Endlich ein Ort für den gepflegten Meta-Talk. Doch einige dürre Worte vorweg.

Denn für gewöhnlich pflegen Blogs einige Erklärbär-Seiten zu haben, wozu der ganze Quatsch eigentlich gut sein soll. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier irgendjemand zufällig landet, erscheint mir zwar nahe Null; gleichwohl ein kurzer Abriss:

Vor vielen Jahren gründete ein schon damals nicht mehr ganz junger Mensch ein sogenanntes Weblog, in welchem er fürder hin jeden Tag über Sport, TV, Sport im TV und was sonst noch alles aufklärte und – nicht ganz unwichtig – ein tägliches Sportprogramm abbildete. Dieses Blog nannte er “alles ausser sport” (aas). In den vielen Jahren seither wuchsen Blog, Listing und sein Autor dogfood zu einer Instanz im deutschsprachigen Internet und zogen eine immer zahlreicher werdende Schar an regelmäßig Kommentierenden an.

Blog und Listing existieren immer noch. Es kam jedoch der Tag, an dem dogfood seine Zeit nicht mehr mit dem Verwalten der Kommentarfunktion verbringen wollte und diese abschaltete.

Aus Angst vor Langeweile hatte ich damals einen maximal hässlichen Ersatz zusammen gestöpselt. Da dieser nicht einmal allergeringsten Ansprüchen genügte war Robert so nett und hat uns auf seinem Webspace Unterschlupf gewährt. Das Ergebnis dieser Bemühungen sehen Sie gerade vor sich: Ein Blog, dass ausschließlich der Kommentierung eines anderen Blogs dient. Es existiert auf dieser Website also nicht ein Buchstabe, für den dogfood verantwortlich wäre. Obwohl er weiterhin für jeden Satz die Ursache setzt.

Überraschenderweise gelten hier Regeln. Nachzulesen sind sie hier und hier.

Kurzfassung: Alles, was zu Briefen führen könnte, die Robert bearbeiten muss, ist verboten. Wohlgemerkt: Es ist mir vollkommen egal, ob das, was Ihr vorhabt, nach einer viel beachteten Entscheidung des Amtsgerichts Kuhkackerode perfekt okay ist und es ist mir auch egal, wenn Ihr seit 8 Semestern Jura studiert und sowieso alles besser wisst als ich. Der Maßstab ist, dass Robert möglichst ruhig schlafen kann und dass wir ihm so wenig an Mühe und Kosten verursachen wie irgendwie möglich. Außerdem ist jede Beleidigung von Personen verboten. Das beinhaltet, dass sich jede Kritik an anderen Usern auf konkrete Äußerungen beziehen muss und niemals in die Bewertung der Person als solche abgleiten darf.

Außerdem bitte ich darum, jedwede Spekulationen über dogfoods Gründe, die Kommentarfunktion auszuknipsen, zu unterlassen. Mit einer Ausnahme: Im allerersten Eintrag ist dies immer noch erlaubt. Wenn es denn unbedingt sein muss. Ansonsten möchte bitte nach vorne gesehen werden.

Von diesen drei Grundregeln abgesehen ist jeder andere Aspekt meiner Tätigkeit hier der Diskussion freigegeben. Jeder. Alles, was Euch stört und jeder Verbesserungsvorschlag darf und soll in die Kommentare unter diesen Eintrag. Bis auf Technisches, das gehört (glücklicherweise) hierhin.

Daraus folgt, dass Meta-Diskussionen aus dem laufenden Programm zukünftig bitte heraus gehalten werden.

[sternburg]

115 comments

  1. tony

    wie geht es dir eigentlich momentan gerade, sternburg?
    machst du dir viele Sorgen um die Menschheit oder was bewegt dich?

  2. @Realo Flyer

    wenn man einmal im Leben Wissen hätte und nicht immer den Hyperntellektuellen spielen würde dann würde man drauf kommen dass:

    Ich bin ehrlich gesagt etwas perplex darob, wie schlecht Du freundliche Hinweise zu lesen scheinst. Deshalb nunmehr als klare Moderationsansage:

    a) Ich hab hier auf so Scheiße keinen Bock.

    Wir sind alle freiwillig hier. Niemand hat Freude daran, in seiner Freizeit dumm von der Seite angemacht zu werden, weil jemand anderes – zutreffend oder nicht, das spielt überhaupt keine Rolle – der Ansicht ist, irgendetwas besser zu wissen.

    Und ich kapier auch nicht, was Dich da umtreibt. Der User “Realo Flyer” ist hier noch nicht so irre lange dabei, aber doch schon eine Weile, und größtenteils bringt er sich hilfreich und frei von Beanstandungen ein. Bis auf diese wiederkehrenden unangenehmen Seitenhiebe für irgendwelche mega dämlichen, super unwichtigen Anlässe maximal arroganten Besserwissens. Ist das wirklich so schwer, auch zu solchen Gelegenheiten angenehm und hilfreich besserwisserisch zu sein? Wenn es Dir schon so wichtig zu sein schient, hier anwesend und kenntnisreich zu sein? Dann sei dies doch bitte meinetwegen, aber sei dabei kein Arschloch. Das ist doch echt nicht so schwer.

    Dabei dann immer jeweils zusätzlich die Möglichkeit mitzudenken, es eventuell doch nicht besser zu wissen, ist übrigens erst die nächste Stufe auf der Leiter zum menschenfreundlichen Besserwissertum und die wird hier übrigens ebenfalls verlangt. Aber das nur am Rande.

    Dies ist für den User “Realo Flyer” eine ernste Verwarnung. Beim nächsten Auftauchen dieses Verhaltens werde ich kaum um userbezogene moderative Maßnahmen herum kommen. Ich fänd’s ehrlich gesagt mega affig und würde mir diese Arbeit gerne ersparen, weil extrem vermeidbar. Aber das liegt nicht in meiner Hand.

    b) Ich weiß nicht, wie oft ich noch mehr oder weniger zwischen den Zeilen durchlicken lassen muss, bisher – entgegen diverser Wortmeldungen anderer Gäste – keinen Anlass zu sehen, meine Freizeit darauf zu verwenden, nachzuschauen, ob der User “Realo Flyer” vielleicht personenidentisch ist mit einem anderen User, der hier Hausverbot hat. Mit jedem dieser Anlässe wie oben, die mir Arbeit machen, steigt meine Motivation, dieser Frage vielleicht doch mal nachzugehen. Schon aus der Möglichkeit heraus, dass vielleicht das eine dann doch weniger Arbeit macht als das andere.

    Ob das für Dich eine weitere Motivation sein kann, solche Anlässe tunlichst zu vermeiden, kannst nur Du wissen. Sollte dem so sein, dann weißt Du jetzt Bescheid.

  3. @tony: Starker erster Eintrag. :)

    Um das mal ernsthaft zu beantworten: Mich bewegt gerade, dass ein so riesiges Land wie Pakistan zu einem Drittel unter Wasser steht und wir sind schuld. Du, ich, wir.

    Und das wird jetzt nie wieder aufhören. Das wird kontinuierlich immer schlimmer werden, sehr viel schlimmer. Würde es übrigens auch, wenn wir planetenweit mit einem magischen Fingerschnippen exakt jetzt exakt sämtliche Treibhausgas-Emmissionen stoppen würden. Da wir das genaue Gegenteil tun, wäre damit wohl auch die Frage beantwortet, wie viel Sorgen ich mir so um die Menschheit mache.

    Mir persönlich geht es aber dessen ungeachtet gerade ziemlich dufte. Privat gerade vieles mega entspannt am seinen und sich allgemein gut am nett herumexistieren. Danke der Nachfrage.

  4. Uwe

    @sternburg:
    Ich würde es begrüßen, wenn Du mich nicht in Kollektivhaft mit Dir und den anderen aaaas.de-Umweltschweinen nehmen würdest.
    Hotte und ich gehen laufen, während tony, Thor und veniat das Flugzeug nehmen. Hier bitte das Moderation-Team ansetzen und für entsprechende Konsequenzen sorgen.

    Vielen Dank.

  5. Dominik

    Liebe Leute: Die kalte Jahreszeit beginnt. Sie wird grob gerechnet bis 1. Mai
    dauern und ich habe mir wieder ein paar öffentliche Zahlen und Daten angesehen.
    Vielleicht findet das jemand interessant.

    Spoiler: Energie und so SelectShow
  6. Haidhauser

    Zwei Zahlen aus der subjektiven 1 Haushalt Statstik von heute:
    # Bäcker: 6 Stück Zwetschgendatschi —> 24€
    # Heizöl: bisher ca. 200€/Monat —> neu 600€/Monat (bei Gas sieht’s glaub ich noch krasser aus).

    Da machste nix.

  7. Uwe

    @Dominik:
    Danke für die Einordnung weiter oben.
    Bitte unterziehe das in den nächsten Monaten einer kritischen Würdigung samt angepasster Vorausschau.

  8. Dominik

    Es fehlen also etwa 25 GW an Kraftwerksleistung. Es ist fraglich, ob die Franzosen es schaffen, in den kommenden Wochen wieder so viele Reaktoren anzufahren, wie es für ihren Bedarf nötig wäre.

    Update: Ich habe mir die Daten aller Kernkraftwerke mal angesehen. EDF plant tatsächlich mit dieser Größenordnung: bis Jahresende sollen 24 Reaktoren mit einer Nettoleistung von insgesamt 25,3 GW hochgefahren werden. Im September sind 6 geplant, heute einer. Ab November sind keine Abschaltungen mehr vorgesehen.

  9. Zur Not werden sie einfach ihre Regularien noch weiter runterschrauben, um die Eimer ans Netz zu kriegen (wenn sowas z.B. China machen würde, was das für einen Aufschrei gäbe).

  10. Uwe

    Mehr zur EDF im Internet.

    Money quote:

    …What other listed public company could the government have deprived of €10 billion or finance the 4% increase cap on French electricity bills, while the company holds €43 billion debt and is planning tens of billions in investments in the near future?…

  11. rheinländer

    Eine der besseren Der Untergang-Parodien Downfall: Tankie Edition.

    Tag der offenen Tür in St. Petersburg. Nancy Pelosi wird in Jerewan empfangen und auf der Straße werden US-Flaggen geschwenkt. Der russische Parlamentspräsident reist nach Aserbaidschan. Georgien denkt über die eingefrorenen Konflikte Südossetien und Abchassien nach. Grenzgefechte zwischen Kirigistan und Tadschikistan.
    Wladimir erntet den Wind, den er gesät hat. Es wird spannend, wie Zentralasien (und der asiatische Teil Russlands) aussehen, wenn sich die Lage beruhigt.

  12. Conejero

    @tony

    Nochmal offiziell auf Meta…

    Was sollte das ?!

    Jemandem etwas zeigen wollen(!) von dem man weiss, dass es ihn schmerzt?!

    Danke für eine Antwort!

  13. Conejero

    Ja… Ärgere mich eher über den versauten Link (dachte, Thor meinte das evtl.).

    Egal!

    Als akzeptierter aaaas-Troll macht tony halt weiter seine Späasse..
    Well done!

  14. Uwe

    @Conejero:
    Daaaas ist kein Spaaaas, wie Du hier die Wortspiele versaust.
    Lass daaaas mal nicht Embolado oder veniat mitbekommen…

  15. Uwe

    @Dominik:
    Hast Du eine aktuelle Betrachtung zu der Pandemie-Situation und die nun stetig steigenden Inzidenz-Zahlen parat?

  16. Dominik

    @Uwe: Ich kann über die aktuellen Zahlen berichten, aber das hat kaum Nachrichtenwert. Scrollfinger ggf. ab hier.

    Die Inzidenz steigt, was aus statistischer Sicht wenig überraschend ist. Wenn sie nicht fällt, dann steigt sie und wenn sie nicht steigt, dann fällt sie. Eine Folge dieser Binsenweisheit ist: Die Inzidenz bleibt nie gleich, es gibt keine Stabilität. Interessant ist also nur, wie hoch die Inzidenz steigt und wie lange. Das allerdings… weiß ich nicht. Ich denke allerdings, dass wir steigende und fallende Inzidenzen allmählich bewerten sollten wie Gezeiten – sie kommen und gehen, stehen aber nicht mehr in nachvollziehbar kausalem Zusammenhang mit gutem oder schlechtem Verhalten. Rodler, Feiernde, Reiserückkehrer, Schüler, Kinder, Ausländer, Sachsen, Ungeimpfte, … ich denke, diese Diskussionen sind Vergangenheit.

    Der internationale Vergleich ist komplizierter geworden, weil Deutschland und viele andere Länder das Testregime und die Erhebung ihrer Zahlen um- und teilweise auch eingestellt haben. Bis Ende August war Neuseeland auf dem bestem Weg, uns bei der Infektionsquote zu überholen, aber inzwischen haben sie wieder eine deutlich niedrigere Inzidenz als wir. Deutschland war bis zum Ende des Sommers auf dem Weg, Schweden bei den Todesfällen zu überholen, aber auch das ist vertagt.

    Die Impfquoten sind kein großes Thema mehr – was mit Blick auf die heftigen Diskussionen im vergangenen Winter dann vielleicht doch überraschend ist. Die Impfeffektivität [RKI] ist übers Jahr ziemlich schlecht geworden. Statistisch ist eines recht sicher: Sollte die Auslastung von Krankenhäusern in diesem Winter zum Problem werden (was ich nicht glaube), dann könnte eine höhere Impfquote das lindern, aber nicht grundsätzlich ändern, denn: Die geimpfte Mehrheit der Bevölkerung wird zwar im relativen Vergleich unterproportional viele Betten belegen, aber in absoluten Zahlen eben die deutliche Mehrheit dieser Behandlungsplätze. Ob die neuen Impfstoffe daran etwas ändern, wird sich zeigen.

    Dann ist da noch die Intensivbettenbelegung, der wie ich finde insgesamt sicherste Indikator – sicher deshalb, weil es sich bei dieser Zahl um Schwerkranke handelt und in den Krankenhäusern zuverlässig getestet wird. Die hat in den vergangenen Tagen ihren Boden bei 600-700 gefunden und wird nun wohl wieder ansteigen (21.09.2020: 265, 21.09.2021: 1495). In den vergangenen beiden Jahren überstieg die Zahl der belegten Betten genau am 1. November die Grenze von 2.000. Das ist eine knackige Orientierung für diesen Herbst.

  17. Uwe

    @Umlenker:
    Ein fleißiger Autor schrieb einst:

    Der Vorwurf an den Gesprächspartner, Whataboutism zu betreiben, kann auch selbst manipulativer Natur sein und der Diskreditierung dienen. Für den Ausgangspunkt des Gesprächs können von vornherein kritische talking points selektiv und zielgerichtet eingesetzt werden (vgl. Agenda Setting, Framing, Framing Effect, Priming, Cherry picking), die Abweichung von ihnen wird dann als Whataboutism gebrandmarkt.

    Fühlst Du Dich da angesprochen?

  18. Umlenker

    Nein.

    Oder in der längeren Fassung: Nein, da ich niemanden manipulieren oder diskreditieren wollte. Wenn das so rübergekommen ist, entschuldige ich mich für den flapsigen Mittagspost verbunden mit der Bitte an den Hausherren meinen Post zu löschen.

  19. Uwe

    @Umlenker:
    Danke für Deine Rückmeldung, der ich folgendes entgegnen möchte:
    Ich nehme Deine Entschuldigung an und lehne sie gleichzeitig als unnötig ab.

    Wer austeilt, muss auch einstecken können.
    Ein Uwe ist in der Lage die Dualität der Dinge zu schätzen.

    Um es mit Heine zu bebildern:

    «Es ist mir aufgefallen, dass der Tag von vierundzwanzig Stunden aus Tag und Nacht besteht. Zwei Kontraste. Der Tag ohne die Nacht, so schön er auch sein mag, würde sehr unbequem sein. Ebenso die Nacht ohne den Tag. Es ist mir weiter aufgefallen – da bin ich schon bei der Sündflut -, dass zum Kinderkriegen zweie nötig sind, ein Mann und eine Frau, besonders eine Frau. Wieder zwei Kontraste, die sich ab und zu einigermaßen harmonisch verbinden. Des weiteren habe ich beobachtet, um ein gutes Geschäft zu machen, braucht der Schlaukopf einen Dummen. Zwei Dissonanzen – so sagte mir, glaube ich, Berlioz, denn mit Meyerbeer bin ich verkracht – ergeben stets eine Harmonie, und der vollkommene Akkord setzt sich zusammen aus einer Terz, einer Quinte und einer Oktave. Bei der Liebe, behaupten die Kabbalisten, soll dasselbe Mysterium walten. Es soll sogar eine Farbentonleiter geben. Kurz, alles was von Dauer, was zum Vergnügen da ist, besteht aus Kontrasten.

  20. Dominik

    Liebe Leute, ich habe noch was, exklusiv für euch. Ausgehend von der Überlegung, wie das mit den Gasspeichern in den kommenden Wochen weitergehen könnte, kamen mir folgende Fragen in den Sinn:

    1. Wie sehr steigt eigentlich der deutsche Gasverbrauch, wenn es kälter wird?
    2. Ab welcher Temperatur wird mehr verbraucht, als importiert wird, sodass die Speicher angezapft werden?

    Ich habe mir also von Trading Hub Europe die Zeitreihen zum deutschen Gasverbrauch vom 1. Oktober 2021 bis zum 31. Mai 2022 besorgt, also den Verbrauch an jedem einzelnen Tag. Dazu vom Deutschen Wetterdienst die mittlere Tagestemperatur der Wetterstation am Flughafen Saarbrücken-Ensheim sowie die aktuellen Importmengen von der Bundesnetzagentur. Diese Daten habe ich zusammengeführt und grafisch aufbereitet: farbiges Diagramm bei einem Imagehoster.

    Die Erkenntnisse:
    1. An warmen Tagen wird mehr Gas verbraucht, als an kalten Tagen. Wäre das nicht so, dann hätte ich an dieser Stelle aufgehört.
    2. Bei gleicher Temperatur schwankt der Tagesverbrauch in einem Korridor von etwa 1.500 GW/h pro Tag. Deshalb bilden die Datenpunkte eine absteigende Wolke und keine Linie.
    Der wichtigste Grund dafür ist, dass nicht nur die Tagestemperatur, sondern auch die der Vortage eine Rolle spielt: Kalte Tage nach längeren Kältephasen gehen mit höherem Verbrauch einher als kalte Tage nach Wärmephasen.
    3. Wenn die mittlere Temperatur länger unter 10° C sinkt, dann wird gespeichertes Gas gebraucht. An der von mir gewählten Wetterstation ist die mittlere Temperatur etwa 0,5° höher, als im Median aller Stationen des DWD.

    Ausblick: Ich denke, die Speicherstände werden demnächst stagnieren und an manchen Tagen im Oktober schon sinken. Dass die angepeilte Marke von 95% zum 1. November erreicht wird, ist möglich, aber unwahrscheinlich. Die angespannte Situation wird nach meiner Einschätzung mindestens bis Frühjahr 2024 bleiben. Für den bevorstehenden, teuren Winter sieht es inzwischen ganz gut aus mit der Versorgung.

  21. Uwe

    Fantastisch, Dominik.
    Nur bei der Erkenntnis Nr. 1 gilt natürlich der umgekehrte Fall:
    An kalten Tagen wird mehr Gas verbraucht, als an warmen Tagen.

    Sagt zumindest Deine Grafik, sagt sie doch.

    Test bestanden?

  22. Dominik

    An kalten Tagen wird mehr Gas verbraucht, als an warmen Tagen. Sagt zumindest Deine Grafik, sagt sie doch.

    Richtig. Es freut mich, dass es einer liest.

  23. MarioP

    Die Versorgung im Winter wird kein Problem. Industrielle Produktion wird es in einigen Wochen nicht mehr geben.

  24. Haidhauser

    Sehr interessant Dominik, danke.
    Bin Null in dem Thema, finde aber bemerkenswert, dass ein Tag mit 0 Grad nur roundabout 4x soviel Gas verbraucht, wie einer mit 20 Grad.

    In welchem Verhältnis stehen denn die Verbrauche von Industrie zu Haushalten?

  25. Dominik

    @Haidhauser:
    Zum Verbrauch der verschiedenen Sektoren sind die Daten des BDEW brauchbar. [Folie 9]: Haushalte 31%, Industrie 37%.

    Man könnte das auch andersherum betrachten: Außerhalb der Heizperiode, in den Sommermonaten, werden täglich 1.300 bis 1.500 GW/h verbraucht, die also nicht von der Außentemperatur abhängig sind. Wenn man die also abzieht, und sehr sehr grob rechnet, dann bleiben für den Heizbedarf:

    – bei 10 Grad: 1.000 GW/h pro Tag,
    – bei 5 Grad: 2.000 GW/h pro Tag,
    – bei 0 Grad: 3.000 GW/h pro Tag,
    also 1.000 GW/h mehr bei 5 Grad weniger.

    Dabei stets im Hinterkopf behaltend, dass es sich um eine gemittelte Temperatur aus Tag und Nachtstunden handelt, denn für den Wärmeverlust von Gebäuden ist es in der ersten Näherung unbeachtlich, zu welcher Zeit er geschieht.

  26. BSI

    Ich hab gestern auch mit meiner Freundin darüber diskutiert. Ich denke, dass es mittlerweile fast egal ist, ob eine rechte oder eine eher linke (oder Mitte, wie in Deutschland) an der Macht ist. Die Herausforderungen aktuell sind derart riesig, dass du eigentlich keine Chance hast, die ganzen Brandherde gleichzeitig zu löschen. Das ist schlicht unmöglich: Corona, Ukraine, Klima, Finanzen usw. Das bedeutet, dass du zum einen automatisch deine Wählerschaft bitter enttäuschen wirst, zum anderen zur Zielscheibe von Medien und dem politischen Gegner wirst. Weil du natürlich Angriffsflächen ohne Ende bietest. Die Folge ist, dass bei den nächsten Wahlen dann die andere Seite wieder beste Chancen hat, den Machtwechsel zu schaffen. Der große Unterschied ist halt, dass die linken/Mitte (wie nun offenbar in Italien, zuletzt in Schweden) eher geräuschlos ihre Niederlage einräumen und das Feld räumen, während sich die Rechten (Trump, wahrscheinlich Bolsonaro in ein paar Wochen) wie trotzige Kleinkinder heulend auf den Boden werfen und rumkrakeelen.

  27. RugbyLeaguer

    Die Geelong Cats sind neuer AFL Premier. Vor 100.024 Fans im Melbourne Cricket Ground siegten das die Katzen mit 20.13 (133) zu 8.4 (52) gegen die Sydney Swans.

    Das Grand Final war, wie auch am Ergebnis sichtbar eine mehr wie eindeutige Sache. Die Swans hatten von Anfang an nicht den hauch einer Chance. Im ersten Viertel konnten das Team aus Sydney nur ein Goal erzielen.

    Für Geelong war der Sieg im Endspiel die Krönung für eine starke Saison. Das Team schloss die reguläre Saison als Tabellenerster ab. Man verlor nur 4 Spiele über die Saison.

    Seit Runde 17 stand man ganz oben an der Tabelle. Die letzte Niederlage musste am in Runde 12 hinnehmen.

    Die Swans waren dritter nach der 22 Runden. Besiegten dann in der ersten Woche der Finals, etwas überraschend, Titelverteidiger Melbourne Demons.

    In der Vorwoche hatte man dann allerdings gegen die Collingwood Magpies etwas Glück. Man führte zeitweise mit 40 Punkten, am Schluss konnte man das Spiel mit nur einem Punkt Vorsprung für sich entscheiden und damit den Einzug ins Final feiern.

    Insgesamt war es der 10. Titelgewinn für die Cats, der erste wieder seit 2011. Der Sieg im Grand Final war für Coach Chris Scott der insgesamt 199 als Trainer der Cats. Noch nie hatte ein Trainer des Vereins so viele Siege feiern können. Nach 2011 war es für Scott auch die zweite Premiership mit den Cats.

    Swans Coach John Longmire muss weiter auf seinen zweiten Titel mit den Swans warten. Wie sein Gegenüber trainiert er die Swans seit 2011. Gewann „nur“ 2012 den Titel.

  28. Franzx

    das ist doch für diesen Wahlausgang eine recht steile These, zumindest lese ich das aus dem Artikel der FAZ nicht heraus. Was ich viel eher daraus heraus lese, ist, dass es nicht unmöglich gewesen wäre, diesen Wahlsieg zu verhindern, wenn sich auch die Parteien links von der Mitte und der Mitte in einem Wahlbündnis organisiert hätten. Wir kennen dieses Problem ja aber auch schon aus der Wahl in Frankreich, dass die größten Feinde der Linken immer noch die weiter links stehenden Parteien sind. Ein Problem, dass es in Deutschland nicht gibt, weil es links von Mitte-Links keine ernstzunehmenden Parteien auf Bundesebene mehr gibt.

    Wo sich übrigens Italien und Frankreich sehr ähneln, ist, dass sich die etablierteren ehemaligen Volksparteien durch Korruption und Misswirtschaft mehr oder weniger selbst abgeschafft haben und den Weg für die Außenseiter selbst, komplett eigenverschuldet, geebnet haben.

  29. Uwe

    @Malik:
    Wer ‘The Office’ (U.S.) nur auf Platz 34 und damit wenige Plätze vor so Krempel wie ‘The Good Place’ setzt, hat die Kontrolle über sein Ranking verloren.

    ‘Fleabag’ 5th-best-tv-show-of-all-time?
    Ah, geh weiter.

  30. MalikShabazz

    finde auch Fargo so weit hinten strange.

    bei so Listen ist der Fokus eh meistens nur irgendwie auf die Top5, danach wirds wirr.

  31. Franzx

    bin auch etwas irritiert darüber, dass so viele ältere Serien, die ja bei weitem nicht den Produktionsstandard heutiger Serien haben, so weit vorne sind. Für mich ist dennoch z.B. Twin Peaks, ohne die es viele der heutigen Serien gar nicht gäbe, deutlich unterbewertet.

    Bei vielem gehe ich aber d’accord. Sopranos auf 1 kann man schon machen.

  32. Münchner Löwe

    Habe ich House of Cards übersehen? Und Dallas? Und die Gilmore Girls (sic)? Und Picket Fences, aber auch LA Law und ähnliche Gerichtsserien.
    Muppets Show ist auch verdammt weit hinten klassiert, wobei ich tatsächlich erstaunt war, dass die nur sechs Jahre lief. Kam mir sehr viel länger vor.

  33. Uwe

    Es ist also Common Sense, dass der RollingStone keine Ahnung vom Serien-Business hat.
    Mit Musik hat er es ja auch nicht so richtig.

    Vielen Dank für die Teilnahme.

  34. Die ganzen Schreihälse haben immer gefordert, man solle Nordstream 1 und 2 aufmachen. Jetzt sind die Pipelines offen und dann ist es auch wieder nicht recht.

  35. Embolado

    Wobei Nordstream 2 dürfte doch sowieso nicht in derselben Liga wie Nordstream 1 spielen da Zweitvertretung oder?

  36. Linksaussen

    Manchmal sind ja die Sequels besser, Embolado. Siehe Der Pate, The Dark Knight, Herr der Ringe: Die zwei Türme, Die Unglaublichen.

  37. Herr Holle

    @Uwe

    Ein Uwe ist beruflich dicht dran an den Neubauten in Brunsbüttel, Stade, Wilhelmshaven.

    Du auch? Ist ein Uwe vielleicht heute auch hier und hat ggf. Interesse an einem aaaas.de Vor Ort-Treffen? Ich spiele normalerweise in der Mannschaft mit dem Adler auf der Brust, bin allerdings derzeit auf der Verletztenliste.

  38. Uwe

    @Herr Holle:
    Nein, ist er nicht. Ein Uwe macht nur selten Auswärtsspiele.
    Danke für das Angebot.
    Another time, another place…

  39. Hotte

    Stichwort Fußball-WM 2022 in Katar und eine Überlegung von mir:

    Es gibt hier einige oder auch ein paar mehr User, die die WM aus nachvollziehbaren Gründen boykottieren wollen bzw. werden. Deshalb habe ich mal überlegt, ob es vielleicht Sinn macht, ab einem bestimmten Zeitpunkt so eine Art WM-Meta einzurichten.

    Das hat den Vorteil, dass die „Boykottierer“ im Tageseintrag von WM-Meldungen verschont bleiben und alles, was mit dem Für und Wider zur WM oder evtl. sonstigen Meldungen kompakt wiederzufinden ist wie z.B. dieser aktuelle Eintrag von sternburg:

    http://www.allesausseraas.de/mittwoch-28-09-2022/#comment-657587

    Ist, wie schon geschrieben, nur eine Überlegung von mir. Alles weitere überlasse ich Euch…

  40. rheinländer

    Cool, cool. Die neue, konservative, Regierung des Vereinigten Königreichs brauchte nach Amtsantritt nicht mal vier Wochen um eine solide Finanzkrise auszulösen. Effektiv nur wenige Tage, wenn man bedenkt, dass das öffentliche Leben 12 Tage stillstand.
    Die Währung crasht, der IWF kritisiert die Haushaltspolitik, die Rating-Agenturen warnen vor Abstufungen, die Rentenfonds geraten in akute Zahlungsschwierigkeiten.

  41. MarioP

    Berlin darf wohl noch einmal wählen. Vielleicht gelingt ja im 2. Anlauf eine demokratische Wahl…

  42. BSI

    Das Gute an Großbritannien ist ja, dass diejenigen, die das Ganze verbrochen haben, die Suppe auch schön auslöffeln dürfen. Also nicht so wie bei uns.

  43. Joshtree

    @BSI: wen meinst Du? Wer darf auslöffeln? Wahrscheinlich ja wie überall die, die eh schon viel weniger haben als die, die die Politik machen. Und was haben die verbrochen?

  44. Dominik

    Die französischen Eimer kommen so leidlich in Gang – manche sind übrigens wirklich abgrundtief hässliche Varianten von Eimern (z.B. Blayais und Gravelines). Vor ein paar Tagen hatte ich ja von 6 Reaktoren gesprochen, die bis Monatsende ans Netz gehen sollten. Inzwischen sind 5 Reaktoren wieder aktiv, aber zum Teil andere als geplant*.

    Ein Reaktor ging noch planmäßig vom Netz und soll im November wieder zurückkehren. Bei drei Reaktoren wurde das Hochfahren von September auf später im Herbst verschoben (Bugey 4, Cruas 3, Paluel 2). Außerdem ist Nogent 1 heute direkt oder indirekt von einem Streik betroffen und produziert nicht. Immerhin wurden zwei Reaktoren früher als geplant hochgefahren, und es laufen auch nicht alle auf Vollast.

    Macht in Summe 27 GW eingespeiste Leistung und zur Zeit 7-8 GW Import. Für den Winter fehlen in Frankreich jetzt noch etwa 21 GW. Allerdings: auch in Deutschland wird heute bis zu 10 GW importiert, obwohl die Gaskraftwerke schon von 3 auf 9 GW hochgefahren wurden. Inzwischen ist ja die Katze hinsichtlich der beiden süddeutschen Kernkraftwerke aus dem Sack, außerdem beobachte ich wieder Wolken aus dem Kühlturm eines der hiesigen Kohlekraftwerke. Wir werden sehen, was im Emsland geschieht.

    *Die Meldungen über geplante An- und Abschaltungen [edf.fr] verändern sich zu häufig für mich, um den Überblick zu behalten.

  45. Klappflügel

    Via fefe

    Ein Kommentar
    Täglich dreht sich mir der Magen um. Nachrichten über Preise und speziell Strompreise- ich kann das nicht mehr hören. Warum?
    Weil die Politik nicht an die Wurzeln geht. Strom ist knapp und teuer. Das Letze stimmt so gar. Doch knapp? Unser Windpark in Fürstenau läuft nur noch wenig. Zumindest, wenn Wind weht. Nicht, weil die Maschinen defekt sind. Nicht etwa, weil das Netz knapp ist. Nein. Weil an der Börse gezockt wird.
    Wir als Windkraftbetreiber sind an diese Börse gezwungen worden. Vom Gesetzgeber. Jetzt heißt es, wir bekommen zu viel für unseren Strom. Für den Monat August 2022 gab es rund 46 Cent für unsere Produktion an der Börse. Dafür muss man sich schämen. Das darf man niemanden erzählen. Aber wir können nichts dafür. Wir müssen an die Börse. Wenn der Strom wenigstens knapp wäre und wir liefern auf Angebot und Nachfrage für diesen Preis. Nein.
    Aktuell: Heute ist Samstag, 17. September 2022. Unser Park könnte pro Stunde rund 8000 KWh produzieren. Er ist aber abgeregelt. Abgeregelt, weil an der Börse wieder spekuliert wird. Jetzt sollte uns das gar nicht stören. Wir bekommen nämlich den abgeregelten ,,Strom” voll vergütet. Zahlt ja der Kunde. Dem wird erzählt, der Strom sei knapp und er müsse sparen. In Wahrheit zahlt er den abgeschalteten und den dadurch verknappten Strom und weiß nicht, wie er das stemmen soll.
    Pervers. Sorry.
    Hunderttausende Kilowattstunden sind so schon bei uns nicht produziert worden. Weil die Politik das gar nicht auf dem Schirm hat. AKWs einschalten, weil der Strom knapp ist. Kohle wieder verbrennen, weil der Strom knapp ist und auch ordentlich noch Gas in die Kraftwerke, weil der Strom knapp ist. Und Windparks ausstellen- damit der Strom knapp bleibt. Lieber Stromkunde: Sie werden verarscht und wir auch.
    Ich möchte gern den nächsten Bäcker mit bezahlbarem Strom beliefern, die nächste Siedlung oder die nächste Fabrik. Ich darf es nicht. Weil die Großen das Geschäft machen, für sich und nicht für die Allgemeinheit. Und die Politik spielt mal wieder mit.
    Wolfgang Kiene, Geschäftsführer Maka Windkraft

    Quelle https://www.makawind.de/index.php?show=news

  46. MarioP

    “Und die Politik spielt mal wieder mit.”

    Egal ob schwarz, rot, gelb oder grün…

  47. Klappflügel

    Dafür verantwortlich ist wenn überhaupt Dr. Merkel.
    Man hätte die Netze in diese Zeit entsprechend ausbauen müssen, aber passiert ist nichts.

  48. MarioP

    Frau Doktor Merkel hat nicht allein regiert. Und in dem von dir verlinkten Artikel steht nichts von Netzproblemen. Die dort angesprochenen Probleme könnte der zuständige Minister zu lösen versuchen. Okay, der ist erst 9 Monate im Amt. Das wäre zuviel verlangt…😄

  49. Dominik

    @Klappflügel: Ich habe diesen Rant am Wochenende auch schon über andere Quellen bekommen. Das grenzt an Desinformation. Die Einzelheiten stimmen für sich irgendwie, aber alles zusammen ergibt keinen Sinn.

    Am 17. September gab es in Deutschland deutliche Produktionsüberschüsse [energy-charts] und für etwa eine Stunde war der Börsenpreis negativ. Letzteres kommt in diesem Jahr eher selten vor. Frankreich hat zu dieser Zeit importiert.

    Gas war bereits auf ein Minimum heruntergefahren, und dann ist es leider so, dass als nächstes die Produzenten abgeregelt werden, bei denen das am einfachsten geht. Das ist ärgerlich, weil das nicht die Kern- und Kohlekraftwerke sind. Die laufen weiter. Grundlastfähigkeit ist diesbezüglich eine Umschreibung für: Abschalten wäre noch teurer.
    Also werden die Rotoren aus dem Wind genommen oder die Solar-Wechselrichter kappen die Leistung, und wenn der Überschuss zu Ende ist, geht es innerhalb kurzer Zeit wieder zurück.

    Ich bin bekanntermaßen Befürworter von erneuerbaren Energien, aber hier und heute wüsste ich nicht, was man am 17. September anders hätte machen sollen – selbst wenn man im Radio eine Durchsage gemacht hätte, dass die Bürger ihre vorsorglich gekauften Heizlüfter anschalten sollen, damit Herr Kiene seine Windkraftanlage nicht anhalten muss, wäre das ja volkswirtschaftlich nicht besser gewesen.

    Es gibt heute noch nicht die Speichermöglichkeiten und flexiblen Verbraucher, um diese Produktionsspitzen abzufangen – und wenn es sie gäbe, wären sie unwirtschaftlich. Es ist sinnvoller, noch in weitere Stromproduktion zu investieren und die Speicher später zu bauen, wenn diese Überschüsse so groß sind, dass sich das lohnt. Für eine Stunde am 17. September um 14:00 Uhr lohnt es sich (noch) nicht.

    Daran ist weder Herr Habeck schuld, noch die Börse. Und so blöd es klingt: Hätte die alte Regierung nicht den Ausbau der Erneuerbaren gebremst, dann hätten an diesem Tag noch viel mehr dieser Anlagen gestoppt werden müssen.

  50. Klappflügel

    @MarioP
    9 Monate ist für Projekt dieser Größe zu viel zu kurz.

    @Dominik
    Fr muss vor allem deshalb Strom importieren, weil deren AKWs nicht laufen und unzuverlässig sind. Das ist also kein wirkliches Argument für irgendwas, sondern höchstens gegen Atomkraft.
    Der Kommentar sollte eher aufzeigen, dass das Gerede von einem Strommangel im Ansatz schon inkorrekt ist.
    Dazu bezweifle ich, dass wir nicht über die technische Voraussetzung für Stromspeicher verfügen, meines Wissen verfügen wir mindest über die Technologien Pumpspeicherkraftwerke (und ähnliches), sowie Batterien.
    Dazu habe ich die genau gegenteilige Meinung, ohne Ausbau der Speichertechnologien macht ein weiterer Ausbau der erneuerbaren Energien keinen Sinn.
    Ebenso eine Anpassung und Ausbau des Stromnetzes, was in den Vergangenheit von verschiedenen Parteien verhindert wurde.
    Dank Merit-Order sind die Börsen schon an dem Problem schuld, zumindest bei den Preisen.
    Da dadurch nur der höchste Preis zählt.

  51. MarioP

    @dominik

    Ich habe diesen Rant für plausibel gehalten. Danke für die Hintergründe.

  52. Dominik

    @Klappflügel: Das Verfügen über Technologien im Sinne der prinzipiellen Fähigkeit, sie zukünftig zu nutzen, würde ich bei uns sehen. Das heißt aber nicht, dass die dazu nötige Infrastruktur bereits vorhanden ist und diese Dinge getan werden.

    Zu den Pumpspeicherkraftwerken: In der von mir verlinkten Grafik kann man “Pumpspeicher Verbrauch” noch dazu schalten. Dann sieht man, dass die am 17. September auch verwendet wurden. Die deutschen Pumpspeicher haben eine Speicherkapazität von etwa 38 GW/h. Das wären also etwa 4 Stunden bei einem Überschuss von 10 GW, dann sind sie voll (tatsächlich wird langsamer und dafür länger gepumpt). Die Überschüsse begannen aber bereits am 16. September.
    Dann gibt es in Deutschland keine nennenswert großen Batteriespeicher – alle zusammen kommen nach meinen Recherchen auf eine Kapazität von weniger als 1 GW/h.

    Wenn ich großzügig aufrunde, dann sind das in Summe Stromspeicher mit 40 GW/h. Zum Vergleich: Die deutschen Gasspeicher haben eine Kapazität von 223.930 GW/h (das ist mehr als das Fünftausendfache).
    Gleichzeitig sind 40 GW/h der deutsche Stromverbrauch von etwa 30 bis 60 Minuten, je nach Tageszeit. Man müsste also mindestens die zehnfache Kapazität haben, um an einem sonnigen, windstillen Sommertag mit Speichern durch die Nacht zu kommen…

    Dazu habe ich die genau gegenteilige Meinung, ohne Ausbau der Speichertechnologien macht ein weiterer Ausbau der erneuerbaren Energien keinen Sinn.

    …und dieses Größenverhältnis verdeutlicht, warum ich der Meinung bin, dass erst die Produktion ausgebaut werden muss und dann die Speicher (während dann gleichzeitig die Produktion noch weiter ausgebaut werden muss). Ein Speicher ist dann wirtschaftlich,
    wenn er möglichst oft geleert wird (nur damit wird Geld verdient), und dazu muss es sowohl genügend Überschüsse geben (sonst bleibt er leer) und möglichst viel Nachfrage (sonst bleibt er voll).

    Diese Überschüsse gibt es heute noch nicht.* Wenn es diese Speicher heute gäbe, würden sie den größeren Teil des Jahres ungenutzt herumstehen. Im Winter würden die thermischen Kraftwerke trotzdem laufen. Ein Solar- oder Windkraftwerk bringt heute größeren gesellschaftlichen Nutzen pro ausgegebenem Euro als ein Speicher, selbst wenn es gelegentlich abgeschaltet werden muss. Das wird nicht so bleiben, aber heute ist es noch so.

    * An dieser Stelle kann man sehen, ob und wie lange es “negative Stunden” an der Strombörse gegeben hat – ein recht guter Indikator für Überschussereignisse. Im August gab es keine, obwohl soviel Solarstrom erzeugt wurde, wie noch nie.

  53. Blöde Frage, aber wer hat eigentlich entschieden, dass absolute Grundbedürfnisse unserer Zeit wie die Wasser- oder auch Stromversorgung Geld erwirtschaften müssen? Die Privatwirtschaft kann, darf und soll wesentliche Teile der Märkte unter Einhaltung sinnvoller Regulierungen bespielen. Aber bei diesen Grundbedürfnissen sollte das eigentlich nicht sein. Man könnte sogar soweit gehen und den Zugang zum Internet dazu zählen. Das soll jetzt nicht verstaatlicht werden, aber ein Basistarif des Staates, der eine Art Preisbremse darstellt, wäre eine verrückte Idee, die man überdenken könnte. Natürlich nur für diese wenigen Dinge (Strom, Heizung, Wasser, ggf. Internet).

  54. Haidhauser

    Ich mag die Art wie du dein Wissen transportierst sehr, Dominik. Chapeau.
    Für mich als 100% Laien auf dem Gebiet ein echter Gewinn.

  55. rheinländer

    @BSI Wer löffelt das aus? Cameron, der ein innerparteiliches Streitthema, das 2010 im Bereich des Stichprobenfehlers als Zukunftsfrage auftauchte zu einem nationalen Referendum hochgepuscht hat? Und verloren hat? Boris Johnson, der aus inhaltlichen Gründen sich der Remain-Kampagne angeschlossen hätte, in der Brexit-Kampagne aber den schnelleren weg an die Regierungsspitze sah? Die Inhaber der rechten Presse? Sind entweder keine Briten oder haben zusätzlich eine EU-Staatsbürgerschaft, sind vom Brexit nicht betroffen. Und Liz Truss und Kwasi Kwarteng werden auch maximal mit Verlust des Parlaments-Mandats dafür bezahlen.
    Das die Wähler es besser hätten wissen müssen, das sie am Ende die Verantwortung für ihre Entscheidung tragen müsse, beidem stimme ich zu. “I told you so” ist dennoch keine funktionieren politsche Argumentation.

    @veniat
    Wenn ich mir anschaue, wie gut Bereiche funktionieren, in denen der Staat aktuell mehr Einfluss hat, fehlt mir die Überzeugung das Stromproduktion und Telekomunikation in staatlicher Hand besser funktionieren würde. Ich bin im Gegenteil der Ansicht, das viele Probleme in Deutschland eine Folge von zuviel Staat, zuviel Regulierung und verstecken hinter derselben sind.

  56. Dominik

    Dank Merit-Order sind die Börsen schon an dem Problem schuld, zumindest bei den Preisen.

    Was momentan rüber kommt ist:

    a) Alle Stromverkäufer bekommen denselben Preis. Unfair! Übergewinne!
    b) Dieser Preis ist viel zu hoch!
    c) Dieser Merit Order ist eine Fehlbesetzung! Wer hat ihn überhaupt verpflichtet? Wie lange hat der noch Vertrag? Beim nächsten Spiel wird der nicht mehr aufgestellt!

    Also einen Schritt zurück: Wenn auf dem Wochenmarkt Kartoffeln gehandelt werden, dann ist sichergestellt, dass die Marktakteure – Käufer und Verkäufer – nur zu einem Preis handeln, dem sie zugestimmt haben. Wenn mir die Kartoffeln zu teuer sind, dann kann ich den Händler fragen, ob er mit dem Preis runtergeht. Wenn er das nicht tut, dann kaufe ich keine Kartoffeln. Umgekehrt kann der Verkäufer sich kurz vor Marktschluss überlegen, ob er seinen Restbestand an Kartoffeln wieder mitnehmen möchte oder den Preis senkt, um sie noch loszuwerden.

    An der Wertpapierbörse ist das Ganze etwas formalisierter [boerse-frankfurt.de]. Die Börse legt den Preis stets so fest, dass möglichst viel Handel ermöglicht wird. Aber auch bei der Börse ist es so, dass der Handel nur stattfindet, wenn die vorher gesetzten Preisgrenzen eingehalten werden. Kann dieser Preis nicht erzielt werden, bleibt eine Order im Orderbuch bis zum Ablaufdatum stehen und wird schlussendlich gelöscht. Dann findet kein Handel statt.

    Beim Strom geht das nicht. Da muss gehandelt werden.

    Erkenntnis 1: Die Nachfrage nach Strom muss gedeckt werden, sonst gehen buchstäblich die Lichter aus.

    Was tun? Zurück zum Wochenmarkt: Ich weiß, die Lieben daheim haben Hunger, wenn ich also ohne Kartoffeln aufkreuze, dann bleiben die Teller leer und der Haussegen hängt schief. Ich muss 5 kg Kartoffeln kaufen, der Bauch grummelt schon und der Markt schließt in einer Minute. Die Händler könnten ihre Kartoffeln auch morgen noch verkaufen und alle Anwesenden wissen das – zu meinem Nachteil. Ich kaufe Kartoffeln für 3 Euro das Kilogramm.

    Erkenntnis 2: Wenn Anbieter wissen, dass die Nachfrager kaufen müssen, steigert das tendenziell den Preis. Deshalb muss ein anderes Verfahren zur Preisbestimmung her.

    Hier kommt dieses angelsächsische Supertalent namens Merit Order ins Spiel und verspricht eine Lösung. Und die geht so:

    Alle Anbieter von Kartoffeln sagen, welche Menge sie zu welchem Preis zu liefern bereit sind. Diesen Preis legen sie selbst fest:

    Gemüsestand #1: 3 kg zu 2.40 Euro
    Gemüsestand #2: 4 kg zu 2.50 Euro
    Gemüsestand #3: 3 kg zu 8.00 Euro

    Die Nachfrage beträgt weiter 5 kg und wird mit dem Angebot abgeglichen, beginnend mit dem niedrigsten Preis, bis die Nachfrage befriedigt ist:

    Gemüsestand #1 verkauft 3 kg.
    Gemüsestand #2 verkauft 2 kg und behält 2 kg.
    Gemüsestand #3 verkauft nichts.

    Ich bekomme nun 5 kg Kartoffeln und zahle dafür 12,50 Euro, denn Herr Merit hat festgelegt: Jede Transaktion findet zu dem Preis statt, ab dem die gesamte Nachfrage gedeckt ist. Hier ist das der Preis von #2, also 2,50.

    Nun kann jeder selbst überlegen, ob dieses Verfahren fair ist. Zur Unterstützung beim Nachdenken hätte ich diese Erkenntnisse anzubieten:

    Erkenntnis 3: Wer zu teuer anbietet, kommt nicht zum Zug. #3 verkauft nichts, #2 nur einen Teil, #1 alles. Merit Order löst also die beiden ursprünglichen Probleme: Die Nachfrage wird gedeckt und die Anbieter können die Zwangssituation der Nachfrager nicht für Preistricks nutzen. Gut, oder?

    Erkenntnis 4: #1 erzielt für sein Angebot einen Mehrumsatz, der um 0,30 Euro höher ist, als aufgerufen. Er verkauft 3 kg für 7,50 Euro, er hätte sie auch für 7,20 verkauft. Je nach Betrachtung ist das ein Übergewinn oder ein Investitionsanreiz. Mit einem größeren Acker hätte #1 auch 4 kg für 10 Euro oder 5 kg für 12 Euro verkaufen können.

    Erkenntnis 5: #1 hätte den höheren Gewinn auch dann erzielt, wenn er für 0 Euro angeboten hätte. Er muss nicht fürchten, mit einem zu niedrigen Preisangebot gegenüber anderen Anbietern benachteiligt zu werden. Der Markt honoriert die gleiche Leistung mit demselben Preis.

    Erkenntnis 6: Wenn ich 10 kg Kartoffeln brauche, wird es richtig teuer, weil dann der Preis von #3 – 8 Euro – für alle gilt. Ich bezahle 80 Euro. Der Umsatz von #1 steigt von 7,50 auf 24 Euro, der Umsatz von #2 steigt von 5 auf 16 Euro.

    Erkenntnis 7: Der Preis steigt ebenfalls auf 8 Euro, wenn mein Bedarf bei 5 kg bleibt, aber wahlweise #1 oder #2 vom Markt verschwinden. Ich bezahle dann 40 Euro.

    Erkenntnis 8: Nur die günstigen Anbieter erzielen einen “Übergewinn”. Der preissetzende Anbieter erhält lediglich den aufgerufenen Preis.

    Erkenntnis 9: Der höhere Umsatz steigert die Steuereinnahmen des Staates – völlig unabhängig vom Gewinn. Wenn einer der günstigen Anbieter wegfällt, steigt die Umsatzsteuer für 5 kg Kartoffeln von 0,88 auf 2,80 Euro.

    Erkenntnis 10: Auf die höheren Gewinne von #1 und #2 erlöst der Staat entsprechend höhere Einkommen-/Körperschaft- und Gewerbesteuer.

    Erkenntnis 11: Der Marktpreis ist der höchste der niedrigen, aber gleichzeitig auch der niedrigste der hohen Preise. Das lässt sich dann verkürzen zu:

    nur der höchste Preis zählt

    .

    Erkenntnis 12, vielleicht am wichtigsten:
    Als Nachfrager bin ich geneigt, mit dem günstigsten Anbieter ein Kartoffel-Abo abzuschließen. Ich erhalte einen guten Preis, muss mich dafür aber für ein Jahr zur Abnahme verpflichten. #1 kann mit sicheren Einnahmen planen und seinen Gemüsestand im Schuppen lassen.

    Ergebnis: Ich erhalte die ersten 3 kg für 2,40 Euro direkt von #1 und erwerbe nur den Rest auf dem Markt. Für 5 kg bezahle ich dann zusammen 12,20 Euro.

    Die meiste Energie wird auf dem echten Markt nicht an der Börse gehandelt, sondern über solche Verträge. An der Börse werden nur die Mengen gehandelt, die nicht über solche Verträge abgedeckt sind. Wer noch mehr wissen möchte, googelt Begriffe wie “PPA” und “take-or-pay”.

  57. Uwe

    Schönes Bild, Dominik.
    Wollen wir noch eine Nebendiskussion zur Erkenntnis 4 aufmachen? Hier insbesondere der Hinweis zur Skalierung und dass größer gleich mehr Gewinn bedeutet.
    Wer jetzt nicht sofort an Amazon, Microsoft und Co. denkt, hat die Kontrolle über sein BWL-Skript verloren.
    Was sagst Du dazu, rheinländer?

  58. Haidhauser

    @Uwe
    Ich will die audience hier nicht langweilen, daher kurz: sie war hype, klar, aber ich fand sie nett (das ist keine Kunst und es hätte vermutlich jeder in meinem Alter getan).
    Und, keine Sorge, würden wir uns heute begegnen, sie würde sich nicht erinnern.
    Heute habe ich abseits des persönlichen Interesses beruflich nichts mehr mit Musik zu tun, die Branche ist Anfang der 2000er untergegangen.
    Stattdessen verdiene ich meinen Lebensunterhalt als Angestellter in einer großen WP Gesellschaft.
    Jetzt kannste googeln.

  59. tony

    danke für eure Hinweise zum neuen Biontech-Omikron-Impfstoff,
    hab mir heute meine 4. Impfung geholt im Expressverfahren,
    so gefällt das

  60. Uwe

    @haidhauser:
    EY man, ey.
    Hast Du mal über den Wechsel des Arbeitgebers nachgedacht oder zumindest über die Neuorientierung Richtung Consulting?

    Was die audience hier langweilt bestimmt immer noch sternburg und der beauftragt Embolado damit.

    Muss man wissen.

  61. rheinläner

    Ich hätte er gesagt, die Kontrolle übers VWL-Skript verloren.
    Ansonsten gibt es nichts zu ergänzen, die klassische Preisfindung mit den bekannten Effekten.
    Bleibt die Frage, will man den Strommarkt so gestalten? Bzw. liegt aktuell ein Marktversagen vor, dass man in die Marktgestaltung eingreifen muss.

  62. Uwe

    @rheinländer:
    Selbstverständlich VWL, point taken.
    Um den einen VWL-Prof des Uwe zu zitieren:

    Nichts ist beständiger als das Beharrungsvermögen des Status Quo.

    Nicht zu verwechseln mit

    Vorzeichen sind Glückssache!

    vom Prof der Linearen Algebra.

    Gibst Du noch eine Antwort auf die selbst gestellte Frage, ob man den Strommarkt so gestalten will/soll?
    Wie wäre es für die Verbraucher besser?

  63. korncola

    @Uwe: Zentralorgan der FDJ zu DDR-Zeiten, besteht in der BRD weiter als linksextremistisch vom Verschassungsschutz eingestuft, weiterhin von SED und MfS-Kadern durchsetzt.

  64. Franzx

    habe nach dem ersten Satz aufgehört zu lesen; die ach so hohe Wahlbeteiligung lag nach eignen Zahlen der russischen Behörden teilweise bei 0,8 %.

    eine Beobachtung der “Wahl” war übrigens nur möglich durch Begleitung der russischen Armee. Finde den Fehler.

  65. Franzx

    Ulrich Heyden, der den Artikel für die Junge Welt geschrieben hat, ist übrigens als “Journalist” für RT und pravda.ru tätig. Ein schöner Propaganda-Artikel, für den die Junge Welt hoffentlich Geld bekommen hat.

  66. Herr Holle

    @sternburg: Magst Du bitte bei Gelegenheit mal diesen Kommentar löschen? Das gehört nicht hierher. Danke im Voraus und auch sonst!

  67. trempot

    @Klappflügel
    Du solltest unbedingt aufhören Fefe zu lesen, wenn du ihn nicht verstehst.
    Ich weiß aber auch nicht, was der da zeigen will.
    Wenn Nordzypern morgen ein Referendum abhält, dass die gesamte Insel Zypern türkisches Staatsgebiet wird, der griechische Teil aber nicht abstimmen darf, ist es doch wumpe wer, wie, warum abgestimmt hat.
    Genau so ist es in der Ukriane, die gesamten Oblaste wurden zu russichen Staatsgebiet erklärt, allerdings wurde nur in den russisch besetzen Teilen der Oblaste abgestimmt.
    Das Ergebnis und die Motivation dahinter ist völlig egal.

  68. korncola

    @trempot: Zustimmung. Zu technischen Themen ist Fefe für mich mal eine Institution gewesen – lange her. Bei politischen Themen habe ich ich ihn schon immer mit Vorsicht genossen, das würde ich auch jedem raten. Denn im Gegensatz zu bspw. C-Programmierung oder Securitythemen ist da sein Horizont ideologisch bewusst von ihm selbst begrenzt, was ich leider auch bei vielen neueren technischen Themen aus dem Cloud, IaC und DevOps-Bereich zeigt, wo er nur Verachtung für übrig hat. Es fehlt mir die Weiterentwicklung auch in technischen Themen bei ihm. Zum Thema Russland kann ich sein Geschwurbel seit Jahren kaum ertragen und meide ihn immer mehr seit 2014.
    Schade eigentlich – aber auch nur meine Meinung/Empfinden ohne Anspruch auf Wahrheit.

  69. Ich hab bei fefe vor langer Zeit aufgehört zu lesen. Aber ich krame immer mal wieder den Artikel von mspro über ihn und den fefismus aus. Eine wunderhübsche Beobachtung über die strukturelle kognitive Dissonanz von Spezialexperten, die man keineswegs nur auf Programmierer begrenzen muss, sondern auch ganz hervorragend auf z.B. Juristen oder Physiker übertragen kann. Die macht vieles im Leben erklärbarer.

    Und bei einer “Wahl”, bei der Leute in Begleitung bewaffneter Soldaten an die Wohnungstür kamen, um einen großen Wahlscheinlappen ungefaltet und ohne Umschlag in eine durchsichtige Urne zu werfen (und das sind die russischen Bilder), ist es mir ehrlich gesagt egal, ob und inwieweit das Ergebnis das Stimmungsbild irgendeiner Einzelperson abbildet. Das ist halt keine Wahl. Und sie ist egal.

  70. trempot

    Ich würde das auch nochmal auf das Referendum in Katalonien ausweiten:
    Das Referendum hatte ein Zustimmung von über 90%. Die Wahlbeiteligung lag allerdings bei deutlich unter 50%.
    Das Referendum war nämlich schlicht illegitim und auch illegal.
    Warum sollte ich einem Referendum meine Gegenstimme geben, wenn ich das gesamte Verfahren für illegal halte? Warum sollte ich an einem kriminellen Akt teilnehmen?
    Oder um es ganz dämlich zuzuspitzen: Würde jemand mit seinem Namen und Adresse auf dem Marktplatz unterschreiben, wenn die NPD dort Unterschriften gegen Kinderschänder sammelt?

  71. mik

    @sternburg: Für die Spezialexperten braucht es nur einen kleinen Schein im Nebenfach jenseits des Typens. Für Juristen recht greifbar,

  72. Uwe

    @trempot:
    Darf die NPD nicht gegen Pädophile Unterschriften sammeln oder ist es problematisch der NPD eine Signatur zu geben, obwohl man gegen die demokratiefeindlichen Rechtsradikalen ist?
    Was ist Deine konkrete Aussage?

  73. trempot

    Das ist doch eine Frage und keine Aussage ;-) Ich verstehe allerdings nicht, was daran missverständlich sein sollte?!
    Gemeint ist natürlich, dass man an einer Sache nicht unbedingt teilnimmt, obwohl man die Zielsetzung vertreten könnte.

  74. Uwe

    @trempot:
    Da bin ich bei Dir.
    Du siehst, das Leseverständnis eines Uwes ist nicht das Gelbe vom Ei.
    Würde in der von Dir gestellten Frage noch eine Abwägung nach dem größeren Übel erfolgen oder die Sorte des Fragestellers die Abgabe der Unterschrift ausschließen, egal wofür oder wogegen es geht?

  75. Deshalb haben ordentliche Volksbefragungen in der Regel ja auch ein Quorum.

    Trotzdem leuchtet mir nicht ganz ein, wie man die katalanische Abstimmung, über deren Legitimität und juristischen Status man sicherlich streiten kann, in einem Atemzug mit diesem so durchsichtigen wie perfiden Theaterstück nennen kann.

  76. trempot

    @Uwe
    Die Worte “nicht unbedingt” sind wohlwissend dort gesetzt ;-)
    @sternburg
    Das ist ein Versuch meine beiden Punkte “sowohl das Ergebnis als auch die Motivation dahinter sind völlig egal” zu belegen.
    Fefes Argumentation ist ja nunmal, dass es keine Beweise für Gewalt, Vertreibung und Wahlfälschung gibt. Deshalb sind in seinen Augen die Referenden legitim und die kommunizierten Ergebnisse sind korrekt.
    Punkt 1: Die Referenden sind nicht legitim und daher auch das Ergebnis egal
    Punkt 2: Selbst wenn die Ergebnisse korrekt sein sollten, gibt es genügend Gründe, einem solchen Referendum fernzubleiben (wie in Katalonien), weil es eben nun mal illegal und ein “perfides Theaterstück ist.” Dann ist das Ergebnis vielleicht korrekt, die Wahl aber trotzdem nicht legitim.

  77. Uwe

    @trempot:
    Bist Du nicht der Meinung, dass aaaas.de ein “perfides Theaterstück ist.”?

  78. Ach gott, du bist noch bei fefe. Entschuldige bitte, dessen Meinung hatte ich nicht wahrgenommen (zu meinem Glück anscheinend).

    Ich weiß trotzdem nicht, ob ich zum Beleg Deiner Ansicht so weit ausgeholt hätte – damit machst Du Dich bloß angreifbar (s.o.).

    1. Die Referenden sind scheißegal, weil illegal.
    2. Es gibt tonnenweise Beweise für Gewalt, Vertreibung und Wahlfälschung, und dafür reichen sogar schon die offiziellen russischen Quellen.
    3. End of story.

    FTFY

  79. Uwe

    Jetzt mal ernsthaft, sternburg.
    Wer immer wieder Twitter verlinkt, hat die Kontrolle über sein content management verloren.
    Dann können wir ja gleich nur noch über FCB, BVB, CL oder N11 reden.
    Das ist so unfassbar banal und Du weißt es.

  80. Franzx

    wie bescheuert liegt eigentlich dieses Jahr für Arbeitnehmer Weihnachten? Nur mal so….

  81. Hotte

    Wie, hier gibt es Arbeitnehmer? Wenn ich das gewusst hätte.

    Ja, Franzx, das ist echt nicht so toll in diesem Jahr. Und dann erst Silvester und Neujahr.

    Ich erinnere mich jedoch auch an unsere persönliche Begegnung am 15.08.. Wer hatte denn da einen Feiertag und konnte so ins Olympiastadion gehen? ;-).

    Im Namen des veniat und anderen hier denke ich mal, dass es da den Nicht-Bayern oder so, noch viel schlechter geht (frei nach Otto Waalkes). :-)

  82. Franzx

    das ist schon richtig und der 1. November kommt ja auch noch;-)

    2024/2025 wird dafür mal so ein richtig arbeitnehmerfreundliches Weihnachten/Neujahr

  83. Embolado

    Während der WM gibt es doch noch genügend Feiertage wenn Deutschland spielt und alles nicht arbeitet ;-)

  84. Hotte

    @Embolado:

    Ist das nicht eher andersrum? D.h. die deutsche Mannschaft arbeitet zu der Zeit nicht und Deutschland spielt derweil mit dem Handy rum? ;-)

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