193 Comments

Samstag, 03.10.2015

Guten Tag. Ich bin ein Platzhalter, an dem bis heute niemand nichts ergänzt hat.

193 comments

  1. Conejero

    #Tag der Deutschen Einheit

    Wie haben denn die hier aktiven ehemaligen DDR-Bürger die Sportlandschaft vor und nach der Wende erlebt?
    (Abgesehen vom Fussball, bei dem wir dann ja auf Jahre unschlagbar wurden…)

    Für uns Westler änderte sich ja nicht viel – es kamen “lediglich” 16 Mio neue Sporttreibende bzw. neue Vereine dazu. Im Osten des neuen Deutschlands brachen dann jedoch Strukturen zusammen.

    Schloss man sich dann als Fan schnell/ unproblematisch einem anderen Klub an (Stichwort “Erfolgs-/Modefan”) oder was hatte das für weitere Folgen?

  2. Standuhr

    Früher fand das Sportleben halt in Betriebssportgemeinschaften statt und da ging es nicht um Geld um das alles bezahlen zu können. Dafür gab es den Staat, der das bereitstellte. Sicher gings zum Ende der DDR abwärts mit den Sportstätten, aber der DDR Bürger war erfinderisch und wusste sich zu helfen. Mit der Öffnung der Grenzen sind ja erst mal viele Wirtschaftsflüchtlinge in den Westen abgehauen und der Rest hatte plötzlich andere Interressen. Erst mit der Zeit wurde sich auf alte Traditionen besonnen, aber halt auf niedrigerem Niveau als vorher. Ein paar Inseln des großen Sports wie Handball in Magdeburg, Leipzig und Wurfsportarten in der Leichtathletik sind übriggeblieben. Dynamo ein seltsamer Sonderfall und der Rest dämmert meist, am Rande der Zahlungsunfähigkeit ( etwas übertrieben) in einer Nische dahin.
    Werder Fan war ich schon zu DDR Zeiten und zum heimischen sechtklassigen Klub geh ich auch jede Woche immer noch.

  3. MarioP

    @ Deutsche Einheit

    Für den Westen hat sich auch etwas geändert. Plötzlich wurde der Medaillenspiegel interessant (den westdeutsche TV-Journalisten in den Achtzigern schon abschaffen wollten).

    Einen neuen Verein brauchte sich kaum jemand zu suchen. Von Interesse war früher schon die Bundesliga und der einheimische Fußball wurde wenn überhaupt am Rand betrachtet. Ausnahme natürlich das “Tal der Ahnungslosen” in Dresden und Umgebung.

    Ansonsten bin ich froh, das ich die ersten 20 Jahre meines Lebens in der DDR verbringen “durfte”. Deshalb weiß ich unser jetziges System mit all seinen Schwächen zu schätzen. Ich bin für die Einheit dankbar.

  4. Heiner

    @Willi

    Wäre auch komisch wenn Adidas sich gegen Blatter ausspricht. Man hat Blatter schließlich erschaffen und die Korruption im Fußball miterfunden.

  5. Arnesen

    Grundsatzreden zum 3. Oktober? Was für eine dämliche Idee.
    Mach ich.

    Der größte persönliche Ost-West-Kulturschock war wohl, als ich 1990 die Sporthalle eines Hamburger Gymnasiums betrat, um dort Basketball, oder das, was wir dafür hielten, zu spielen. Dass die Hamburger besser waren als wir Dresdner waren, kam nicht überraschend, aber dass die für ihre Schule eine Halle hatten wie wir in der ganzen Stadt nicht, schmerzte ein wenig.
    Das Ost- gegen West-Zigaretten-Tauschen in der Kabine schmerzte dann nicht.

    Ansonsten fallen mir ein paar Sportarten ein, bei denen ich den Zeitenbruch deutlich stärker spürte als beim Betrachten von Judoka, Rennrodlern und Turmspringern (die in Dresden immer noch viel gelten.)

    GALOPPSPORT
    Zu DDR-Zeiten kannte man die Viecher, die in Dresden antraten, einfach. Man müsste mal herausfinden, wieviele Vollblüter in der DDR gleichzeitig in den Ställen standen – ich schätze auf knapp 1000.
    Nach 1990 habe ich das sportliche (und finazielle) Interesse ein bisschen verloren, ab und an gehe ich mal hin, um mir einen schönen Nachmittag zu machen.

    HANDBALL
    Kaum eine andere einigermaßen populäre Sportart zeigt so gut wie der Herrenhandball, dass Ausbildung und internationale Klasse nach 1990 kein Kriterium für funktionierenden professionellen Mannschaftssport war.
    Magdeburg ist einigermaßen in der Bundesliga angekommen, der Rest des sportlich mindestens gleichwertigen Ostens wurde nie mehr als Abstiegskandidat.

    FUSSBALL (nur mal kurz)
    Ihr macht euch kein Bild, wie gut die Dresdner Mannschaft von 1988/89/90 war und noch hätte werden können. Sie wussten es ja selbst nicht.
    Dass mir diese Truppe ebenso aus dem Herzen gerissen wurde wie die 90prozentige Sicherheit, einen starken 18jährigen die nächsten 15 Jahre in meinem Stadion beobachten zu dürfen, hat meine Distanz zum Fußball extrem vergrößert.
    Ich leite daraus den Grund für meine Eigenart, nur noch Nationalmannschaften ernsthaft mögen zu können, ab. Nicht wegen der Nation, sondern wegen der Zugehörigkeit eines Spielers zu einer bestimmten Mannschaft.
    Es muss auch nicht zwingend die deutsche sein. Dass große Turniere auch ohne eigene Mannschaft große Turniere sind, konnte der DDR-Bürger recht einfach lernen.

    LEICHTATHLETIK
    Das war der Teil der DDR-Medaillen-Schmiede, der mir gut gefiel. Möglich, dass ich das als Erwachsener kritischer gesehen hätte, aber Leichtathletik war wirklich Volkssport. Aktiv und passiv.
    Man studierte auch noch mit Freude detailierte Weltjahresbestenlisten, die im “sportecho” tatsächlich regelmäßig gedruckt wurden.
    Das vermisse ich ein wenig.

    RADSPORT
    Die DDR war, wenn man ehrlich ist, auch keine “Radsportnation”. Jedenfalls nicht wie Belgien oder Italien.
    Was dem Heute-Deutschland die Tour de France ist, war der DDR die Friedensfahrt.
    Mir hat das damals auch gereicht.
    Heute möchte ich die herrlich bunte Welt aus Frühjahrsklassikern, Giro, kleineren Rundfahrten, Zeitfahren, Königssprints, Weltmeisterschaften, italienischen Herrbstrennen und meinetwegen auch der Tour nicht mehr missen.

    SKI ALPIN
    Neben Tennis wahrscheinlich die populäre West-Sportart, in der der Osten am meisten Rückstand hatte. Es gab auch hier Tennisplätze und mit schlechterer Ausrüstung fuhr man auch in Erz- und Riesengebirge die Pisten hinab, aber sowohl als Volks-, als auch als Spitzensport spielten sie keine große Rolle.
    Als ich dann alpine Rennen auf der ARD sehen durfte (Dresdner, you know…), hatte ich das bekannte Rennrodel-Gefühl: Irgendjemand fährt den Berg hinunter, unten rechts läuft eine Zeit mit – und ich habe keine Ahnung, war er schnell oder langsam ist.
    Mittlerweile freue ich mich – von Liebe, Essen und Trinken abgesehen – auf kaum etwas so sehr wie den Winter. An den Wochenenden herrlichste TV-Unterhaltung durch eine Sportart, die ich beurteilen kann und als Höhepunkt der eigene Ski-Urlaub.
    Wenn das Geld reicht, zwei.

  6. Der Feiertag ist mir ungefähr so wichtig wie dem Typen über mir der gerade die Schlagbohrmaschine rausgeholt hat…

    Ich sag mal so wir haben in Deutschland enorm vom Fall des Eisernen Vorhangs profitiert. Plötzlich sind wir das Zentrum Europas und die größte Wirtschaftskraft. Dazu haben wir selbst keine Atomwaffen (im Gegensatz zu Frankreich und Großbritannien). Wirtschaftlich wird jetzt ganz Europa zusammen geführt.

    Auf was für wackeligen Füßen das alles steht haben wir 2008 mit der Immobilienblase gesehen und jetzt in den letzten 3 Jahren mit Griechenland. Die Arbeitslosigkeit in den südeuropäischen Ländern ist enorm. 40% Jugendarbeitslosigkeit in Spanien und Süditalien. In Griechenland arbeitet sogar nur noch jeder Zweite. Unsere Austeritäts-Bestreben mach in Griechenland alles kaputt. Dazu noch Krisen in der Ostukraine und Syrien, die sich jetzt auf ganz Europa ausweiten.

    Ich bin froh, dass bisher alles so gut geklappt hat, bin mir aber auch bewusst, dass es 1933 nicht viel anders aussah. Die Griechen fühlen sich von uns sicherlich genau so erdrückt wie die Bürger der Weimarer Republik von Frankreich.

    Ich hoffe jedenfalls, dass wir mit den Flüchtlingen jetzt nicht wieder einen Buhmann finden, der die nationalen Tendenzen aufflammen lässt. Mir haben die Leute, die Flüchtlinge an den Bahnhöfen beklatscht haben, ein gutes Gefühl gegeben. Ich hoffe das ist es, was Deutschland heute darstellt. Nächstenliebe und Fremden-Freundlichkeit.

    Beim Sport ist genau der einzige Punkt, wo ich mich über meine Nation wirklich freue (Nationalhymne ist mir egal, unsere ist sowieso eher mau im Vergleich zu Frankreich, USA, Italien, Russland und noch nem guten Dutzend anderer). Da verteidige ich auch so Sprüche wie “Die Gauchos die geh’n so” und den “Inneren Reichsparteitag”.

    Alles was darüber hinausgeht (AfD usw.) wird hoffentlich weiterhin sofort im Keim erstickt.

  7. MarioP

    @ arnesen

    Ich habe Schwierigkeiten nach mir geborenen zu erklären, warum DYNAMO Dresden der populärste Klub im Osten, DYNAMO Berlin dagegen der aus ganzem Herzen gehasste Klub war. Der Hass auf den BFC ist leicht nachvollziehbar. Die Sympathie für den Polizeiverein aus Dresden eher nicht. Wie wurde der “Sponsor” in Dresden vor 1990 gesehen? Lag das volle Stadion nur daran, das ihr im “TdA” nichts anderes kanntet? Vielleicht kannst du deine Sicht dieser Dinge schildern.

  8. Arnesen

    Wissenschaftlich zufriedenstellend kann ich das nicht erklären, Mario.

    Persönlich ist es wohl so: Man wird in einen gesellschaftlichen Konsens hineingeboren. Ich kannte und kenne niemanden in Dresden, der etwas gegen Dynamo hat(te), weil der offizielle “Trägerbetrieb” die Polizei war. (Ich glaube noch nicht mal, dass die Polizei bis zum Hauptbahnhof 1989 als grundsätzlich bedemklich betrachtet wurde, aber da mag ich zu jung gewesen sein. Die “Transportbullen” wurden von den Fußballfans nicht gemocht, die normalen “Grünen” waren eher harmlos.)
    Wie auch immer: Das Auftreten von Klub und Spielern war fast vollständig zivil, auch bei offiziellen Anlässen habe ich da kaum eine Uniform in Erinnerung.

    Ich bin auch nicht sicher, ob der BFC-Hass genauso groß gewesen wäre, wenn die Stasi dort still und bescheiden einen Fußballklub der “Großen 5” (Magdeburg, Jena, Lok, Leipzig, Dresden, BFC) betreut hätte. Möglich, dass erst das Meister-Abo mit unzähligen kleinen und großen Schiebereien diesen Prototyp einer gehassten Fußballmanschaft geschaffen haben.

    Die generelle Fixierung auf die DDR-Oberliga lag natürlich auch am fehlenden Westfernsehen und der sich dadurch noch verschärfenden Konstellation von “Provinz gegen Hauptstadt”.
    Ich habe auch Mitschüler, die sich als Bayern- oder HSV-Fan bezeichneten, nie so richtig verstanden. Wie kann man für eine Fußballmannschaft sein, die man so gut wie nie spielen sieht?

    In meiner Erinnerung war das Zugehörigkeitsgefühl in etwa so:

    Für Dynamo Dresden waren alle. Immer.
    Bei der DDR-Nationalmannschaft konnte man sich entscheiden. Manche wollten sie siegen sehen, manche verlieren. Ich war bei ersteren.
    Der BFC wurde verabscheut und die wenigen Leute, die sagten: “Aber im Europapokal bin ich für sie, weil sie dann für unser Land spielen”, wurden mindestens belächelt.
    Die anderen DDR-Mannschaften durften im Europapokal auch gern mal gewinnen, aber weiter als Dynamo zu kommen, musste nicht unbedingt sein…

  9. Standuhr

    Ich wohne ja so 50 km weg von Dresden und erkläre mir das eher mit der Vergangenheit. Im Osten hieß es nicht umsonst Ausser Raum Dresden. Damals fühlten sich die Dresdner immer irgendwie als benachteiligt gegenüber Berlin und gleichzeitig für irgendetwas besseres und das ist heute immer noch so, nicht umsonst haben Organisationen wie Pegida und die AfD hier ihre Hochburgen. Während sich der Rest den Bundesligafussball anschaute, waren sie auf Dynamo fixiert, wobei da niemals durchkam , dass das ein Polizeiverein ist. Wenn sie in der Oberliga bei uns in Riesa spielten, dann hat die Polizei immer gg. die Dynamo Fans durchgegriffen, während die wenigen BFC Fans machen könnten was sie wollten. Nach der Wende gab’s mal einen Knick, doch mit der Zeit zieht der am höchsten spielende Verein in Ostsachsen, unterstützt von den hiesigen Medien, natürlich wieder die Fussballfans an und mittlerweile ist es en vouge zu Dynamo zu gehen. Letzteres sehr zum Leidwesen der Amateurklubs in der Umgebung , die kaum Zuschauer haben, sobald sie am selben Tag wie Dynamo spielen.

  10. MarioP

    @ arnesen

    Danke für deine ausführliche Antwort.

    Mit der Nationalmannschaft ging es mir genauso wie dir. Ich wollte sie siegen sehen und ich habe auch Goldmedaillen bei Olympia gezählt und gefeiert. Das war natürlich naiv, aber ich war jung…

    Vielleicht noch interessant für die Jüngeren: Der Sport war so ziemlich der einzige gesellschaftliche Bereich in der DDR, in dem öffentlich Kritik geübt werden konnte. Natürlich niemals am System, aber Sportler und Mannschaften (vor allem Fussballer) wurden bei “Versagen” an den Pranger gestellt. Einmal erschien eine Tageszeitung mit einer unbedruckten Seite und dem Hinweis (sinngemäß):”Hier sollten Berichte über die DDR-Mannschaften im Europapokal stehen, es lohnt sich aber nicht über sie zu schreiben”

  11. Murgl

    Skisport habt ihr angeschnitten aber Ski Springen und Ski Fliegen nicht. Alleine Jens Weisflog usw.

    Und wir Österreicher haben noch eine kleine Beziehung zu einen DDR Ski Springer. Der leider zu früh verstorbene Hans Hölzl aka Falco hat seinen Künstlernamen vom DDR Sportler Falko Weißpflog der auch die Schanzen der Winterwelt bereist und besprungen hat

  12. Speedy

    Ich denke, der wichtigste Grund für die Popularität von Dynamo Dresden bestand darin, dass meist nur sie spielerisch in der Lage waren, dem verhassten BFC Paroli zu bieten. Es gab natürlich auch andere starke Mannschaften, doch die Konstanz war bei Dynamo halt am größten. Hinzu kam auch die Tatsache, dass Dresden ohnehin eine Fußballhochburg war. Ich möchte da nur an den DSC mit König Richard vor und während des Krieges und die SG Dresden-Friedrichstadt mit Helmut Schön (genau, der Weltmeistertrainer von 1974) erinnern. Dynamo (noch als SC Einheit Dresden) profitierte zwar ursprünglich von der Auflösung der SG Dresden-Friedrichstadt, musste aber in den 1950er Jahren die komplette Mannschaft nach Berlin abgeben, so dass die Dresdner die Opferrolle der SG Dresden-Friedrichstadt auf Dynamo Dresden projezieren konnten. Und Dynamo blieb ja auch zumindest nach außen selbst als Spitzenverein immer nur eine Sportgemeinschaft, während die anderen Leistungszentren im Fußball sich mit dem Titel Fußballclub schmücken durften. Man fühlte sich also als eine Art erfolgreicher Underdog.

  13. MarioP

    @ speedy

    Dynamo Dresden war kein offizieller Fussballklub, genoß aber dieselbe Förderung wie die 10 Fussballklubs. Als Underdog haben sie sich bestimmt nicht gefühlt. Und Dynamo ist auch kein Nachfolger vom SC Einheit gewesen. Sie existierten nebeneinander.

  14. spoonman

    Wie waren in der DDR eigentlich die Sympathien für die Bundesligavereine verteilt? Gab es da größere regionale Unterschiede, z.B. HSV-Hochburgen in Mecklenburg oder viele Hertha-Fans in Ost-Berlin?

    Dass die Bundesliga im Fernsehen der DDR nicht vorkam, weiß ich (war allerdings umgekehrt mit der DDR-Oberliga ähnlich), aber wie war es in den Zeitungen? Gab es da nur die Ergebnisse/Tabellen oder ab und zu auch Artikel?

    Gab es inoffizielle Fan-Freundschaften zwischen Ost und West?

  15. Speedy

    Zumindest in der Fuwo konnte man die Ergebnisse und Tabelle der Bundesliga nachlesen.
    Was die Verbundenheit betrifft, sagt der alte Spruch “es gibt zwei Meister an der Spree, FC Union und Hertha BSC“ im Bezug auf Berlin eigentlich alles. Lang ist es her…

    @MarioP: Deshalb schrieb ich auch nach außen.

  16. Uwe

    Viel wichtiger: Pocher und Kastrop, da siehste was Besseres. Analyse ist Glücksache.

  17. Matthias

    @Sebastian: Ich bin nicht Linksaussen, aber ich nehme an, der Punkt ist, dass du in deinem Beitrag gefühlte Ewigkeiten über die internationale Weltlage referierst und dann alibihalber einen kurzer Sportabsatz nachschiebst, während die anderen die deutsche Einheit fast ausschließlich in einem sportlichen Kontext diskutieren.

  18. Matthias

    Noch nachgeschoben: Altersbedingt (zur Wende war mein Alter noch einstellig) traue ich mir nicht zu, die sportliche Situation in der DDR mit der heutigen bzw. der Zeit unmittelbar nach der Wende zu vergleichen. Wurde aber schon viel Interessantes und Spannendes gepostet.

  19. Uwe

    Es wird Zeit, dass die unfehlbare Regel drei Ecken – Elfer in der Buli eingeführt wird. Das Elend, hier BMG-VW, ist doch nicht mit anzusehen.

  20. An der Bezeichnung als FC oder SG konnte man also (mit Ausnahme von Dynamo Dresden) den Förderstatus ablesen. Schau an. Immer, wenn man denkt, es gibt nichts mehr dazu zu lernen…

    @Conejero: Im Osten des neuen Deutschlands brachen dann jedoch Strukturen zusammen.”

    Ich war damals Kind, Westberliner und Eishockeyspieler. Und wir waren nicht schlecht. Wirklich nicht.

    Dachten wir. Mit Öffnung der Mauer trafen wir plötzlich auf Mannschaften, die uns materiell unterlegen, aber sportlich weit überlegen waren. Spielerisch, körperlich und vor allem mannschaftstaktisch. Dabei hatten wir einen ehemaligen tschechoslowakischen Nationalspieler als Trainer, der sehr viel Wert auf eine sehr fundierte Ausbildung gelegt hat.

    Aber wir hatten ein ganz anderes Umfeld. Klar ist das Erika-Hess (Wedding) eine lässige Halle und auf einen Zehnjährigen übt die (bekletterbare) Pylonen-Architektur einen der USS Enterprise durchaus vergleichbaren Eindruck aus. Aber Du kannst Dir nicht vorstellen, was für einen Eindruck das Sportforum (Hohenschönhausen) gemacht hat. Du kamst aus dem Staunen nicht heraus. Im negativen (das war Steampunk, Alter) wie im positiven: Das ist alles Sportgelände? Wie “Trainingshalle”? Hier stehen zwei Hallen? Nebeneinander?

    Als wir dann bei der Landerwärmung mal durch die falsche Tür raus und in die falsche Tür reingejoggt waren, da war ich dann völlig fertig. Die hatten eine verfickte extra Halle, groß genug für einen Eisschnellaufring. Einen Eisschnelllaufring! Ich dachte, ich stehe in einem Flugzeughangar. An der Tür stand “Eisschnellauf-Halle”. Als wäre es das normalste von der Welt, eine “Eisschnellauf-Halle” zu haben.

    Dort löste sich dann auch das Rätsel, wo eigentlich der öffentliche Lauf stattfindet: In der Fläche im Inneren des Rings, logisch. Wie in Wilmersdorf. Nur das in Wilmersdorf niemand auf die Idee gekommen wäre, dort ein Dach drüber zu bauen.

    Und jetzt fiel mir auch auf, was ich in der Eishalle die ganze Zeit als seltsam spürte, aber nicht bewusst wahr genommen habe: Dort fehlte jegliche Infrastruktur für öffentlichen Lauf. Keine Anschnallhalle. Kein Schlittschuhverleih. Ein Verein. Zwei Eishallen. Ohne andere Nutzung. Kein Wunder, dass die uns überlegen waren. Die kannten den Begriff Eiszeitenverteilung wahrscheinlich gar nicht. Die hatten schlichtweg Eis. Das Eis war da. Es mussten nur Trainingszeiten für die verschiedenen Mannschaften festgelegt werden. Mehr nicht. Niemand musste sich mit vier anderen Eishockeyvereinen und drei anderen Nutzungen (von denen eine auch noch Geld bringt und mit Abstand am meisten Bürger gleichzeitig aufs Eis lässt) herum streiten. Ein ähnliches Erweckungsgefühl hatte ich erst Jahre später wieder, als ich langsam verstand, dass ich mich jetzt nicht mehr ins Internet einwählen muss, sondern dass das Internet ab jetzt einfach da ist. Immer.

    Später hatten wir dann zum ersten mal in der Paul-Heyse-Straße Training. Dort kam ich einem anderen Effekt auf die Spur. Beim ersten Schritt auf das Eis im Sportforum war mir nämlich klar: Die haben hier eine schlechtere Eisanlage als z.b. in Wedding. Ich kann das nicht in Worte fassen. Aber in Westberlin hatten wir eine extreme Bandbreite von Eisqualitäten. Meine Füße spürten das einfach. Trotzdem war über eine gesamte Eiszeit der Eindruck vom Eis in Hohenschönhausen irgendwie besser als im Wedding. Es gab einfach viel weniger Störungen, Löcher, Grate. In der Paul-Heyse habe ich dann herausgefunden, warum. Das war nämlich die TSC-Halle. Heißt: Dort trainierten die vieldekorierten Eiskunstläufer. Und zwar nur dort. Hohenschönhausen war also frei von Kringelkratzern! Und die machen bekanntlich unser Eis kaputt. Im Wedding konnten die drüber zambonieren wie sie Lust hatten, eine Eiszeit nach einem Training der Kringelkratzer war nie einfach.

    Ich selber habe die Paul-Heyse gehasst. Was ich nämlich auch nicht wusste: So richtige Eiskunstläufer (und nicht die Westberliner Laiendarsteller), die ziehen sich ihre Schlittschuhe anscheinend erst am Eis an. Ergibt irgendwie auch Sinn, machen wir das doch deshalb in der Kabine, weil das keineswegs der letzte Schritt ist. Danach zieht man noch einiges an Kram an, womit man dann nur noch ganz schwer zu den Füßen hinunter gebeugt kommt. Tja, und deswegen lag in der Paul-Heyse kein Gummi zwischen Eis und Kabinen. Und nun ratet mal, wer ständig seine Schoner verschlampte und deswegen die Schuhe in ansonsten voller Montur am Eis wechseln durfte?

    Ebenfalls beeindruckend war das erste Spiel in Weisswasser (natürlich mit Aufteilung zur Übernachtung auf Gasteltern, wie sich das gehört – überhaupt eine Vorgehensweise, die ich damals als europaweit einheitlich und selbstverständlich wahrnahm). Damals hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, eine Sportart auszuüben, die in dem Ort, in dem ich mich befinde, die wichtigste ist. So fühlten sich also die Fußballer.

    Aber so richtig verrückt wurde es erst, als das Trainingslager nicht mehr in Altenau stattfand, sondern in irgendwelchen wilden, tschechischen Kleinstädten. Nix mit Jugendherberge. Die hatten eine Unterbringung (den Begriff Sporthotel kannte ich damals gar nicht) an der Eishalle! Nur für Eishockeyspieler! Ich kann mich an ein Trainingslager erinnern, da habe ich eigentlich nicht viel mehr gesehen, als die Halle, die Kabine, den Schlafsaal, den Speisesaal und die Waldwege den Hügel hoch gegenüber der Straße.

    Jahre später war ich ähnlich baff, als ich mal in Tabor in der dortigen Halle stand. Klassische Wellblech-Architektur, völlig herunter gekommen (aber schnuckelig btw). Für, keine Ahnung, lass es 5k Zuschauer sein. Die hatten ein Hotel in der Halle. Mit Fenster zur Eishalle! In den Zimmern! ich wusste schon, dass es sowas gibt. Aber doch in der NHL. Und nicht in Tabor.

    Das sind alles Kindheitserinnerungen. Jede Tatsache kann also falsch sein. Aber das beschriebene Gefühl ist richtig. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es den meisten von uns so ging.

    tl;dr: Wir stießen mit dem Fall der Mauer (und des eisernen Vorhangs insgesamt) auf Gesellschaften, in denen unser Sport professioneller, ernsthafter und strukturell sehr viel besser ausgestattet ausgeübt wurde und einen völlig anderen Stellenwert hatte. Jede Arroganz ist uns schnell im Hals stecken geblieben.

    @Sebastian: Dein Eindruck trügt nicht.

  21. spoonman

    Danke, sternburg. Ernsthaft: sehr schöner Text. Du solltest mal überlegen, ob du nicht ein Blog startest…

  22. Spatzenhirn

    Kann aus Altersgründen auch nichts aus erster Hand sagen. Hinzufügen möchte ich allerdings zwei Punkte herangetragen durch meine ostdeutsche Verwandschaft.

    Es fällt unangenehm auf, dass in der Sportberichterstattung die *deutsche* Sport-Nachkriegsgeschichte fast ausschließlich die der BRD ist. So war beispielsweise eine (/die?) deutsche Fußballnationalmannschaft der Männer schon mal Olympiasieger. Mal sehen, ob das nächstes Jahr in Rio so kommuniziert wird. Eigentlich haben wir uns doch verständigt, dass wir den Schein wahren wollen die Wiedervereinigung sei die Fusion zweier Staaten und nicht die Übernahme eines durch den anderen.

    Die Personalie, wo dann vom Westen zugestanden wird, dass der Osten auf sie sehr stolz sein könne, wird dagegen sehr kritisch gesehen. Ich rede von Katarina Witt. Sie wird als sehr staatskonform in den Endjahren der DDR gesehen, noch mehr als unbedingt nötig war, und hat dann aber den Sprung in den Kapitalismus mit Bestnoten gemeistert.

  23. @spoonman: Danke für die Blumen. Ich finde die heute alle sehr interessant. Besonders die von Arnesen.

    @Spatzenhirn: Zwei interessante Punkte.

    Wenn ich drüber nachdenke, dann habe ich bestimmt vom Olympia-Gold schon mal gehört, aber präsent war mir persönlich das bis zu Deiner Erwähnung nicht. Das wurde auch bei der Qualifikation kürzlich niemals erwähnt, oder?

    Kritik an Kati Witt habe ich tatsächlich in den Medien niemals wahrgenommen. Wobei ich die ganz persönlich unausstehlich finde und daher nicht objektiv bin.

  24. mik

    #Medaillenspiegel: Bei den Expertenrunden auf dem Schulhof fehlte der Satz “zusammen wäre Deutschland aber auf Platz” eigentlich nie, da konnten die Journalisten rumdrucksen wie sie wollten. Gejubelt habe ich vermutlich nicht, mehr so versucht, anerkennend zu nicken wie es Kinder von Erwachsenen kennen. Dabei blieb es auch in der Jugend bis die inoffizielle Wertung offiziell wurde.

    Katharina Witt war auf dem Eis natürlich ein Sonderfall, der konnte wohl kein Sportfan wiederstehen. Sie wurde dann ja auch 88 schon Profi.

  25. Klabautermann

    Bei Eurosport gerade TT-EM-Einzel, und Ovtcharov muss sich ganz schön anstrengen (was man eben beim zappen so alles findet…)

  26. Kennt ihr noch die Formulierung: Kein tolles Fußballspiel, aber lebt von der Spannung? Trifft auf VfL – VfL gerade zu.

  27. Also irgendwie ist die Konferenz heute bizarr und plätschert so lieblos nebenher.

    Derweil bei all den guten Beiträgen hier, musste ich doch über Sebastians Schlagbohrmaschinennachbarn herzhaft schmunzeln :-)

  28. Uwe

    @sternburg: Nicht zu wenig 11m, zu viel hassle, ja, nein, vielleicht. So etwas würde es im einzig wahren Sport des Kringelkratzen nicht geben.

  29. Arnesen

    Stark, sternburg, hat Spaß gemacht, das zu lesen. Wobei Eishockey in Tschechien (oder meinethalben auch in Weißwasser) wirklich ein Kulturschock gewesen sein muss.

    Da der feiertagsfreie Murgl nachhakt, noch zwölf Worte zum Wintersport:

    Ja, Skispringen war im Osten wichtig. Abgesehen von Fußball, allen möglichen Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen war die Vierschanzentournee neben der Friedensfahrt vielleicht sogar das meistbeachtete Sportereignis im Jahr.
    (Ich glaube, ich hab das hier schon mal so ähnlich formuliert, aber so viele andere Sportarten in denen Deutschland (und natürlich auch Österreich) den emotionalen Jahreshöhepunkt ausrichten, gibt es gar nicht.)

    Eisschnelllauf (von sternburg herrlich in Szene gesetzt) war zwar als TV-Sportart nicht wirklich packend, förderte 1984 in Sarajevo aber den Lokalstolz: 4 Frauenwettbewerbe, 4 x Gold und 4 x Silber für Dresden, aufgeteilt auf drei Läuferinnen, die hier auf einer 333m-Bahn ohne Hallendach trainierten.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Olympische_Winterspiele_1984/Eisschnelllauf

    Langlauf und Nordische Kombination: Gesehen und geschätzt.

    Rennschlitten: Wie heute – ein von staatlichen Stellen organisiertes Medaillenabholen.

    Bob: Wie Rennschlitten, nur ein ganzes Stück cooler.

    Eiskunstlauf: Wird mir im Nachhinein zu sehr auf Witt reduziert. Das wurde damals breit übertragen und recht ernst genommen.

    Eishockey: Noch vor dem Los-Angelos-Boykott (den man ja den Russen in die Schuhe schieben konnte und wohl auch musste) mein erstes böses Erlebnis mit der DDR-Sportpolitik. Die DDR war trotz der Kastrierung des Ligabetriebes Anfang der 80er wieder auf A-Gruppen-Niveau (bei nur 8 Teilnehmern!) und die Genossen haben ihre qualifizierte Mannschaft nicht nach Sarajevo fahren lassen, weil sie dort keine 20 Leute ohne Medaillenchance durchfüttern wollten.

    Und zum guten Schluss:
    BIATHLON
    Das, behaupte ich, ist der einzige tv-massenwirksame Sport, den der Westen (jaja, ich weiß: Angerer, Fritzenwenger, Fischer – pff) vom Osten übergestülpt bekam.

  30. Schöne Berichte hier. Beim Fußball hat sich nach der Wende (und dem Eingliedern der Oberliga in die Bundesligen) sicherlich am meisten geändert.

    Unser damaliger, lokaler Vorzeigeklub war die BSG Stahl Brandenburg (schönes Logo, Home of Steffen Freund). Da habe ich damals Zeitungsberichte verschlungen, als sie 86/87 mal im UEFA Cup antraten und relativ zügig gegen IFK Göteborg, den späteren Sieger rausflogen. Nach der Wende noch einmal kurz Zweite Liga und dann Auf Wiedersehen in der Bedeutungslosigkeit. Andererseits, wer spricht heute noch von Bayer Uerdingen? Vielleicht hat das auch mit unterschiedlichen Zeiten (und der allgemeinen Entwicklung im Fußball) zu tun.

    Im nicht geförderten Sport – ich habe als damals 12-Jähriger Badminton im Verein gespielt – haute vor allem rein, dass sich alles änderte. Einerseits endlich besseres Equipment, andererseits alle zwei Wochen Mitspieler, Trainer, weg. Und allgemein einfach auch ganz, ganz andere Prioritäten. Ich glaube, dadurch ist unterhalb der Leistungszentren, wo es vielleicht konkrete Ziele wie Olympia, etc gab, viel weggebrochen.

    @Spatzenhirn
    Gefühlt fing dieses “Ignorieren” der DDR-Sportgeschichte erst Mitte der Neunziger an. Bei Olympia in Barcelona (inkl. der ersten gesamtdeutschen Heldin FvA) und Albertville war das, da die Mannschaft ja gerade erst “vereint wurde” in meiner Erinnerung noch sehr präsent, was, wer vorher für wen gewonnen hatte.

  31. Wanninger

    Schürrle + Kruse ??
    wieviel Fantastilliarden haben die gekostet?
    Und das ist dann der backup für ein verlorenes CL Spiel?
    Ich kann Winterkorn verstehen… wäre ich auch zurückgetreten.

  32. Willi Lippens

    So schlecht wie Stuttgart kann man eigentlich nur mit Absicht verteidigen.

  33. Sach mal, Dittman, hat eigentlich schon mal jemand als Borussia-Trainer seine ersten drei Spiele alle gewonnen? Sag doch mal!

  34. Hm, so sehr ich mich natürlich über die forschreitende Genesung der Gladbacher Borussia freue, so traurig finde ich es irgendwie,
    dass es nun ohne Favre tatsächlich besser läuft.
    Geht das anderen auch so oder ist das Quatsch?

  35. @Millern-Tor: Ging mir ganz extrem so. Hatte ich einige meiner emotional seltsamsten Tage als Fußball-Fan wegen (ich deutete es an). Bin ich erst mal drüber weg.

    Aber wie das mit Trennungen so ist: Ganz drüber weg bist Du nie (ja, dass dies für mich in dieser Preisklasse spielt, das irritiert mich selber extrem)

  36. Der VfB, der VfB, der VfB, …. hat unglaubliches Glück. Und macht fast sogar noch das skurillste 2:3 der jüngeren Vergangenheit.

  37. Matthias

    Ovtcharov dann doch durch mit 4:2 Sätzen gegen den unbequemen Gionis.

  38. Okay, da passieren keine zwei Tore mehr. Aber warum man Traores Behandlung in der Nachspielzeit nicht auf die Nachspielzeit draufpackt, dass werde ich nie verstehen.

    Was ich eigentlich sagen wollte: Ich bin ganz gut gelaunt. So kann der Tag weiter gehen.

  39. Conejero

    Aus dem spox-Ticker:

    “Das Stadion berstet vor Ekstase – Xhaka gibt dem Volk, was es will.”

  40. tony

    #Rugby
    In Südafrika ist Rugby auch 2015 immer noch ziemlich weisser Sport oder?

    (Möchte keine politische Diskussion starten, finde das nur interessant)

  41. Murgl

    Naja, im Prinzip habe ich den österreichischen Nationalfeiertag sowieso lieber. Der ist am 26. Oktober und wenn der günstig fällt bis mit wenig Ürlaub zehn Tage zuhause (in Verbindung mit Allerheiligen am 1. November).

    Ganz, ganz kurz hatten die Allierten ja auch überlegt Österreich zu teilen, da wäre das gleiche Schicksal wie Deutschland auch uns nicht erspart gewesen. Und Wien wäre auch eine geteilte Stadt gewesen. Gott sei Dank ist dieser Gedanke der Allierten schnell verflogen und 1955 waren sie dann alle drausen und wir hatten unser Land wieder für uns. Nur Neutral mussten wir bleiben, deswegen auch der späte EU-Beitritt (und das auch nur weil man vorher nach Moskau geflogen ist um zu fragen).

    Im Prinzip haben wir damals auch in Österreich die TV-Meldungen von Deutschland aufgesogen, und damals als die DDR Bürger über Ungarn nach Österreich kamen waren auch beeindruckende Bilder. Freut euch über euren Tag, für manche ist er leider sowieso falsch gefallen (nämlich an einen Samstag und so fällt der freie Tag weg).

  42. Wusst ich gar nicht, dass Österreich auch geteilt werden sollte. Interessant Murgl.

    Schon komisch wie sehr unsere Geschichten verwoben sind und trotzdem im Geschichtsunterricht (jedenfalls bei mir) fast nur Nazizeit vorkam. Ich habe noch 7 Jahre Schule mitgemacht nach der Wiedervereinigung und trotzdem war selbst da nicht der Hauch einer Änderung des Lehrplans zu bemerken. Wir haben über alles gesprochen nur nicht das Leben in der DDR. War wohl alles zu gut abgeschottet?

    Ich frage mich wie das heute ist im Schulunterricht… ob hier in OWL die KInder mehr über den Osten lernen als wir damals…

  43. “Ebenso fehlt es an einem unterhaltsamen Halbzeitprogramm. Während der 15-minütigen Spielpause ist statt einer von mehreren Experten begleiteten Analyse des Spielgeschehens (und viel Werbung!) lediglich ein Live-Bild des Stadions zu sehen.”
    Hahahahaha, dann bieten sie also mehr als Sky, die den Oktoberfestfan Effe mit Moderationsclownin Kastrop aufbieten. Ich wäre über unkommentierte Livebilder ausm Stadion in der HZ froh.

  44. Bei mir existiert die Halbzeit auf Sky nicht mehr. Ich mache grundsätzlich den Ton aus und stelle mir einen Countdown auf 15 Minuten.

    Schlimmer mit Werbung war und ist nur Eurosport in LeMans…

  45. Versteht mich nicht falsch: Ich freue mich natürlich, dass Sport1 auf dem Hauptsender ein EM-Halbfinale in einer Randsportart trotz fehlender deutscher Beteiligung zeigt.

    Trotzdem würde mich interessieren, welchen Einfluss bei dieser Entscheidung mit Blick auf die Zielgruppe die, ähm, optischen Schauwerte des Damen-Volleyballs besaßen. Her mit den kleinen Holländerinnen, lechz.

  46. Spatzenhirn

    @Sebastian: Die österreichische Option soll 1952 schon für Deutschland möglich gewesen sein. So soll Stalin die Wiedervereinigung angeboten haben im Gegenzug für deutsche Neutralität. Dem Adenauer war aber die Westbindung der BRD wichtiger. Heutzutage wird bestritten, dass Stalin dies damals ernstgemeint habe. Gerade der Fall Österreich zeigt meiner Meinung nach aber sehr wohl, dass er dies tat. Passt aber nicht in die bundesdeutsche Geschichtsschreibung, dass man die Einheit früher gehabt haben könnte.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Stalin-Noten

  47. Da guckt man für einen aktuellen Blick auf die Tabelle auf den Eurosport-Videotext, und dann ist da das Ergebnis Samoa – Japan noch nicht eingetragen.

    Aber es gibt ja das Internet. Verstehe ich das richtig: Wenn Südafrika nicht verliert, dann sind sie weiter und Japan draußen (und umgekehrt)?

  48. tony

    #Rugby
    Kann jemand eine Einschätzung zu Eng-Aus geben?
    Wer ist Favorit? Wird es viele Punkte geben?

  49. tony

    Sternburg,
    Meiner Einschätzung nach wird sich heute noch gar nichts entscheiden bezüglich den Playoffplätzen in Pool B, außer wenn Schottland gewinnt dann sind sie als Erster durch

  50. @tony: Wenn Südafrika heute gewinnt – und wenn sie sogar in Unterzahl sogar noch einen Versuch legen, sieht das ja schon sehr danach aus – wie soll Japan denn dann noch an ihnen vorbei kommen? Die werden ja wohl nicht gegen die USA verlieren.

  51. BSI

    @sebastian: eigentlich heutzutage kaum mehr erwähnenswert, so ein Fünferpack ;-)
    In Regensburg muss sich heute episches zugetragen haben, wie mir ein freund per liveticker berichtet hat. Spiel 5 gegen Heidenheim. 0:4 im siebten inning. Dann 5:4. 7:5 nach acht innings. Und schließlich 7:8 – Ende. Heidenheim ist Meister. Könnte mich in den allerwertesten beißen, dass ich dieses Drama nicht live miterlebt hab.

  52. tony

    Japan kann (im Falle einer Niederlage von Schottland) noch an SCO vorbeikommen wenn JAP das letzte Spiel gewinnt und SCO verliert.
    Also mathematisch ist bei den ersten 3 noch keiner durch oder raus, falls das deine Frage war

  53. Peniel Mlapa ist ein ganz großer Fußballer. Wie wohl die anwesenden Föhter gelaunt sind?

    @BSI: Was ganz anderes. Was ich mich immer bei Heidenheim frage: Wo ist denn da eine Heide für Heideköpfe? Oder ist das ernsthaft nur auf den Stadtnamen bezogen? Der hat doch im Leben nichts mit der Vegetationsform Heide zu tun, oder?

  54. @tony: Okay, mathematisch nicht. Aber dass Südafrika gegen die USA oder Schottland gegen Samoa verliert (wenn sie dadurch ausscheiden können) ist jetzt recht nah an unmöglich, oder?

  55. Matthias

    @BSI: Ich hab es im Stream heute live verfolgt. Nach dem 4:0 für Heidenheim (das insgesamt doch sehr glücklich war, die hatten bis dahin nur 3(!) Hits im ganzen Spiel) wollte ich schon abschalten. Wurde dann aber noch mal richtig interessant. Insgesamt war Regensburg m.E. nach dem 2:0 in der Best-of-Five-Serie etwas zu sorglos.

  56. Matthias

    Hui, Schottland wieder dran. Ist aber in der Gruppe vermutlich nebensächlich, da beide Teams ohnehin weiterkommen. Höchstens der Viertelfinalgegner könnte wechseln. Hat der wer ‘nen Überblick?

  57. spoonman

    Warum Österreich nach dem Krieg nicht geteilt wurde, hab ich mich schon manchmal gefragt, war aber zugegebenermaßen zu faul, mal intensiver nach einer Antwort zu suchen.

  58. BTW: Der Abwurf von Baumann vor dem 2:1 für Hoffenheim gehört zum größten, was ich von einem Fußball-Torwart je gesehen habe.

  59. Murgl

    Da gibts mehrere Punkte: Neutralität ist eh schon gesagt worden. In Jalta wurde damals ausgehandelt das Österreich wieder entstehen soll und naturlich der Punkt das Österreich das erste Opfer von Nazi-Deutschland war. Und das unsere Politiker damals gut verhandeln konnten.

    Aber mal was anderes, schaut einer Michigan State – Purdue auf dem ESPN Player?. Bei S1US fehlen schon wieder die Linien und beim P7maxx Spiel wo sie gefehlt haben wurde dann berichtet das im GamePass die Linien sehr wohl vorhanden waren. Mir gehen sie echt ab wenn die Linien fehlen und man die Kette auch nicht sieht die die 10 Yards anzeigen.

  60. tony

    #Chelsea
    Für mich korrekt, Falcao hebt ab vor dem Kontakt mit dem Torwart

  61. thedishguy

    Ist dieser Clip hier eigentlich schon bekannt? Zeigt in 14 Sekunden wie weit Rugby und Fußball in manchen Bereichen auseinanderliegen.

  62. Standuhr

    Die Repräsentanten von Kloppo sollten in den nächsten Tagen mal ihr Telefon nicht zu weit weglegen.
    # Chelsea

  63. zuckerrübe

    @tony

    angenommer Falcao ahnt und sieht aus dem Blickwinkel, dass Stekelenburg kommt und sich ihm in den Weg wirft. Ist es dann nicht eine menschliche Reaktion, dass der Spieler dem Kontakt aus dem Weg geht und somit vorher schon leicht fällt? (soll nicht beduetet, dass es für mich ein Elfer war)

    Ist eine ernsthafte Frage, weil ich persönlich das auf dem Spielfeld meist versucht habe auf diese Art und Weise Grätchen durch vorhergehenden einknicken aus dem Weg zu gehen. Man sieht, spürt, dass jemand zu Grätsche ansetzt und man knickt eben bewusst vorher schon ein bisschen ein um sich selber zu schützen….ich mein Falcao kann in der Situaion ja auch nicht wirklich weiter laufen aufgrund von Stekelenburg.

  64. MarioP

    @ österreich

    Österreich war wahrscheinlich zu unbedeutend, um einen dauerhaften Krisenherd entstehen zu lassen.

    @ sebastian

    An Schulen in OWL kommt die DDR auch heute kaum vor. Ich “belästige” meine Kinder aber auch privat kaum mit Erzählungen von früher. Gegenwart und Zukunft sind wichtiger.

    @ sternburg

    Diese wunderbaren Sportanlagen (von Kienbaum z.B. profitiert Deutschlands Sport auch heute noch) mussten auch finanziert und unterhalten werden. Auch Trainingslager, Bananen für die Radsportler und die “Sportmedizin” mussten bezahlt werden. Deshalb schrieb ich oben, ich war naiv mich über diese Erfolge zu freuen. Die ökonomische Basis war nicht vorhanden.

  65. @Tony: Ich weiß zwar nicht, worum es geht. Aber könntet ihr bitte das schöne deutsche Wort Scheiße ausschreiben? Wir sind doch nicht bei Nickelodeon hier.

    Davon ab finde ich es super, wie Eurosport die Zeit zwischen den beiden Spielen überbrückt. Wollen wir nicht mal ein Crowdfunding initiieren, um Eurosport die Rechte der Fußball-WM zuzuschanzen?

  66. @MarioP: Ja sicher. Aber aus der Sicht eines Kindes, der erst verblüfft zur Kenntnis nimmt, mit welcher Ausrüstung die antraten (Die hatten Baumwolltrikots mit Schnürsenkeln im Ausschnitt! Wie krass – heute träume ich von so geilen Trikots als stylische Herren-Oberbekleidung), sich dann von den Typen – spielerisch – auseinander nehmen lässt, dann diese Sportstätten sieht, natürlich erkennt, wie schäbig und ungewohnt abenteuerlich das überall im Detail ist, aber gleichzeitig bemerken muss, wie unendlich überlegen diese total schäbige und komfortfreie und alles in allem rostige Infrastruktur seiner gewohnten geleckten Infrastruktur ist, aus der Sicht eines solchen Kindes sind die damals überall auftauchenden Ossi-Trabbi-Braunkohlen-Witze schon sehr seltsam.

  67. Ich sehe gerade in der Pausen-Überbrückung die Aufzeichnung von Neuseeland – Georgien. Und damit meine ersten Minuten georgisches Rugby in meinem Leben.

    Ich hab davon natürlich überhaupt keine Ahnung. Das einzige, was ich vom georgischen Rugby jemals wahrgenommen habe, ist die reine Information, dass die innerhalb von “Rest-Europa” uns Deutschen überlegen sind.

    Aber was ich hier von dieser so kleinen Nation sehe. Diese kleine Nation, in der Rugby wahrscheinlich auch nicht mal Sportart Nummer eins sein wird. Wäre ich zufällig Georgier, ich wäre sehr stolz auf meine Nationalmannschaft. Und persönlich stolz auf meine Nationalmannschaft zu sein, das ist eine Emotion, die mir eher fremd ist.

  68. @MarioP: Und nicht zu vergessen: Selbst wir als Kinder wussten um die Medaillen-Schmieden der schlimmen Diktatur. Aber wir wussten eben auch, dass Eishockey zu diesen geförderten Sportarten gerade nicht dazu gehörte.

    Wir wussten von dieser seltsamen Liga aus zwei Mannschaften, wir kannten die Story von “lieber ein Kühlschiff als eine Eishalle” und wir kannten auch ungefähr die Hintergründe, warum diese beiden Vereine als einzige trotzdem gerade so noch existierten. Um so größer die Verblüffung.

  69. Wo ich gerade mehrfach “Trikot” schreibe, noch zwei Anekdoten:

    Wir hatten dann recht bald Ostberliner in unserer Mannschaft (verkürzt: Wer bei Dynamo durchfiel). Das stellte uns vor eine bisher völlig unbekannte Problematik. Wenn das Spiel ausfiel oder verschoben wurde (das kam im neuen Chaos auch öfter mal vor), dann konnte man denen nämlich nicht Bescheid sagen. Warum? Weil die kein Telefon hatten. Die hatten kein Telefon. Verrückt.

    Und das Ostler-Wort überhaupt war damals für uns deren Entsprechung für Trikot. Was haben wir uns beömmelt, als einer von denen völlig ohne Harm sein “Dscherseh” rüber geschmissen haben wollte. “Dscherseh”. Was für Leute. Heute kauft (und verkauft) mein (hessischer) Kumpel für aberwitzige Summen Game Worn Jerseys und benutzt damit natürlich eine besonders coole Terminologie. Man müsste eigentlich für damals mal um Verzeihung bitten.

  70. @tony: Wenn Dir sonst keiner antwortet: Jetzt beginnt gerade die Vorberichterstattung auf Eurosport. Die werden die Frage wohl beantworten.

    Ansonsten finde ich als 9,7/10-Laie die Einschätzung auf total rugby interessant.

  71. Dieser Spot für Tourismus in Bulgarien hat in der Tonspur etwas von Radiosendern, wo der Moderator die Reklame noch selber vorliest.

  72. Heiner

    Mir stellen sich gerade zwei Fragen bei Chelsea.

    Wie viel hat Mourinho bei der Falcao-Leihe kassiert und wie schlecht muss Baba sein, wenn immer noch Ivanovic spielt.

  73. Matthias

    Ich kenne nur Dittsche. Und beim Baskegball muss man den Ball sicher in ein Bierfass werfen.

  74. Klabautermann

    #Rugby: Das könnte ein großes Spiel werden, bin ja irgendwie aus Schadenfreude für Australien…

  75. Twickenham ist ein so ein geiles Stadion.

    Ich überkompensiere hier wahrscheinlich irgendwas und gehe sowieso allen auf die Nerven. Aber ich hab meinen Spass.

  76. Spatzenhirn

    @sternburg: Mich würde mal interessieren wo ihr vor der Wende so gespielt habt. Nur in Westberlin oder habt ihr auch die Transitstrecken mit dem Bus beackert? So mit den großen Hockeytaschen im Gepäck, wo auch ein Kleinkind theoretisch reinpassen könnte?

  77. @Klabautermann: Du bist in einem Sport angekommen, wenn Du Deine Präferenzen aus Häme-Gesichtspunkten wählst.

    Go Wallabies!

  78. Was ich an Rugby-Refs so lässig finde: Die benehmen sich auch als Sportler unter Sportlern. Die haben den Respekt, aber sie verdienen sich ihn auch.

    Das mag ihm heutigen Fußball von den Schiedsrichtern ähnlich angegangen zu werden, aber das war – in meiner Erinnerung – ja auch mal anders. “Sie haben mich verstanden?!”

  79. Ich verstehe weiterhin nicht alles. Aber ich komme mir mittlerweile etwas lächerlich vor, Gladbach gegen Wolfsburg als intensives Spiel zu beschreiben.

  80. Klabautermann

    Yes, man muss aber auch sagen, dass die Engländer sich auch mächtig reinhängen, es kracht wirklich andauernd.

  81. Murgl

    @johannes9999: BBL war schon vorige Saison bei laola, nur ohne Kommentator. Gibt ja wohl nichts schlimmeres als ein Basketballspiel ohne Kommentator. Ich schätze die werden nicht viel Zuseher haben wenn dir keiner erklärt wer da in der Starting Five aufläuft. Und wenn da so eine Spielerfluktuation wie bei der ÖBL ist kennst dich heuer eh nicht mehr aus (also als Österreicher wenn man das vorige Saison geschaut hat)

  82. kometa

    Bei sternburgs Tabor-Story muss ich an meine aktiven Zeiten als Eishockey-Groundsammler denken. So ein Sporthotel im Eisstadion mit Blick in die Halle kenne ich auch aus Litvinov. War dort mehrmals mit Freunden zu Spielen in der Extraliga und es ist klasse, in der Pause mal kurz aufs Hotelzimmer zu schlappen und sei es nur zum Toilettengang oder von der Balkonseite das Getümmel hinter der Halle auf der Fressmeile von oben zu beobachten. In Tabor war ich übrigens mal nach der Sanierung und hab dort vor über dreitausend Zuschauern den Aufstieg in die zweitklassige “1.Liga” gegen die Nachbarn aus Milevsko live miterlebt. Eines der fesselndsten Eishockeyerlebnisse der letzten Jahre.

    Das Thema Eishockey und dessen Wiederauferstehung ist übrigens auch das, was mir zum Thema Sport und Osten am ehesten einfällt. Allein, was in den letzten 25 Jahren an Standorten neu oder wieder erstanden ist und nun in DEL2 und Oberliga aufläuft: Dresden, Crimmitschau, Erfurt, Halle, Leipzig, Schönheide. Der Sport hat mittlerweile eine breite Basis gefunden. Auch wenn es viele Probleme und Rückschläge gab. Seien es Insolvenzen oder notwendige Umzüge und Neubauten.

    In Sachen Fußball in der Region lässt es mich immer noch verstört zurück, dass man sich so an den Clubidentitäten des DDR-Sportsystems aus den Sechzigern klammert, teilweise sogar dazu zurückkehrt. Ob offiziell wie beim BFC, Lok und Chemie Leipzig oder dem SG bei Dynamo Dresden einerseits oder dem Thema FC Karl-Marx-Stadt in Chemnitz bzw. der Herausstellung von Chemie beim Halleschen FC andererseits. Ich sehe den Reiz daran nicht. Ich hab meinen VfB Leipzig ehrlich gemocht. Vor allem auch deshalb, weil er sich auf Wurzeln jenseits von politischen Entscheidungen und Ost-Image berief. Zu schade, dass er vor über zehn Jahren beerdigt wurde.

  83. Spatzenhirn

    Ich schau mir wegen euch Tölpel zum ersten Mal ein Rugby-Spiel länger als 2min an. Dazu noch mit den Wikipedia-Regeln auf dem Smartphone in der Hand. Trotzdem noch viele Fragezeichen. Sind aber beeindruckende Bilder, muss ich schon sagen.

  84. Uwe

    #Rugby: Irgendwie fehlt ein adäquater Quarterback und andauernd laterals zeugt auch nicht von anspruchsvollem Passspiel. Ein Tom Brady würde dem englischen Spiel gut tun.

  85. Murgl

    So wie es jetzt aussieht ist Ohio State – Indiana auch ohne Kommentar, kann jemand bei S1US anrufen und sagen sie sollen den Lautstärkenregler nach oben schieben

  86. Die Eurosport-Jungs und der Schiri schaffen es, dass ich – ohne Ahnung, ich (RTFM) Arschloch könnte ja auch endlich mal den Wikipedia-Artikel lesen – plötzlich eine ganz große Faszination für das Gedränge entwickel.

    Um mal zu sebastianen: Ich bin ja auch bei Computer-Spielen mehr so der Anleitungs-Leser. Geiler ist das aber schon, wenn man ein Spiel aus sich heraus versteht. Eine einem völlig fremde und unverständliche Sportart aus dem Spiel, dem Kommentar (und Eurer Hilfe) zu verstehen, das ist das Größte.

    Ich hab den Wikipedia-Artikel über American Football bis heute nicht gelesen (sollte ich eigentlich mal).

  87. thedishguy

    @Murgl:
    Ich hatte gerade den gleichen Eindruck als ich schauen wollte, ob die BBL auch hier bei Laola zu sehen ist. Antwort: ja. Aber ich verfolge die BBL nicht, kenne daher die Teams nicht und bin auch sonst nicht die größte Basketball-Experte. Also sind die Streams ohne Kommentar für mich eher nur so mittelinteressant.

  88. Heiner

    Wie der australische Spieler da angeflogen kam, fand ich ja sehr geil. Ansonsten werden in England schon die Messer gewetzt werden. Ist jetzt zwar keine Sensation in der Gruppe auszuscheiden, als Gastgeber aber trotzdem peinlich.

  89. @kometa: Ganz kurz.

    – Die Worte Litvinov und Eishockey sind für mich Synonyme.

    – ich habe mich in meiner “Findungsphase” mal ein Jährchen oder so als Fan des VfB Leipzig verstanden. Hielt nicht lange, diese Liebe. Aber Jürgen Rische behält ewig einen Platz in meinem Herzen.

  90. Chris

    Zwischendurch mal kurz zum College Football geschaltet; da kommst schon mal kurzfristig mit den Regeln durcheinander.

  91. Willi Lippens

    #RUWC: Mit der großen Anzahl von Auch-Samoanern und Auch-Tongaern, die für andere Nationen spielen, würde man davon ausgehen müssen, dass die Inselstaaten viel stärker wären mit diesen Spielern und für die Europäer gefährlich?

  92. Eine der größten Faszinationen für mich bei der Kommentierung der Eurosport-Jungs: Deren Definition von “Ein Gang zurückschalten und Kräfte sparen”.

  93. mik

    Wichtig für die Inselstaaten wäre es erstmal, sich das moderne Rugby anzueignen und weniger auf die reine Physis zu setzen.

  94. Matthias

    Naja, heute verstehe ich die Kritik nur bedingt. In der Schlussphase gegen Wales sah das anders aus.

  95. tony

    #Rugby
    Kann jemand erklären wie hoch die Erwartungen in England an das Heimteam waren und wie gross die Enttäuschung sein wird falls sie ausscheiden?

  96. Touchdoooooooooooooooooooo…. ähm. Ok, offenbar muss man durchrennen und bekommt dann 4 Punkte. Und wenn man so schräg durch die Stangen schießt nochmal 2 dazu. Hmm, gar nicht so kompliziert dieses Spiel, aber taktisch – ich habe keinen blassen Schimmer.

  97. tony

    Schade, dass unsere beiden Sportextremisten nicht hier sind um die Leute an den “richtigen Sport” anzufixen,
    beim Rundball-WM-Finale wird dann wieder gemeckert: “ach!!! Immer geht es !!! Nur um Fußball!!! Hier!!!!”

  98. Wo gerade dieser 37jährige Herr Ostern eingewechselt wird und offenbar in der letzten Woche noch TV-Experte war: Wie sähe eure Top-11 der deutschen Fußballexperten aus?

    Ich fange mal an und packe Olli Kahn (ZDF) ins Tor, Jens Lehmann ist Ersatzmann (RTL).

  99. Willi Lippens

    Vielleicht würde Huntelaar auch Elfer treffen, könnte er so gut visualisieren wie der englische Kicker.

  100. schaumermal

    Wäre es eine größerer Upset, wenn Indiana gegen #1 Ohio gewinnt?
    Oder ist die Setzliste so früh in der Saison ohnehin noch zu schwammig?

  101. tony

    Wäre ein Riesenupset,
    OSU ist amtierender Champion und war imho bei vielen Experten No. 1 Favorit diese Saison,
    Aber es ist noch viel Zeit

  102. Uwe

    Was muss der gemeine Internet-Schlaumeier eigentlich tun um einen Rugbyesken Oberkörper zu bekommen?

  103. schaumermal

    @Tony
    Danke. Das behalte ich mal im Auge solange Ohio nicht deutlich führt.

  104. Uwe

    Dieses 4th down ausspielen hat ja schon bei PIT-BAL so super geklappt. Dann doch lieber ein vernünftiges scrum.

    Du bist mein Vorbild, sternburg.

  105. johannes9999

    orf sport+ zeigt morgen um 1400 finale der tischtennis em im doppel. mit drei österreichern und eine portugiesen

  106. Das Memo, betreffend jedes Spiel solange als wie irgend möglich als spannend zu verkaufen, das haben die Eurosport-Jungs definitiv nicht erhalten.

  107. Spatzenhirn

    Man ist ja fast geneigt morgen die Sun in den Händen halten zu wollen.

  108. johannes9999

    speedway: tai woffinden wurde heute, bereits ein rennen vor schluss, weltmeister 2015

    afl: hawthoren wurde mit klarem sieg zum 3. mal in folge meister in der afl. dies gelang zeit 1877 nur vier manschaften zuvor

  109. Ich kenne vom Hockey den obligatorischen Handschake. Seit frühester Kindheit (ich hab das hier irgendwo erwähnt). Aber was beim Rugby nach dem Spiel auf dem Feld passiert, das rüttelt an meinem tiefsten Pathos-Vorräten.

  110. thedishguy

    Wer sich für die Unterschiede in Berichterstattung durch die nationale Brille interessiert, sollte vielleicht noch die letzten Minuten bei ITV mitnehmen.

  111. Da lässt man den Fernseher etwas länger an und schon läuft MLS (übrigens auch das sehr passabel begleitet). Spooky.

  112. @veniat: Sag mal, könntest Du einen Kader zum aussuchen stellen? Was mir einfällt, das stellt sich automatisch auf.

  113. Hoopharry

    @Sternburg: Versteh ich nicht. was hab ich mit England zu schaffen?
    @Murgl: Basketballspiele ohne Kommentar sind weitaus angenehmer, als von Manni Winter oder Malik Hupfeldupf (Eurosport) kommentierte Spiele…

  114. tony

    #ASS
    Überragend wie deine Borussia-Kollegen den Hecking auf der Tribüne trollen, sternburg.
    Du kannst stolz sein.
    (Und wenn ich Boris Bücher höre und sehe bekomme ich einen Riesenhass)

  115. Klabautermann

    #Rugby: Ein bisschen Mitleid muss man mit den Engländern aber schon haben. Wo gibt es dass in einer Mannschaftssportart bei einer WM, dass in der Vorrunde die Weltranglisten 2 (Wales),3 (Australien)und 6 (England) (aktuell, war aber sicherlich vor ein paar Wochen nicht viel anders, und Fiji ist auch noch 10.)) in einer Vorgruppe zusammen sind, wo nur zwei weiterkommen.

  116. juhnke

    Tolle Ostsporterinnerungen heute. Dank an euch alle, ihr seid großartig.

  117. Hoopharry

    Ich stelle mir gerade Playoffs ohne Harbaugh und Saban vor…Dafür mit dreimal Texas (TCU, Baylor, A&M) und Northwestern…herrlich…

  118. @Spatzenhirn:

    Mich würde mal interessieren wo ihr vor der Wende so gespielt habt. Nur in Westberlin oder habt ihr auch die Transitstrecken mit dem Bus beackert? So mit den großen Hockeytaschen im Gepäck, wo auch ein Kleinkind theoretisch reinpassen könnte?

    Es gab damals in Westberlin im Nachwuchs vier Vereine: Den Club, Preussen. OSC und FASS. Das hat natürlich für eine Liga nicht gereicht. Wir haben deshalb alle an der Norddeutschen Meisterschaft und dem Niedersachsenpokal teilgenommen. Und viel Zeit im Bus und auf der Transitstrecke verbracht. Was nicht nur schlechtes hatte. Ich erinnere mich noch, wie ich Höhe Helmstedt als Kleinschüler meinem damaligen Verteidigungspartner erklärte, dass es keineswegs nur Zwei-Linien-Abseits gibt (gab es damals noch), sondern auch ganz normales Abseits. Kurz vor Hamburg hatte er es dann verstanden.

    Einer meiner frühesten Erinnerungen daran ist der sogenannte Milchpass. Wir hatten sowieso Spielerpässe (das ist alles im Eishockey hoch reglementiert), deswegen kam mir das völlig normal vor. Ich habe erst viel später verstanden, welch besondere Situation das war, dass man als minderjähriger Westberliner ein Personalausweisdokument besitzen musste, was aber kein Personalausweis war.

    Praktisch wurde das so gelöst, dass die Wessis… Ich sollte hier vielleicht einschieben: Für Westberliner gab es damals drei Kategorien an Deutschen: Wessis = Bürger der BRD. Ossis = Bürger der DDR. Berliner oder ohne besondere Bezeichnung = Westberliner. Und das kann die Morgenpost-Kundschaft noch so lange verdrängen, aber diese Bezeichnung der “Wessis” wurde damals in Westberlin in etwa so verwendet wie heute die Bezeichnung als “Schwaben”. Aber ich schweife ab..

    Jedenfalls wurde das so gelöst, dass die Wessis, wenn sie schon den Weg nach Berlin auf sich genommen haben, am Samstag gegen eine Mannschaft spielten und am Sonntag gegen die andere. Für unsere Auswärtsfahrten war das schwieriger. Hamburg hatte meistens zwei Teilnehmer, da ging das. Aber Adendorf, Nordhorn, Wedemark, das war schon schwieriger zu organisieren. Wolfsburg immerhin war sowieso innert einer Tagesreise.

    Was immer dann, wenn es sich irgendwie anbot, zum tragen kam (sonst hieß es: Roter Tee in der Jugendherberge) war das System Gasteltern. Das heißt z.B.: Der HSV spielt heute gegen uns und morgen gegen FASS. Nach dem Spiel, umziehen und duschen muss sich also jede Familie an Heimspielern ein bis zwei Gastspieler aussuchen, die sie mit nach Hause nimmt, dort – samt zu trocknender Ausrüstung – aufnimmt, durchfüttert, schlafen lässt und morgen zu ihren Spiel kutschiert. Und umgekehrt genau so.

    So habe ich – aus einem sonst sehr behütetem Elternhaus kommend – sehr früh das Konzept, völlig fremde Leben einfach mal aus der Nähe zu erleben, kennengelernt (Uiuiui… aber das ist ein anderes Thema) .

    Und natürlich Sportlichkeit. Auf dem Eis habe ich den Tüpen umgehauen und/oder er hat beim Schiedsrichter markiert. Aber am Ende des Duschens will ich bei ihm übernachten. Da lernt man, was der Handschake nach Abpfiff bedeutet.

    Und das hat sich, um die Antwort über die Frage hinaus zu tragen, auch sonst sehr bewährt. Wie geil ein SNES mit dem damaligen NBA-Game ist, habe ich von den Kindern französischer Gasteltern beigebogen bekommen (neben vielen anderen, eher verstörenden Erkenntnissen; aber auch das ist ein anderes Thema). Und ich erinnere mich noch gut daran wie zwei tschechische Gastkinder (die Erwachsenen waren gerade woanders) dem ungefähr 12jährigen sternburg versucht haben, zu erklären, dass sie gerne wissen möchten, ob wir morgen in einer Halle spielen oder draußen. Das sah wahrscheinlich von außen aus wie die Kommunikation der ersten Menschen. Aber irgendwann drangen wir ausschließlich durch Gesten zueinander durch (es war in der Halle).

    Wenn ich so drüber rede, fällt mir auf: Die latent xenophobe Junge-Union-Zeit einiger meiner besten Freunde, die damals Fußball spielten, sollte ich vielleicht nicht so ernst nehmen. Weil sie bloß Fußball spielten. Aber auch das ist ein anderes Thema.

  119. @tony: Ich habe woanders kurz vor dem Tor geschrieben: “Trotzdem schön zu sehen, wie gastfreundlich der auf der Tribüne empfangen wird< "/i>

    Und war kurz danach zwar besser gelaunt aber schon irgendwie peinlich berührt.

  120. ..wer eine Edit-Funktion wünscht ist nur zu blöd und/oder zu egozentrisch, vor dem Abschicken nochmal Kontrolle zu lesen. Ich bleibe bei diesem Standpunkt.

    @tony: Du siehst, wo das Zitat aufhört?

  121. Conejero

    War unterwegs und habe jetzt den heutigen Tag hier mal nachgelesen.

    Vielen Dank Euch allen, die ihr auf meine Frage eingegangen seid!
    Ich habe viel Neues erfahren und werde morgen wohl der Frau google gewaltig auf den Sack gehen…

    Selbst habe ich in meiner Jugend/Kindheit die DDR nur aus dem TV kennengelernt. Die damalige Klassenfahrt Mitte der 80er nach Berlin ist eher unter dem Begrifft “Party” im Gedächtnis verhaftet, auch wenn viele meiner Mitschüler und ich die Grenzanlagen extrem einschüchternd fanden. Im Bus war es sehr sehr still.

    Ich hatte über den Sport die ersten Erfahrungen mit der DDR. Geflüchtete DDRler die Mitte/ Ende der 80er über die Grüne Grenze (oder “richtig” geflüchtet) kamen und mit mir kickten. Für die war der Sport damals so etwas wie ein Fixpunkt in der Umstellungsphase – es war eben etwas, was auf beiden politischen Seiten doch den gleichen Regeln folgte.
    (Zumindest haben mir das 2 Ex-Mannschaftskameraden so geschildert)

    Wie gesagt: Vielen Dank an alle!

  122. @Uwe: In 14 Stunden stellt sich ein ganz anderer Test. Ich bin nämlich voraussichtlich weitgehend abwesend. Könntest Du bitte morgen für mich übernehmen (denk Dir halt ein paar Deppen-Fragen und absurde Einschätzungen aus, die Du selber nie vertreten würdest)? Das wäre nett.

  123. Uwe

    @sternburg: Es ist ein dreckiger Job, aber einer muss ihn ja tun. Wir verstehen uns.

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