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Montag, 13.05.2019

Nur mal so außer der Reihe:

Auch ich rate jedem AfD-Wähler, seinen Wahlzettel zu unterschreiben. Seit Jahren. Und gar nicht mal nur hämisch: Nach einer Machtergreifung der AfD wäre das bestimmt von Vorteil.

Hier kann ich sowas einfach so hinschreiben. Weil sich der Inhaber des hiesigen Webspaces bei der Frage, welche Bemerkungen er unterbinden muss, erfrischenderweise an der Maßgabe von Recht und Gesetz orientiert. Und nicht reihenweise und routinemäßig offensichtliche Faschisten mit offensichtlichen Faschisten-Meinungen gewähren lässt, während er reihenweise klare Demokraten mit klaren Demokraten-Sparwitzen sperrt.

Kurz gesagt: Robert ist nicht Twitter.

Das ist keine neue Erkenntnis. In den letzten Tagen aber eine überraschend schmerzhafte.

[ps und Offenlegung: Sage ich als jemand, der auf Twitter trotz recht robuster Kommunikation noch nie gesperrt wurde und dessen Beschwerden zu diversen Sperren führten]

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Donnerstag, 09.05.2019

Ganz kurz mal zum Thema “Was stellen die eigentlich mit unserer Zwangs-Abgabe an?”:

Die “Sport inside”-Sendung vom Montag war sehr sehenswert.

Ein bedrückender Überblick über den alltäglichen Antisemitismus auf deutschen Fußballplätzen (und wo das so herkommt).

Eine deutliche Ansage über die Lage in Ägypten und was das mit dem Afrika-Cup zu tun hat. Hier völlig unter dem Radar. Als Bonus wunderschöne “Don’t mix!”-Aussagen des CAF.

Wie üblich zur Abrundung noch eine Feel-Good-Story über Monika Staab, die in Gambia Frauenfußball und damit Menschenrechte verbreitet. Wie so oft liegt hier die Erkenntnis in den Nebensätzen: Frau Staabs Bestrebung wird vom DOSB und vom AA finanziert, also wohl nicht vom DFB. Der reichste Sportverband der Welt, der – soweit mir bekannt – z.B. als einziger olympischer Sportverband keine paralympische Abteilung besitzt. Und halt stattdessen gerne mal den einen oder anderen gut in PR eingebetteten Brosamen über die Sepp-Herberger-Stiftung fallen lässt. Aber das nur am Rande.

Mir ist natürlich bewusst, dass hier regelmäßig von rührigen Gästen auf Beitrage von “Sport inside” hingeweisen wird.

Und ich stehe dem auch nicht unkritisch gegenüber. Gerade bei dem Antisemitismus-Beitrag muss ich schon bemüht darüber hinweg sehen, dass er mit Äußerungen irgendwelcher Spinner im Internet aufmacht – ohne zu erwähnen, welcher Gegenwind denen in diesem Internet entgegen wehte. Bei den ersten beiden erwähnten habe ich das zufällig mitbekommen. Und der erste erwähnte Fall, der emotional gestörte Union-Fan, wurde gerade aus dem Union-Lager heftig zerpflückt (zu Recht natürlich). So unwichtig das für das vom Rest des Beitrags gezeichnete Bild des alltäglichen Antisemitismus ist – dieses Detail so ohne die Reaktion darauf zu erwähnen, das zeichnet halt auch ein falsches Bild.

Und natürlich sehe ich die Tragik darin, dass da Teams aus richtigen Journalisten und ordentlichen Aufnahmegeräte-Bedienern (m/w) durch die Republik und die Welt geschickt werden, die offensichtlich Stunden an interessantem Material nach Hause bringen – und am Ende muss alles in ein Drittel einer halben Stunde passen.

Das ist alles nicht perfekt. Und das wird alles schon wahrgenommen. Aber halt zu wenig.

Von mir. Ich nehme das zu wenig wahr. Ich rede eigentlich weniger mit Euch als mit mir. Ich wollte es trotzdem einfach mal gesagt haben.