings, die dann den Ablauf a priori schon maximal festzurrend, Rechnung tragende Konsequenz. Das Paradebeispiel ist Jochen Breyer, der Anna Seidel erklärt, dass im Redaktionsmeeting lange darüber diskutiert wurde mit vielen Personen, ob er nun dieses Gummiband als Trainingsform des Shorttracks im Studio testen und vorführen solle oder nicht. Wenn ein blödes Gummiband schon so eine Diskussion auslöst, war die Sparkasse bei der Entscheidung, dass man doch lieber die ollen Fähnchen nimmt, ja doch schon sehr weit fortgeschrittenes Lean Management.

    Mir wurde ja oft vorgeworfen, es gäbe ja die Streams und ich könne doch alles schauen. Und ich habe immer geantwortet, dass ich mir natürlich in dem Fall zu helfen weiß, aber es mir nicht um mich sondern um die geht, die aus welchen Gründen auch immer auf das lineare Fernsehen angewiesen sind. Und das hat so klare strukturelle Schwächen, dass es schmerzt, wie im Zuge dieser aus meiner Sicht berechtigten Kritik die vielen guten Kommentatoren und guten Experten inkl. der positiven Entwicklungen (Stichwort Verjüngung gerade beim ZDF klappt doch recht gut) fast hinten runterfallen. Linear fand ich teilweise auch die Konferenzen des ZDF mit Livesport sehr gut. Das möchte ich explizit erwähnen und das soll auf keinen Fall hinten runterfallen.

    Gerade WEIL es diese Konferenzen aber teilweise gab (in der ARD eher nicht, die fand ich meistens deutlich bis sehr deutlich schlimmer), zeigt es mir umso mehr, dass man es könnte und offenbar auch dem Publikum zumutet. Daher die Frage, wieso es sie nicht immer gab. Dadurch ist nämlich keine Verlässlichkeit entstanden, es war mal so und mal so und total inkonsequent. Und da ist meine Antwort: Es ist viel einfacher, den tranfunzeligen Ablauf von oben zu wählen, statt am Puls des Livesports zu sein und dann die Interviews und Features, die ihre Berechtigung ja oft haben, in der Zeit zu bringen, wo zwischen 16 und 18 Uhr eher wenig los ist – oder eben abends. Gerade da wird zum Nachteil, dass man nicht mit dem Studio vor Ort ist, aber dazu gleich mehr.

    Ein Wort nämlich erstmal noch zu Eurosport: Linear habe ich das fast nie geschaut, nur, wenn die ARD-Pause zwischen 19:40 und 20:15 Uhr teilweise zu lang war. Aber da sie dort den ziemlich unpassenden Hambüchen zu der Zeit mit Birgit Nössing sitzen hatten, der nichts wirklich Sinnstiftendes beizutragen hatte, bin ich da in der Regel bei den Streams gewesen in der Smart-TV-App oder im Browser bzw. am Tablet. Das hat auch sehr gut funktioniert, vor allem der Multiview mit der Option, die Tonspur der Kachel schnell zu wechseln oder auch auf Vollbild zu stellen (das hatte der ZDF-Multiview bei mir nicht). Außerdem gab es einen Medal-Alert, wo beim Freestyle einmal “letzten 5 beim Bob starten jetzt” kam, und man direkt da hinspringen konnte. Ja, ich weiß, Aple hatte diese Raketentechnolgie schon ewig, aber für mich war das neu und super nützlich ;-)

    Vor allem bei den Freestyle-Wettbewerben war Eurosport maximal überlegen. Da haben sie halt mit dem Kommentator Nico Zacek schon jemanden, der das seit Jahren macht und aus der eigenen Erfahrung heraus schon alleine das perfekt begleiten könnte. Dass dann im Snowboard noch ein Alex Schwan dazukommt, lässt es sogar fast schon zu nerdig werden, aber das ist dennoch die klar bessere Begleitung dieser Wettbewerbe gewesen. Bei Biathlon oder Eiskunstlaufen darf dann die persönliche Präferenz darüber entscheiden, ob man pro oder contra Siggi Heinrich ist, oder er so ganz langsam auch den Zenit seiner Eloquenz überschritten hat. Letztlich ist noch anzumerken, dass Eurosport auch linear im Vergleich zu den ÖR-Streams ein Delay von 10-20 Sekunden hatte teilweise. Und das ist dann schon wirklich sehr viel. Aber für 4,99 € keine falsche Investition während Olympia und davor den Australian Open.

    Wie angekündigt eben noch eine Sache, die anzumerken bleibt: Die Sparmaßnahmen haben ARD und ZDF weitestgehend zum Senden aus Deutschland gezwungen. Damit war auch auf der Ebene alles, was Olympia ausmacht, nicht da wie sonst. Wenn in Paris eine (da sehr gute) KmH mit den Triathleten auf dem Sofa sitzt 200m entfernt von dem Ort, wo sie Gold gewonnen haben mit Schwenk raus aus dem Studio in Richtung Seine ist das etwas anderes, als wenn die Moderatoren im sterilen Studio auf einen Monitor schauen, wo aus Mailand/Bormio/Livigno/Cortina/Tesero/Predazzo/Antholz gerade ein Medaillengewinner zugeschaltet ist. Das hat was von Heute Journal oder Tagesthemen, wo Armin Coerper aus Moskau oder Sophie von der Tann aus Tel Aviv zugeschaltet wird. Sparmaßnahmen schön und gut und richtig, aber wieso hat man nicht wenigstens öfter die Schalten zu Neureuther gemacht, der da direkt neben sich Franjo von Allmen stehen hatte? Oder Claus Lufen, der mit Neureuther und Tabor plötzlich in einem Obergeschoss neben dem Schweizer Haus sitzt in Cortina am letzten ARD-Tag? Wieso hat man so einen erfahrenen Mann wie Lufen nicht öfter da hingesetzt und wenigstens die Cortina-Leute dort interviewt? Zur Not stellst du ihn wie Neureuther einfach vor das Schweizer Haus und interviewst da, eben ohne Studio. Wieso hat man nicht mal einen Lufen vor die ikonische Curlinghalle gestellt und dort einen Aufsager machen lassen, bevor man in die Halle rein gibt? Auch mit den geringeren Ressourcen hätte man zumindest die gefühlte Wintersport-Abspulstation wie bei beliebigen Weltcupwochenende in der Winterzeit durchbrechen können mit diesen kleinen Maßnahmen. Auch hier passte die sterile Art des Abarbeitens zur Zerstückelung dieser Spiele. Wenn Breyer im Studio Mainz vom Alpin in Bormio zum Biathlon in Antholz gibt mit den dort jeweils vorhandenen Moderationsstationen, dann ist es auch egal, ob das nun Olympia ist oder ein beliebiges Wochenende. Da rettet dann der ikonische Sprung der Stelvio im gleißenden Sonnenlicht, so genial er auch ist, nichts bei mir.

    Was ich mir gewünscht hätte:
    – Mehr Livesport linear
    – mehr Konferenzen ohne Studio im fernen Deutschland, das den Fluss der Situation durchbricht
    – mehr Experten in der Kommentierung, nicht nur im Vor- und Nachlauf
    – ggf. ein gemeinsames Nutzen mancher Experten von ARD und ZDF in selten gezeigten Sportarten (Stichwort Synergien, Bingo!), sodass man auch die eh vorhanden Personen nicht nur für 5 Minuten hört, sondern im Stream. Also z. B. einen Bene Mayr linear, wenn er dran ist und ansonsten sowohl an ARD und an ZDF-Tagen die ganze Zeit im Stream. Das wäre eine Aufwertung oberster Güte und kann auch nicht teurer sein als ihn nur für 15 Minuten Gesamtzeit nach Mainz zu beordern
    – Features in die ruhige Zeit, nicht wenn Livesport kommt
    – Interviews möglichst vor Ort (Lufen, Neureuther, Ruda, etc.) und nicht aus dem Studio
    – nach dem letzten Livesport nochmal eine sinnvolle Tageszusammenfassung abends, wo auch alles genannt wird, was am Tag passiert ist und auch mal eine Zwischentabelle vom Curling gezeigt wird nach dem Spieltag, etc. Quasi eine kurze Highlightsendung auch mit dem, was vorher nicht Thema war und nicht nur dem hundertsten “Vonn ist gestürzt” und “Preuss, die Franzi, in ihrem letzten Rennen”. Manchmal wurde noch laufendes Curling oder Eishockey nicht mal erwähnt linear, sodass man noch in den Stream hätte wechseln können als reiner TV-Zuschauer.

    Gesamtfazit mit Bewertung
    Was die Orte angeht, fällt meine Bewertung geteilt aus:

    – Cortina: Note eine glatte 1, das ist Winterolympia, wie es sein soll. Ein pittoreskes Winterstädtchen mit ikonischen alten Anlagen wie der Curlinghalle, aber auch kritikwürdigen Neubauten wie der Kunsteisbahn, die zu Diskussionen anregt. Und mit vielen Athleten samt olympischen Dorf und Flamme.

    – Mailand: Note 3. Nicht falsch an sich, aber für mich nicht nötig und im Gegensatz zu Turin 2006 viel zu weit weg als „Eiscluster“, obwohl es damals schon angeblich weite Wege waren. Heute wäre man froh darüber. Ich behaupte, dass man zur Not mit Einbeziehung von Bozen, Brixen und Toblach irgendwie auch Eishockey, Shorttrack, Eiskunstlauf und Eisschnelllauf gut in Cortina und Umgebung hätte unterbringen können samt Leuten, die es dazu braucht. Halt ohne 14k-Halle, aber dafür authentischer. Die Probleme mit der Halle und dem Eis sind natürlich peinlich. Was fehlte in Mailand war aber vor allem irgendwie trotz immerhin vier Sportarten wenigstens zwischen diesen ein olympisches Gefühl, das Cortina hatte. Das Mailand-Cluster wirkte steril und auch innerhalb der Stadt alle drei Sportstätten isoliert mit dem Charme des Industriegebiet-1.000er-Tennisturniers in Madrid.

    – Bormio, Note 5: Alles gesagt, Stelvio hin oder her, raus damit und alpine Herren auch nach Cortina auf die Tofana. Skibergsteigen hätte man natürlich auch in Cortina machen können. 0 Stimmung, 0 Olympiagefühl, weit weg vom Schuss, macht Olympia kaputt in der Form.

    – Livigno, Note 4: Family & Friends-Wettbewerbe unter fast Ausschluss der sonstigen Öffentlichkeit, sodass am Ende die Tickets mehr verschleudert wurden als die Athleten durch die Luft geschleudert wurden. Innichen wäre die in allen Belangen bessere Wahl gewesen. Durch die Vielzahl an Disziplinen zumindest belebter als das tote Bormio.

    – Antholz, Note 3: Tolle Biathlon-Hochburg und tolle Stimmung in der 19k-Arena. Aber wie eben in jedem Weltcup. Obwohl näher als Bormio und Livigno hatte man nie den Eindruck, dass es zu Olympia dazu gehört.

    – Predazzo, Note 2: Unscheinbar, aber an sich in Ordnung. Die Stimmung dort im Schanzenauslauf habe ich als sehr authentisch wahrgenommen mit Fans aus vielen verschiedenen Ländern (komischerweise wenig Österreichern). Das war aber das, was von den Zuschauern her neben Biathlon am besten war. Und so eine Schanze gerade im Dunkeln, dann wie im Superteam mit Drama bei Schneefall, ist schon auch sehenswert. Das passte schon im Vergleich zum Rest gut.

    – Tesero, Note 3: Abgespult, aber das hat mich überhaupt nicht positiv oder negativ berührt. Weder irgendwas Besonderes an der Strecke noch bei den Zuschauern. Wo sit die ikonische Kurve, die man in Lahti fährt bei der Einfahrt in das Stadion? Der Holmenkollen mit … allem? Irgendetwas Spezielles wäre dann doch nett gewesen. Hier hätte Toblach sicher einen besseren Eindruck hinterlassen, aber vermutlich auch wegen NoKo wäre das zu weit gewesen und politisch wollte man das sicher auch so (Stichwort Südtoril vs. Venetien, etc.).
    – Verona, Note 6: Machen wir es kurz. In der Form Fremdkörper, deplatziert und dann nicht einmal das ikonische und malerische des großartigen Amphitheaters genutzt. Und das war mit Ansage erwartbar – ein kompletter Reinfall und einfach nur desolat.

    Wie fällt nun also mein Gesamtfazit, in das ich alles einbeziehe, aus? Ich wiederhole nicht nochmal Teile von davor, daher in aller Kürze. Die sportlichen Wettbewerbe waren überwiegend gut. Die Sportstätten unabhängig des schlechten Ortes selbst meistens geeignet, wenn auch teilweise nicht ideal bzw. blass (recht langweilige x-Cross-Strecke, Eishockeyhalle, Eis zwischen Shorttrack und Eiskunstlauf mit Löchern, Skibergsteigen, Langlauf). Am TV hat die Zerstückelung gepaart mit dem Sendezentrum Mainz dazu geführt, dass bei mir meistens eine 2-wöchige-Weltcupwinterwochenende-Stimmung auf etwas höherem Niveau aufkam, denn echtes Olympiagefühl. Das gab aber auch manchmal, nur nicht in dem Maße, wie es schon mal war. Dennoch ist es schön, dass es nach Pyoenchang und Peking mal wieder in Europa stattfand. Ich habe mir aber eindeutig in sehr vielen Belangen mehr erwartet und wurde durchaus enttäuscht. Vielleicht liegt es aber auch an meiner Erwartungshaltung, die ein verschneites James-Bond-Cortina als Olympiazentrum, wo alles zusammenkommt mit toller Stimmung, ikonischem Winterstädtchen und hochklassigem Sport, im naiven Kopf hatte. Das konnte nicht erfüllt werden, aber das ist es, was ich mir erhofft hatte. So litt teilweise, auch katalysiert durch die für meinen Geschmack falsch priorisierten linearen Übertragungsformen der ÖR-Sender, das Gefühl so sehr, dass ich kaum genug Freude am Sport hatte gemessen an den vielen Stunden, die ich verfolgt habe. Vermutlich auch hier habe ich mich deshalb zu viel über das Drumherum aufgeregt und konnte den Sport zu wenig genießen, obwohl ich mir so erhofft hatte, gedanklich aus diversesten Problemen wenigstens mal rauszukommen für 2,5 Wochen. Dem war aber nicht so.

    Daher an dieser Stelle mal eine Entschuldigung für redundante und zu nervtötender Kritik an Übertragungen und Zerstückelungen. Das letzte was ich damit erreichen wollte war, irgendwem die Freude an den Übertragungen zu nehmen. Aber keine Sorge, nach Olympia ist jetzt ziemlich Sendepause bei mir hier, daher sei es mir hoffentlich verziehen. Aber es war eben immer noch Olympia – das muss begleitet werden. Und am liebsten hier! Also Danke an alle, die das hier auch begleitet haben. Es war ein Fest selbst im Dissenz und wenn sich die Welt etwas von dieser Wortspielhölle abschneiden kann, dann bitte die Fahigkeit der Selbstregulierung und Diskursfähigkeit in weiten Teilen.

    Müsste ich mich jeweils auf ein Ereignis beschränken, würde ich Olympia 2026 in Mailand und Cortina so bewerten:

    – Highlight: Raimunds Olympiasieg von der Normalschanze

    – Lowlight: IOC-Verhalten inklusive Medientränen von Coventry rund um den ukrainischen Skeletoni-Helm samt Doppelmoral mit anderen Athleten, denen ähnliche Symbolik gestattet war

    – Nervig: Die Thematik Lindsay Vonn, die irgendwann überhandgenommen hat und mehr Schlagzeilen abgeworfen hat als sportliche Leistungen. Unabhängig davon: Gute Besserung an Lindsay Vonn, da egal wie nervig niemand so einen Sturz samt Schmerzen verdient hat, egal wie sinnvoll ein Start war oder nicht. Dass aber Johnsons Gold nahezu keine Erwähnung fand, sondern nur von Vonn die Rede war, ist auch nicht respektvoll gegenüber dem Sport.

    – Peinlich: Snowcial-Media in der ARD

    – Überraschend: Eloquenz und Begeisterungsfähigkeit mir bisher unbekannter Experten, z. B. einer Ronja Jenike im Eishockey

    – Traumhaft: Beautyshot des verschneiten Cortina in der Dämmerung mit der Curlinghalle im Vordergrund, der Kunsteisbahn irgendwo dahinter und den Bergen mit der Tofana im Hintergrund

    – Deplatziert: Die Begleitung des letzten Rennens von Franziska Preuss durch die ARD, weil die ARD hier bei allem Respekt vor Preuss als Sportlerin manchmal und gerade gegen Ende komplett vergessen hat, dass da noch ein olympisches Rennen stattfand, bei dem eine Deutsche sogar um Gold, mindestens eine Medaille bis zum letzten Schießen gekämpft hat. Teilweise mit eigenen Kameras auf Preuss zu gehen, während gerade die Plätze 1-3 entschieden werden, war schwach. Genauso die Einordnung, dass die Leistung unerheblich und das Ergebnis egal sei. Das sehe ich anders. Es ist ein olympisches Rennen und sie wollte eine Medaille, hat aber nie ansatzweise damit etwas zu tun gehabt und ist am Ende fast Letzte geworden. Das darf man dann statt ausschließlicher Beweihräucherung durchaus auch kritisch einordnen und hätte ihre Gesamtleistung und ihre Karriere nicht geschmälert. Geraten hätte ich ihr aber, wenn irgendwie möglich in Oslo aufzuhören. Aber das steht mir nicht zu, zu beurteilen, weil es vielleicht auch mentale Beweggründe gibt. Und sie kann ja nichts dafür, wie die ARD sie begleitet. Dennoch fehlte mir da bei ihr und der ARD der Anspruch der Leistung bei einem olympischen Rennen und der Fokus auf selbiges aus Respekt vor den Medaillengewinnern.

    Ausblick auf die kommenden Winterspiele
    Nachdem ich mich in den letzten Tagen und auch gestern während der Abschlussfeier, weil sie es mehr als zuließ, anderes parallel zu machen, mit den kommenden Winterspielen beschäftigt habe, hier noch ein kurzer Ausblick. Leider fällt der auch Stand heute schlecht bis katastrophal aus, um das direkt vorwegzunehmen.
    Frankreich (siehe Bild) möchte noch zerstückeltere Winterspiele durchführen, die hoch im Norden der Alpen kurz vor Genf in Le Grand-Bornand bis runter nach Nizza am Mittelmeer verteilt stattfinden. Das ist für mich, gerade weil Frankreich es 1992 schon weniger schlimm geschafft hat in Albertville, absolut falsch und schlimm und weckt das komplette Gegenteil von Vorfreude. Das ist so diametral gegen meine Vorstellung von olympischen Spielen und dem Ideal des Zusammenkommens der Sportler der Welt, so pathetisch und anachronistisch das auch klingen mag, dass mir das Konzept zuwider ist. Am Mittelmeer in Nizza waren es in den letzten Tagen um die 15-16 Grad. Auch wenn die Seealpen nicht weit weg sind, ist dass das Gegenteil von dem, was ich bei olympischen Spielen im Winter sehen möchte. Wenn man dann liest, dass Nizza und nicht Lyon oder Genf als Großstadt begleiten sollen, weil es politisch nötig ist auf Grund der zwei beteiligten Departements, dann habe ich genug. Das brauche ich nicht. Das Fass endgültig zum überlaufen brachte dann gestern die Bestätigung, dass Eisschnelllaufen nicht in Frankreich stattfinden wird. Neben Turin hat man ja tatsächlich Heerenveen im Sinn. Letzteres ist natürlich eine tolle Hochburg, die ich live schon erlebt habe mit grandioser Stimmung im Thialf nicht weit weg – also von Meppen im Nordwesten Deutschlands. Aber wenn Frankreich als Ausrichter es nicht schafft, Eisschnelllaufen irgendwo in „seinen“ Alpen oder Städten stattfinden zu lassen, dann lasst es bitte einfach ganz bleiben.

    Utah 2034 klingt dann wesentlich besser mit dem alten 2er-Salt-Lake-City/Park-City-Cluster samt direkter Umgebung. So macht man es und das macht mehr Vorfreude, aber noch ist es zu lange hin. Da die Schweiz danach 2038 als einziger konkreter Verhandlungspartner im Gespräch ist: Die wollen es noch härter komplett auf die gesamte Schweiz ausweiten. Da bin ich dann raus, das zerstört alles, was Olympia für mich ausmacht. Dann sollen sie das allein machen, womit ich dann gut leben kann, oder ganz sein lassen und Weltcups veranstalten.

    Soweit meine Ausführung zu Olympia in Mailand/Cortina, wo schon der Name absoluter Betrug war und so Vieles noch hätte so viel schöner sein können, als es teilweise auch so dann doch war.

  22. Conejero

    Wow!

    Nur ein Zehntel der Kommentare von gestern – aber mindestens das Zehnfache mehr Buchstaben heute… ;-)

  23. Franzx

    veniat, vielen Dank für Deine Zusammenfassung (und ich dachte am Samstag schon, ich wäre lang mit zwei DIN A 4 Seiten;-)). Aber es ist doch schön, wenn ein solches Event noch solche Leidenschaft auslöst. Wir wollen eigentlich alle etwas sehr Ähnliches.

  24. Denis

    Ich fasse mich kürzer: Das war einfach ein ganz großes Fest für mich. Toblach und Predazzo haben sich als perfekte Hubs für mich herausgestellt. Toblach für alles in Cortina und Antholz. Eine malerische Stadt, total nette Menschen überall. Sowohl einheimische als auch Olympia-Besucher. Ich hatte in Toblach immer das Gefühl von einer ehrlich gemeinten Gastfreundschaft. Nicht diese “wir versuchen noch etwas Geld rauszuschlagen” Art von Gastfreundschaft, sondern eine echte positive Neugier auf die Gäste.

    Die ganze Orga vor Ort, vor allem auch die mit den Shuttle Bussen, war einfach gut und nachvoillziehbar organisiert. Wenn jemand ohne ein Ticket zu den Shuttles kam, gab es immer noch die Gelegenheit direkt vor Ort sein Ticket zu lösen. Manche wurden auch einfach durchgewunken. Auf dem Weg zurück aus Cortina wurden nie Tickets kontrolliert, was natürlich auch am relativen Ansturm nach den Abendveranstaltungen lag. Man wollte die Leute möglichst schnell in die Busse bringen und sich nicht mit Formalitäten aufhalten. Die ganzen öffentlichen Busse zwischen Ora/Auer (Hub für alles in Tesero und Predazzo) waren komplett kostenlos für die Zeit der olympischen Spiele.

    Ich bin nicht allzu Wintersportort-Erfahren und kann nur sagen, dass das einfach wunderbar malerisch war. Und ganz deutlich auf der Pro-Seite: Weder in Toblach noch in Predazzo noch in Cortina gab es eine der typischen Fastfood-Ketten. Gibts da einfach nicht, vermisst auch keiner.

    Einmal war ich in der Zeit ja in Toblach Joggen. Das war gar nicht so einfach eine geeignete Strecke zu finden, denn ein Großteil der Wege waren präparierte Langlauf-Loipen und solchen vorbehalten. Und zwar über unendlich viele Kilometer hinweg. Sehr schade, dass ich noch nie in meinem Leben auf Skiern stand, sonst hätte ich das auch ausgenutzt. Immerhin gabs aber noch die Toblacher Seenrunde, die ich dann einige male umrundet habe bis die 11km voll waren.

    Ein ähnliches Bild in Predazzo. Mit dem enormen Vorteil auch wirklich in einem Austragungsort übernachtet zu haben (1,6km bis zur den Schanzen). Dann ist der Mensch im Zimmer neben auf einmal jemand, der zum türkischen Skispringer-Begleitteam gehörte. Und man trifft im Supermarkt auch den einen oder anderen Sportler. Und unendlich viele andere Olympiafans. Alleine für meine Spontan-Bekanntschaften im Frühstücksraum meines Hotels in Toblach hätte sich die Anreise schon gelohnt. Das war Diskutieren auf höchstem AAAAS-Niveau (minus das Gemecker, muss ich hier anmerken). U.a. habe ich da jemanden getroffen – einen Eishockey-Fan aus Schönheide, der sich u.a. auch gut an die Oberliga-Duelle mit dem ECC Preussen erinnern konnte und jetzt in Ingolstadt lebt. Und genau der saß dann in Mailand beim Eishockey Deutschland-Dänemark zufällig genau hinter mir.

    Genau solche Bekanntschaften zeigen einem dann “Ich bin hier genau richtig”. Genau wie die supernetten Treffen mit Alcides und Jochen/Basti.

    Ich möchte gar keine Sportarten besonders hervorheben, weil ich überall meinen Spaß hatte und absolut jeder Wettbewerb toll war. Von Eistanzen über Rodeln, Curling, Ski Alpin, Biathlon, Ski Langlauf, Skispringen und Eishockey war einfach alles jeweils in dem Moment geil. Meine persönliche Bilanz zum Deutschen Abschneiden ist 1x Silber, 1x Bronze. Und natürlich einmal 4. Platz.

  25. bluelion

    @veniat: Interessehalber kopier ich morgen mal deinen Post in unser Betriebssystem rein. Und bin gespannt, ob der Umfang eine Zeitungsseite übersteigt. Wohlgemerkt ohne Foto.

  26. Dank für Rückmeldungen!

    @Linksaussen: Gab ja, aber gibt es heutzutage kaum noch. Und ich dachte, dass es heute an einen ruhigen Tag ganz gut reinpasst frisch nach Olympia.

    @Denis: Danke für die Einschätzungen von vor Ort!

    @bluelion: Okay, und was bedeutet das? Also ist das gut, schlecht, oder einfach wertfrei wegen des Umfangs interessant? Ich kann mir darunter gerade nichts Genaues vorstellen. Also natürlich, was eine Zeitungsseite etwa mit Fotos an Inhalt hat. Aber was auch immer dabei rauskommt, nenne gerne das Ergebnis und was man daraus ableiten (?) kann.

  27. Thor

    @veniat
    bluelions prüft, wie viel Zeilengeld Dir in der alten Pressewelt zustünde ;-)

  28. Respekt, veniat. Bevor du allerdings mit deinem Zeilen Geld dich nach einer Yacht umschaust, sei Dir gesagt: Redaktionen zahlen teilweise zehn Cent pro Zeile …

    Aber wenn Du alles schon so rantest, hättest Du dem IOC schon auch einen Extrapunkt geben können.

    Ein Riesenmanko: Keine richtige Siegerehrung, wo gebündelt am Abend alle Triumphatoren des Tages gefeiert werden. Das haben bei den vergangenen sogar die Orte mit dem einen Ski-Cluster hingekriegt, toll war da Vancouver. So war’s nur eine bessere Flower-Zeremonie.

    Morgen, nicht nur am Handy, werde ich auf ein paar Punkte näher eingehen. Aber Philipp Raimund als absoluten Höhepunkt, da würde ich glatt widersprechen.

    Zudem kannst du nicht Cortina eine glatte eins geben, um dann an der Bobbahn rum zu mäkeln, dass sie neu gebaut wurde.

  29. Hotte

    @veniat:

    Ich habe mir Deinen Beitrag auf Wiedervorlage gelegt. Bin erst bei Tag 4 und Julia Taubitz hat ganz frisch Gold geholt.

    Freu mich schon darauf, ihn dann demnächst zu lesen.

  30. Lurker

    Das war Diskutieren auf höchstem AAAAS-Niveau (minus das Gemecker, muss ich hier anmerken).

    Da musste ich gerade laut auflachen.

  31. MV

    @veniat
    Wow und wirklich bemerkenswert beschreiben deinen Beitrag sicher nur ansatzweise, treffender ist da wohl olympiawürdig. Danke vielmals

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