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Sonntag, 18.08.2019

Für wirklich jeden Gast hier komplett uninteressantes Befindlickeitsbloggen und reines Selbstgespräch genau einen Meta unterhalb der Relevanzschwelle:

Das Ding hier moderiert sich seit geraumer Zeit von selbst. Ich schiebe da eigentlich überhaupt keine Arbeit mehr rein.

Ich bin da schon bisschen stolz drauf. Auch wenn ich dafür wenig kann. Ihr seid einfach in der Summe sehr angenehme Gäste und ich bin da sehr dankbar für.

Aber wie das so ist: Man legt sich ja dann doch immer eine Antwort für Probleme zurecht. Und wenn dann keine kommen, dann möchte man die Antwort endlich mal abfeuern. In diesem Sinne und angesichts eines sehr moderaten Moderationsanlasses unlängst (ich hab ja sonst keine): Wem meine Herangehensweise nicht gefällt, der kann mich mal. Mit Verlaub. Wollte ich nur mal gesagt haben.

Und ich bin auch weiterhin dankbar für entsprechende Hinweise. Weil ich doch öfter auf Urlaub in den Misanthropen bin.

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Mittwoch, 14.08.2019

Voll privates Befindlichkeitsbloggen:

Ich bin kein großer Schalke-Fan. War ich nie. Allenfalls aus Unfallglotzer-Perspektive (diesbezüglich gaben die allerdings immer einiges her, meine Herren – anderes Thema).

Aber ich war früher, quasi in einem anderen Leben, schon mal einer dieser gestörten Typen, die sinnlos republikweit Freizeit in Regionalbahnen verbrachten, um Fußballspiele zu schauen. Umständehalber öfter in NRW. Und da traf ich – neben vielen, vielen anderen Menschen – in Bahnen und auf Bahnhöfen auch ab und an auf Schalke-Fans. Und ich hatte damals aus diesen Erfahrungen heraus die Privat-These entwickelt (kein Scherz, ich könnte Menschen benennen, die dabei waren): Der Schalke-Fan an sich ist vielleicht etwas seltsam, aber ziemlich nett. Mostly Harmless.

Was eine weniger unbedeutende Beobachtung ist, als sie erscheinen mag. Ich spreche vom Ruhrgebiet, dessen Fußballkultur und einer Zeit vor knapp zwei Jahrzehnten. Und ich spreche natürlich davon, – ja, diese kleine Anekdote biegt jetzt in diese Richtung ab, was haben Sie erwartet? – dass unter diesen zufälligen Begegnungen mit Schalke-Fans keine Faschos waren. Nicht einer.

Ich habe damals diese Erfahrungen für mich persönlich nicht so hoch gehangen. Waren halt die paar Leute, die ich persönlich getroffen habe. Im Zweifel reiner Zufall. Und wer weiß, wie die auf mich regiert hätten, würden ich und meine Begleiter nicht zufällig maximal deutsch aussehen und auftreten.

Ich habe das lange vergessen. Und dann kam Tönnies. Und dann kam die institutionalisierte Reaktion auf Tönnies. Darüber will ich nicht reden, das war und ist hier bereits Thema.

Und dann kam die Reaktion der Schalke-Fans auf Tönnies.

Jetzt ein Einschub: Die Reaktion der Schalke-Fans ist natürlich Quatsch. Ich habe weiterhin nicht mehr Einblick in den Gemütszustand der Schalke-Fans als damals. Damals habe ich ein paar Leute zufällig an irgendwelchen Bahnhöfen getroffen. Heute nehme ich die Äußerungen von ein paar random Leuten auf Twitter wahr und sehe die klare Haltung des Schalker Fanprojekts. Und gerade auf Twitter wird mir beständig ungefragt erklärt, die paar random Leute seien kein Repräsentant des Schalke-Fan an sich.

Damit haben sie vielleicht, möglicherweise, wahrscheinlich Recht. Was weiß denn ich. Ich möchte auch gar nicht über die Schalke-Fans und darüber reden, wie die wohl in der Mehrzahl so drauf sein mögen.

Ich rede allein über mich.

Und ich bin immer noch kein Schalke-Fan.

Aber ich bin über die letzten Tage – ironischerweise dank Tönnies – ein kleiner Fan der Schalke-Fans geworden.

Mag der Teil der Schalke-Fans, den ich meine, einen wesentlichen Teil der Gesamtheit der Schalke-Fans ausmachen oder nicht. Das kann ich nicht beurteilen. Und dazu eine Meinung zu äußern steht mir auch nicht zu. Aber diese Schalke-Fans, die ich meine, die imponieren mir gerade sehr. Die kämpfen gerade einen Kampf. Im Ergebnis einen Kampf darum, dass das, was für Sie ein wesentlicher Teil Ihres Lebens und ihres öffentlichen Begegnungsraumes darstellt, ein Ort bleibt, in dem für jeden Anwesenden jederzeit selbstverständlich ist, dass Rassismus nicht unwidersprochen hingenommen wird.

Also ein Ort, an sie auch weiterhin gerne sein möchten. Letztlich ein Ort, an dem wir gut und gerne leben. Es wird diesen Leuten (hoffentlich) egal sein. Aber ich kann diesem Ansinnen nur alle Liebe übermitteln, die mir möglich ist.

Hochverehrte Schalke-Fans, die ich meine: Ich drücke Euch die Daumen.

Und ich finde Euch ziemlich geil.